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            "title": "Erinnerungsorte NS-Geschichte",
            "subtitle": "Homburg",
            "description": "<div class=\"\">Es sind viele Jahre seit Ende des 2. Weltkrieges und der NS-Zeit vergangen. Immer weniger Zeitzeugen können davon berichten. Deshalb stellt sich die Frage, wie künftig an diese Zeit erinnert werden soll und wie gerade die junge Generation mit diesem Thema umgehen soll. Das Ziel dieser App ist es, einen Beitrag zu einer nachhaltigen und lebendigen Erinnerungskultur zu leisten.</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Die Tour beginnt am jüdischen Friedhof. Dort gehen wir auf die Geschichte der Homburger Juden aus zwei Jahrhunderten sowie auf jüdische Sitten und Bräuche ein und zeigen, wie es heute um den Friedhof steht.</div><div class=\"\"><b>Station 2</b> befasst sich mit dem Polizeihaftlager Homburg/Nord. Die ehemals jüdische Tabakfabrik „Hewimsa“ wurde 1939 zu einem Polizeihaftlager umfunktioniert, das der „Umerziehung“ widerwilliger Arbeiter zu, im NS-Sinne, „geordneter Arbeit“ diente. Die Station ist in der Karlsbergstraße, damals „Deutsche Straße“, verortet, wo sich das Zentrum jüdischen Lebens in Homburg befand.</div><div class=\"\"><b>Station 3</b> beschäftigt sich mit dem Landeskrankenhaus und seiner Geschichte 1935-1945, der NS-Rassenhygiene und -Bevölkerungspolitik. Hier wurden von einigen Ärzten, u.a. Oscar Orth, Zwangssterilisationen durchgeführt. Eine Stele in der Uniklinik erinnert an die Opfer. Die Station ist gegenüber der Hohenburgschule, wo die 1935 geschlossene israelitische Schule untergebracht war. <br><b>Station 4</b> behandelt das Schicksal der Familie Salmon. Es geht um Deportation und Ermordung der jüdischen Mitbürger. Die Familie Salmon steht stellvertretend für die Schicksale aller jüdischer Menschen in Homburg zur NS-Zeit.<br><b>Station 5</b> beleuchtet die Ruine der ehemaligen Synagoge und ihre Geschichte. Die Synagoge wurde als Symbol für den Kampf der jüdischen Gemeinde für Toleranz und einen Ort zur Religionsausübung ausgewählt. Sie ist für die jüdische Gemeinde des Saarlandes bis heute ein bedeutender Ort des Gedenkens.<br>Rosa Salmon (Station 4) wurde im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion nach Gurs deportiert und verlor dabei ihr Leben. Nicht nur ihr Name steht auf dem „Mahnmal gegen das Vergessen“ (<b>Station 6</b>) am Alten Markt , das dem Gedenken an die Opfer des NS-Terrors gewidmet ist und das Vergessen verhindern soll. <br></div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Insgesamt lässt sich sagen, dass die Erinnerungsarbeit im Landkreis Homburg wenig präsent ist. Es gibt das „Mahnmal gegen das Vergessen“ und den Erinnerungsort der ehemaligen Synagoge, die jährlich im Rahmen der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht aufgesucht wird. Einige NS-Erinnerungsorte wie das Polizeihaftlager oder die Stele auf dem Campus des UKS sind aber gar nicht gekennzeichnet, schwer zu finden und v.a. einem Großteil der Einwohner unbekannt.Um diese Lücken zu schließen und an die Schicksale zu erinnern, haben wir verschiedene Stationen zusammengestellt. Wir erhoffen uns, die Erinnerungsarbeit in Homburg zu fördern und v.a. die Generation der SchülerInnen für eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte ihrer Heimat zu gewinnen.</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Das Seminarfach des Saarpfalz-Gymnasiums Homburg (2020/21)<br></div>",
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            "title": "Der Judenfriedhof",
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            "description": "<div><b>Geschichte des Friedhofs 1822 - 1934</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Der jüdische Friedhof besitzt heute den Status eines Baudenkmales. Seine Geschichte reicht vom frühen 19. Jh bis zu unserer heutigen Zeit, wo er mitunter die Aufgabe trägt, uns an die deportierten Juden aus Homburg, sowie alle Opfer des Holocaust zu erinnern, die während der Zeit des NS- Regimes in Konzentrationslagern unter inhumanen Bedingungen gefoltert, wie auch ermordet wurden. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">Beisetzung der Toten der jüdischen Gemeinde Homburg&nbsp;</b></div><div><b class=\"\">1822</b>&nbsp;Erwerb des Grundstückes durch die jüdische Gemeinde <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">1824 </b>erstmals belegt durch Rachel, Ehefrau des Daniel aus Mühlbach <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">1845</b> Erweiterung durch Kauf eines benachbarten Ackers <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">1870er Jahre</b> erneute Erweiterung nach Osten <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">1918</b> letzte Veränderung bis heute <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">1920</b>&nbsp;Idee und Wunsch eines neueren jüdischen Friedhofes <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">1930er Jahre</b> Verhandlungen mit der Stadt <br></div><div class=\"\"><b>1932</b>&nbsp;Beschluss des Stadtrates <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">1934</b>&nbsp;Offizielle Einweihung des Friedhofes <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Rituale und Sitten im Judentum:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">- Ruhefrist auf jüdischem Friedhof ist unbegrenzt&nbsp;</div><div class=\"\">- Friedhof = Haus des ewigen Lebens oder guter Ort&nbsp;</div><div class=\"\">- Beginn mit Gebet aus dem Buche Hiob&nbsp;</div><div class=\"\">- Rabbiner hält Gedächtnisrede Hesped&nbsp;</div><div class=\"\">- Lewaja = Pflicht der Juden etwas mit dem Verstorbenen mitzugehen, als Zeichen des Respekts&nbsp;</div><div class=\"\">- Nach Trauerfeier verstummen die Lobreden&nbsp;</div><div class=\"\">- Riss im Saum der Gewände, sinnbildlich für den Riss im Herzen&nbsp;</div><div class=\"\">- Drei Schaufeln Erde und der Sarg wird zugeschaufelt&nbsp;</div><div class=\"\">- Heilungsgebet Kaddisch wird gesprochen zum Aufstieg der Seele&nbsp;</div><div class=\"\">- Im Anschluss eine Woche tiefe Trauer \"Schiwa-Sitzen\" (alle Spiegel und Bilder im Haus werden abgehängt)</div><div class=\"\">&nbsp;- Sieben Tage wird keiner Arbeit nachgegangen, nur Sabbat ist wichtiger&nbsp;</div><div class=\"\">- Trauer = Ewel (hebräisch) <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Kaddisch</b> Das Kaddisch ist eines der wichtigsten Gebete im Judentum. Es entstand nach der Zeitenwende und es ist eine Lobpreisung Gottes. Die ältesten nachzulesenden Fassungen finden sich in Geniza-Fragmenten. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Der Friedhof als Erinnerungsort:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">- Der Friedhof ist für Juden ein Platz der Ewigkeit,da die Menschen dort für immer liegen bleiben, werden nicht wie bei den Katholiken/Evangelisten nach 20 - 30 Jahren/ bestimmter Zeit ausgegraben&nbsp;</div><div class=\"\">- Die Synagogengemeinde kümmert sich um die Gräber, für sie und alle anderen Juden ist es wichtig die Menschen, die dort liegen zu schützen und das Grab gepflegt zu halten\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div class=\"\"><i>Hinweis:<br>Das einstige Polizeihaftlager, auf das an dieser Station verwiesen wird, befindet sich in Homburg-Erbach, etwas abseits dieser Strecke (Link Google Maps). An dieser Stelle, dem ehemaligen Wohnviertel der jüdischen Bevölkerung und Wohnhaus der Familie Hirsch (damals Deutsche Straße 26), soll an dieses Lager erinnert werden</i>. <br><b><br>Geschichte des Polizeihaftlagers</b><br>Im November 1939 wurde die Errichtung des Lagers fertiggestellt. Als Räumlichkeiten diente die jüdische Tabakfabrik „Hewimsa“. Insgesamt war es für bis zu 150 Insassen ausgelegt und besaß Zuständigkeit für die Bereiche Homburg, Zweibrücken und St. Wendel der Organisation Todt. Außerdem war es das erste der drei Polizeihaftlager, die dem SS- Sonderlager Hinzert unterstellt waren.. Das Polizeihaftlager Homburg/ Nord bestand als Haftlager oder damals auch als sogenanntes „Erziehungslager“ bis Ende November 1940 und somit nur gerade etwas über ein Jahr. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Gewerbepark „Salvia“.<br><b><br>Funktion zu seiner Zeit</b><br>Als 1938 die Arbeiten am Westwall begannen und dort ca. 340.000 Arbeiter beschäftigt waren, verweigerten einige Männer aufgrund der schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen ihre Arbeit. Zum einen waren sie von Heimat und Familie weit entfernt und lebten in Baracken, zum anderen dauerte ein Einsatz zwischen 14 und 21 Tagen, wobei die Männer jeden Tag 13 Stunden lang körperlich äußerst anspruchsvolle und harte Arbeit leisten mussten. Die Bemühungen diesen Verweigerungen mit höherem Gehalt und der Unterstützung regelmäßiger Heimfahrten entgegen zu wirken, schlug fehl. Somit stieg die Zahl der aufgrund solcher „Vergehen“ Inhaftierten stetig, wodurch die örtlichen Gefängnisse überlastet wurden. Außerdem gingen entsprechend Arbeitskräfte verloren. Als man bemerkte, dass die Arbeiter nach der Haftstrafe nicht arbeitswilliger waren und eine Einweisung in ein Konzentrationslager als zu hart und nicht zielführend angesehen wurde, musste eine neue Lösung her. Diese bestand in der Einrichtung von Polizeihaftlagern, die zur sog. „Umerziehung“ der Männer dienen sollten. Diese „Zöglinge“ sollten durch paramilitärische Beschäftigungen, militärisch schikanösem Drill und vor allem viel und harte Arbeit zu „geordneter Arbeit“ im NS- Sinn „erzogen“ werden.<br><br><b>Organisation Todt:</b> Diese entstand im Mai 1938 als Adolf Hitler den durch den Autobahnbau bewährten Fritz Todt mit den Arbeiten für den bis dahin von der Wehrmacht geleiteten Bau des Westwalls beauftragte. <br><b>Westwall: </b>Der Westwall war eine befestigte Grenze zur Vorbereitung eines Krieges. Er zog sich mehr als 600 Kilometer vom südlichen Oberrhein durch die Eifel bis zum Niederrhein. <br><b>Paramilitärisch:</b> Truppen und Einheiten, die nicht zu den eigentlichen Streitkräften eines Landes gehören, aber dennoch militärisch ausgerüstet sind. <br><b>Baracken:</b> Primitive, enge Unterkunft. Meist aus Holz. <br><b>Exerzieren: </b>militärisch ausbilden / Übungen machen lassen <br><b>Zapfenstreich: </b>Zeitpunkt ab dem der Soldat im Quartier zu verbleiben hat.<br></div>",
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            "title": "Das Landeskrankenhaus Homburg",
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            "description": "<i>Hinweis<br>Das heutige Uniklinikum Homburg befindet sich etwas abseits dieser Strecke (Link zu Google Maps). Hier an der Hohenburgschule, die ehemals auch z.T. auch eine jüdische Schule war, soll daran erinnert werden</i>.<br><br>Das Krankenhaus,&nbsp; 1909 als „Pfälzische Heil- und Pflegeanstalt“ eröffnet, war zur damaligen Zeit sehr fortschrittlich. Im 1. Weltkrieg musste dann die Behandlung der psychisch-kranken Patienten einem Lazarett weichen. <br>Im Dritten Reiches wurde das Landeskrankenhaus&nbsp; zu einem „Ort der Unmenschlichkeit“. Nach der Rückführung des Saargebietes ins Deutsche Reich (1935), wurde das LKH in die rassenpolitischen Maßnahmen eingebunden. Es bildete sich eine „ideologisch instrumentalisierte Medizin“. Nachdem der Verabschiedung des sog.&nbsp; „Erbgesundheitsgesetz“ 1933 zur „Vermeidung erbkranken Nachwuchses“, begannen die Zwangssterilisationen, die v.a.in Homburg und Merzig durchgeführt wurden. Dieses Gesetzes war die Grundlage zur Verfolgung, Ausgrenzung und Ermordung psychisch erkrankter Menschen. Allein im Saarland wurden zwischen Nov. 1935 und Jan. 1944 ca. 2.886 Sterilisationsanträge an das „Erbgesundheitsgericht“ in Saarbrücken gestellt. Zwischen Ende 1935 und 1939 wurden im LKH nahezu 1.452 Patienten sterilisiert.<br>1939 sollte Platz für militärische Nutzung geschafft werden, weshalb zwischen 1.200 und 1.600 psychisch kranke Patienten aus Homburg und Merzig in andere Anstalten deportiert und dort getötet wurden (ca. 1/3 in der Tötungsanstalt Hadamar). <br><br>Oscar Orth war von 1922 bis 1947 Leiter des LKH und führte während der NS-Zeit mindestens eine Zwangssterilisation persönlich durch. Seit 1947 war Orth sog. „Ehrenbürger\" der Stadt Homburg, nach dem auch eine Straße und ein Wissenschaftspreis benannt wurden. Nachdem SZ-Reporter Christoph Braß 1994 von Orth unterzeichnete Operationsberichte zu den Sterilisationen in Homburg fand, wurden Ermittlungen gegen den bereits verstorbenen Arzt eingeleitet. Preis und die Straße wurden umbenannt. <br>Heute gilt Oscar Orth als einer der Hauptverantwortlichen für die schrecklichen Taten im LKH . <br><br><b>Die Bevölkerungspolitik der Nazis</b>: Die Fortpflanzung von „Ariern“ sollte gefördert, die von „Nicht-Ariern“ verhindert werden. Es gab Begünstigungen für arische Familien mit Kindern, jüdische Frauen wurden hingegen zur Abtreibung gedrängt. <br><b>Die NS-Rassenhygiene</b> stützt sich hauptsächlich auf den Sozialdarwinismus und ist aus zwei Teilen aufgebaut:&nbsp; der „positiven Eugenik“, d.h. dem Erhalten von „guten“ (arischen) Genen und der „negativen Eugenik“, dem Ausrotten von „schlechten“ (nicht-arischen) Genen.<br><div class=\"\"><b>Euthanasie im Saarland: </b>Einige Patienten, die zwischen 1939 und 1940 vom Landeskrankenhaus in andere Einrichtungen verlegt wurden, sind im Zuge der „T4-Aktion“ ermordet worden. Speziell im Landeskrankenhaus konnten keine „Tötungen“ nachgewiesen werden.</div><br>Seit 2020 steht auf dem Campus des UKS, Innenhof Gebäude 30, eine Stele im Gedenken an die Opfer der Zwangssterilisationen vor Ort (1935-1939) und des NS-Euthanasieprogramms.<br>",
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            "description": "Die jüdische Familie Salmon besaß das Manufakturwaren- und Konfektionsgeschäft \"Familie Aron Salmon Wwe.\" in der Eisenbahnstraße 6 sowie den Möbelhandel \"Familie Gebr. Salmon oHG\", der sich ebenfalls in der Eisenbahnstraße befand.<br>Am 28.02.1936 konnte man in der Nazipresse lesen: \"<i class=\"\">Die Juden sind aus Homburg schon so ziemlich verschwunden. Besonders die jüdische Geschäftswelt, die einst einen besonderen Prozentsatz der Kaufleute ausmachte hat sich auf ein Geschäft reduziert. (...)</i>\". <br><br>Dieses Geschäft gehörte der Familie Salmon. Nachdem alle jüdischen Betriebe zu kennzeichnen waren, musste auch Carl ein Schild mit der Aufschrift \"jüdisches Geschäft\" anbringen. Uniformierte Nazis notierten die wenigen Kunden. Fred Salmon, der Sohn von Carl und Alice Salmon, musste die Volksschule nach wenigen Monaten wieder verlassen und die jüdischen Volksschule in Mannheim besuchen. Auch die Namensgebung der 1938 geborenen Tochter von Karl und Alice Salmon war nicht frei, existierte doch seit August 1938 ein Katalog mit den , für jüdische Säuglinge zugelassenen, Vornamen. Die Salmons entschieden sich für den noch am meisten \"deutsch\"-klingenden Namen „Mathel“.<br><br><b>Die Reichspogromnacht</b>: Ziel war neben der Synagoge auch das Geschäft der Salmons. Am 10.11.1938 wurden die Schaufensterscheiben zerschlagen, die Hausfront beschädigt und das Warenlager verwüstet. Die Familie versteckte sich im 1. Stock. SS-Männer durchsuchten die Wohnung und beschlagnahmten 20.000 Reichsmark. Der Familie blieben 100 Reichsmark Eigenvermögen. Carl wurde ins KZ Dachau deportiert und blieb dort bis zum 31.01.1939.<br><div class=\"\"><b>Die „Wagner-Bürckel-Aktion“ am 22.10.1940:</b> Unter Leitung der Gauleiter J. Bürckel und R. Wagner wurden 6500 \"Volljuden\" aus Baden, Rheinlandpfalz und dem Saarland nach Südfrankreich „evakuiert“. Das Gepäck sowie der Zustand der verlassenen Häuser wurden überprüft, die Häuser versiegelt. Es blieben den Menschen 50 Kg Gepäck, 100 Reichsmark und eine Wolldecke. Alles andere musste zurückgelassen werden, wurde zunächst in Turnhallen verfrachtet und Mitte März 1941 versteigert. In der Synagoge wurde ein Heimatmuseum errichtet. Die Fahrt in die nicht besetzte Zone Frankreichs dauerte 72 Stunden. Die frz. Behörden wurden bewusst getäuscht, die Züge als Wehrmachtstransporte angekündigt, daher mussten sie für die Deportierten schnell einen Ort finden: Gurs. .&nbsp;</div><div>Die Deportation markierte das jähe Ende des 250 Jahre währenden Zusammenlebens von Juden und Christen in Homburg.</div><br><b>Carl, Alice Clementine, Fred Aron und Mathel Salmon</b>:&nbsp; Die Familie kam zunächst nach Gurs, dann ins Nebenlager Rivesaltes und wurde im Juli 41 entlassen. Im Oktober 1941 wurde Carl ins Männerlager nach Les Milles, Alice und die Kinder nach Marseille ins Hotel Levante gebracht. 1942 reiste die Familie in die USA aus.<br>- <b>Rosa Salmon </b>(geb. Herz) starb am 04. Dezember 1940 in Gurs<br>- <b>Paula Salmon</b> kam nach Gurs, wurde mit ihrem Bruder Carl nach Rivesaltes verlegt und im August nach Auschwitz deportiert und dort ermordet<br>",
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            "description": "<div><b>Geschichte der Synagoge</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Die Juden meinten, der geplante Gebrauch als jüdischer Tempel sei dem christlichen Gebäude würdiger als der bisherige Gebrauch, nämlich als Lagerort für Heu und Stroh oder sogar als Stall für Tiere. Auch wegen des Versprechens eines weitreichenden Umbaus, der das Gebäude sein christliches Aussehen verlieren ließ, wurde ein Antrag schließlich genehmigt. Nach dem Umbau wurde die Synagoge am 21. Februar 1862 feierlich eingeweiht. Die ehemalige Klosterkirche blieb bis 1938 der Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde in Homburg. Beim Novemberpogrom (1938) wurde die Synagoge zum Ziel antisemitischer Angriffe, wobei die gesamte Inneneinrichtung zerstört und der Davidstern entfernt wurde. Das Gebäude kam im Jahr 1939 in den Besitz der Stadt Homburg. Bei den Fliegerangriffen 1945 wurde die ehemalige Synagoge allerdings weiter zerstört. Das Synagogengebäude wurde 2000-2002 als Gedenkstätte instandgesetzt. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">Inneneinrichtung</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Über das Innere der Synagoge geben uns ein Bild vom Anfang des 20.Jahrhunderts und spätere Ausgrabungen Aufschluss. Sie enthielt typische Einrichtungsgegenstände einer Synagoge: - Thoraschrein zur Aufbewahrung der Heiligen Schrift - Die Menora = der Leuchter mit sieben Armen ist eines der wichtigsten Symbole des Judentums <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Bedeutung für die Synagogengemeinde</b>&nbsp;Bevor durch die Nationalsozialisten die Synagogen in ganz Deutschland zerstört wurden, gab es alleine im Saarland 23 Synagogen. Heute wird die ehemalige Synagoge in Homburg von der jüdischen Gemeinde mit gemischten Gefühlen betrachtet. Einerseits ist ihr bewusst, dass sie nicht mehr wirklich existiert, was die Gemeinde traurig stimmt. Andererseits ist sie stolz und glücklich darüber, dass die Juden ihre Synagoge trotz des Holocaust behalten wollten und alles dafür versucht haben.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "- Stelen zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus<br>- Einweihung: 12. November 2019<br>- 7 Stelen aus Granit bilden einen Halbkreis<br>- Auf 6 Stelen stehen die Namen von ehemaligen jüdischen Mitbürgern aus Homburg, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden<br>- Auf der mittleren Stele steht der Text: ,,<i>Wir gedenken der Opfer des nationalsozialistischen Terrors, der ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Stadt, der Menschen, die den Verfolgten geholfen haben, der Opfer von Krieg und Gewal</i>t“<br>- Izhak Hirsch, der Enkel der ermordeten August und Mathilde Hirsch, setzte sich schon seit Jahren dafür ein, dass an seine Großeltern sowie alle anderen Opfer erinnert wird<br>- Izhak Hirsch und Klaus Kell betonen, dass es kein leichter Weg war, diese Form des Gedenkens in Homburg zu realisieren<br>- Es gab eine politische Diskussion über die Notwendigkeit eines solchen Mahnmals<br>- Im Oktober 2018 beschloss der Stadtrat, dass das Mahnmal errichtet werden soll<br><div><br></div><div class=\"\"><b>Aussage des Künstlers Klaus Glutting</b><br></div><div><i>Das Mahnmal zum Gedenken an die NS-Opfer auf dem Marktplatz in Homburg wurde im Herbst 2019 aufgestellt. Bis es dazu kam, war es ein langer und schwieriger Weg, bei dem viele Kompromisse gefunden werden mussten. Zunächst war das Anliegen von Herrn Hirsch, \"Stolpersteine\" zu verlegen, verworfen worden.&nbsp;</i></div><div><i>Dann trat man an mich heran und fragte nach einem Entwurf zu einem entsprechenden Mahnmal. Ich entschied mich für eine Variation aus sieben Stelen aus grauem Granitstein. Diese sieben Stelen können auch die Menora symbolisieren. Die Aufstellung im Halbkreis und der Höhenunterschied vom Äußeren zum Inneren ist ganz bewusst gewählt. Damit wird eine \"Verweileinladung\" erreicht, sich in den Kreis zu begeben oder auch für Gruppen den Kreis zu schließen. So entsteht eine mentale Kraft, die zur Anteilnahme und Besinnung anregen kann. Die Schrifttafeln wurden in einem neutralen grau gewählt. Sie sollen nur die Namen der deportierten Homburger Juden tragen, die zum momentanen Zeitpunkt bekannt waren. Sicherlich gab es noch andere Homburger NS-Opfer, z.B. Sinti und Roma, Kommunisten, Opfer der NS-Euthanasie, die hier nicht namentlich erwähnt werden. Das war auch nicht die Aufgabe. Es sollten nur die ermordeten Juden erfasst werden. Die Namen auf dem Mahnmal sind mit den Recherchen von Herrn Hirsch und dem Stadtarchiv der Stadt Homburg abgestimmt. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Standortfrage. In der Karlsbergstraße wohnten vor dem Krieg die meisten Juden und nach dem Krieg die einzigen. Die Klostergasse mit der ehemaligen Synagoge liegt auf der Ecke zur Einmündung zur Karlsbergstraße. Bei den Rundgängen durch die Stadt gab es keinen besseren Ort als den, wo das Mahnmal jetzt seinen Platz gefunden hat. Man hat von dort den Blick zur Synagoge und in das ehemals \"jüdische Viertel\". </i></div><br>Arbeitsauftrag: Zentrales&nbsp; (Mahnmal gegen das Vergessen) vs. dezentrales Mahnmal (Stolpersteine) -&nbsp; Diskutiert, wofür ihr euch entschieden hättet und begründet eure Meinung<br><br>",
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            "description": "<div class=\"\"><b>Herzlich Willkommen zur Radtour auf und an der Deutsch-Französischen Grenze! Bienvenue à „Grenzerfahrungen“!</b></div><div><br></div><div class=\"\">Was anfänglich eine Idee von einigen Erwachsenen war, nämlich auf Rädern die dt-frz. Grenze zu „erfahren“ ist von den Fachoberschülern des TGBBZ1 dankbar aufgenommen und umgesetzt worden. Mit Unterstützung des Landesjugendring Saar wurden verschiedene Orte erkundet und gemeinsam aufgearbeitet:&nbsp; Die Freundschaftsbrücke in (Groß/Klein) Blittersdorf, die Spicherer Höhen, die Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm und der Deutsch-Französische Garten, die auch die wesentlichen Stationen der Radtour bilden.&nbsp;</div><div class=\"\">Neben der wechselvollen Geschichte der dt-frz. Orte wollten wir mehr über die Menschen erfahren, die dort leb(t)en, gekämpft haben, inhaftiert wurden oder heute ihre Zeit an diesen Orten verbringen. Dazu haben die Schüler Interviews geführt und sich mit Zeitzeug*innenberichten beschäftigt. Herausgekommen ist eine Sammlung von Bild-, Ton- und Textdokumenten, die die Vielschichtigkeit der dt/frz Beziehung in allem Freud und Leid beschreibt. Das „Rote Band“ dieser Tour sind unsere Fahrradfahrten auf und an der Grenze, mal gemütlich an der Saar, mal anstrengend in Richtung Spicheren. Eins wurde es nie: langweilig!&nbsp;</div><div class=\"\">Lasst euch ein auf eine Tour, die auch mit landschaftlichen Reizen nicht geizt und vertiefte Eindrücke liefert in eine Geschichte, in der jeden Tag ein neues Kapitel geschrieben wird.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Hier noch ein paar nützliche Infos bevor ihr die Tour startet: </b><br></div><div class=\"\">Für die gesamte Tour solltet ihr mit Pausen etwa 5-6 Stunden einrechnen.&nbsp;</div><div class=\"\">Die Strecke beinhaltet einige kleinere Anstiege, die etwas Kondition erfordern. Solltet ihr mit ungeübten Fahrradfahrer*innen unterwegs sein, plant etwas mehr Zeit ein.</div><div class=\"\">Bringt ausreichend Verpflegung (insbesondere Wasser) mit. Auf dem längsten Weg, zwischen Güdingen und Spicheren gibt es keine Einkehrmöglichkeiten.</div><div class=\"\">Das Handynetz wechselt auf der Strecke des Öfteren. Wir empfehlen deshalb die Tour vorab für den Offline-Modus herunterzuladen.&nbsp;</div><div class=\"\">Um die Audios besser verstehen zu können, nutzt am besten Kopfhörer.</div><div class=\"\">Denkt bitte an Fahrradwerkzeug und Fahrradpumpen.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Sprecher*innen: </b>Mohammed Aljened, Bjarne Immisch, Jan Josef Michel, Nelly Brügelmann, Didier Hilpert, Lucien Münnich, Thierry Melvin Kemche, Abresssitouré Tarik Saibou Beiteiligte Schüler*innen: Mohammed Aljened, Jad Bagdadi, Bjarne Immisch, Omran Mahfouz, Jan Josef Michel, Lucien Münnich, Thierry Melvin Kemche, Abresssitouré Tarik Saibou&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Diese Fahrradtour ist im Rahmen des Projektes „Radeln&amp;Erinnern“ am TGBBZ I - einer Berufsschule in Saarbrücken – entstanden. Von Anfang an haben wir uns des Sachverstandes von externen Kräften bedient. Ein Dankeschön an den Landesjugendring Saar mit dem Projekt „Damit kein Gras drüber wächst“ und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Das Projekt „Damit kein Gras drüber wächst“ wird seit 2023 gefördert durch die saarländischen Ministerien für „Bildung &amp; Kultur“ sowie für „Arbeit, Soziales, Frauen &amp; Gesundheit“.</div>",
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            "description": "<div><b class=\"\">Startpunkt Saarbrücken</b>&nbsp;</div><div>Startpunkt der Tour kann überall in Saarbrücken sein. Erster Haltepunkt der Tour ist die Freundschaftsbrücke in Kleinblittersdorf/Grosbliederstroff. Mit dem Fahrrad kommt man dorthin am Besten an der Saar entlang. Alternativ kann man den ersten Abschnitt der Tour auch mit der Saarbahn bis Kleinblittersdorf fahren und dort die Tour beginnen.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<b>Grenzgänger </b><br><div>Die Freundschaftsbrücke symbolisiert wie kein anderes Denkmal die Dt.-Frz.&nbsp; Freundschaft, denn sie verbindet die beiden Orte Kleinblittersdorf auf deutscher Seite und Grosbliederstroff in Frankreich. Als Gedenkort ist sie außergewöhnlich, denn sie ist kein reines Kunstobjekt mit starker Symbolkraft sondern wird ganz praktisch von den Anwohnern für den Grenzübergang genutzt. </div>Die Brücke besteht in ihrer frühesten Form seit 1880, wurde also z. Zt. des Deutschen Kaiserreichs gebaut. Zu dieser Zeit waren beide Länder noch verfeindet, die Saar war nach dem dt.-frz Krieg kein Grenzfluss mehr, denn Lothringen war in das Deutsche Reich eingegliedert worden. <br>Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde die Brücke vom frz. Militär gesprengt, um den Truppen der Wehrmacht den Grenzübergang zu erschweren. <br>Erst 1964, etwa ein Jahrzehnt nach Kriegsende, wurde eine neue Brücke errichtet. Den Namen „Freundschaftsbrücke“ trägt sie offiziell erst seit dem Jahre 1968. Für die Neukonstruktion wurde ein Teil der alten Wilhelm-Heinrich-Brücke von Saarbrücken über die Saar nach Kleinblittersdorf verschifft und am dortigen Ufer angebracht. Der sogenannte „Kummersteg“ war allerdings zu kurz, um bis ans frz. Ufer zu reichen, sodass die Französische Seite noch eine eigene Holzkonstruktion hinzufügte. Lange Zeit gab es für den Teil, den es noch – im wahrsten Sinne des Wortes – zu überbrücken gab, eine Fähre, die von einer Fährfrau namens Anna gezogen wurde. Anna ist den Anwohner*innen von Grosbliederstroff und Kleinblittersdorf noch recht lebhaft im Gedächtnis, hat sie doch den Grenzübergang überhaupt erst möglich gemacht. <br>Während dieser Zeit stand auf deutscher Seite ein Haus in dem die Fährleute wohnten. 1993 wurde die Brücke neu gebaut. Die Brückenteile waren zu alt geworden, die Instandhaltung zu kostspielig. Außerdem brauchte es eine Umgestaltung der Verkehrswege. Die neue Brücke war nicht nur eine einheitliche Konstruktion, sie wurde auch erhöht, um den Straßenverkehr auf der neu errichteten B51 zu ermöglichen. Auch das alte Fährhaus wurde abgerissen. An dessen Stelle stehen heute Bäume. <br>Heute ist auf der Freundschaftsbrücke ein gewundenes Band aus den beiden Nationalflaggen aufgemalt, das von den Worten „Willkommen“ und „Bienvenue“ umrahmt wird. Während der Restriktionen durch Covid-19 gab es zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder Grenzkontrollen auf der Brücke. <br><div>Um mehr über das Leben an der Grenze zu erfahren, haben wir mit Didier Hilpert gesprochen, der in Grosbliederstroff aufgewachsen ist. Das Interview findet ihr in den Audios. <br></div><div><br></div><i>Bildquellen:</i><br><i>Bild 1: Die erste Brücke zwischen Kleinblittersdorf und Grosbliederstroff (1880-1939) <br>Bild 2: Die Fährfrau Anna beim Transport zweier Frauen über die Grenze<br>Bild 3: Das Fährhaus der Fährfrau Anna auf deutscher Seite<br>Bild 4: Der „Kummersteg““ mit hölzernem Anbau (1964-1993)<br>Bilder 1-4:&nbsp; SHAG Museum Grosbliederstroff<br>Bild 5: Interview mit Didier Hilpert im April 2022, Foto: Guido Vogel-Latz</i><br><br><br>",
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            "description": "<b>Wilde Ente</b>&nbsp;An der wilden Ente geht es links ab auf die Saarstraße, dieser folgen und dann rechts auf die Friedrich-Ebert-Straße abbiegen. Den Kreisverkehr an der zweiten Ausfahrt verlassen, um der Friedrich-Ebert-Straße weiter zu folgen. Hinweis: Die Wilde Ente eignet sich auch gut als kleiner Zwischenstopp mit einem netten Biergarten. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag: 11:45 - 23:00 Uhr Küche: 12:00 - 21:00 Uhr  mehr Infos: <a href=\"https://www.wilde-ente.de/\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.wilde-ente.de/</a><div><br></div>",
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            "description": "<b>Abbiegen auf \"Rue de Simbach\"</b>&nbsp;Am Ortseingang von \"Alsting\" geht es links auf die \"Rue de Simbach\". Dieser bis zur nächsten Kreuzung folgen und rechts auf die \"Rue Robert Schumann\" abbiegen. Dort startet der Fahrradweg durch das Simbachtal. Bis zum nächsten Navigationspunkt einfach dem Fahrradweg folgen. Hinweis: Entlang dem Fahrradweg gibt es Bänke, die zum Verweilen in der Natur einladen.\r<div><br></div>",
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            "description": "<b>links auf \"Rue Saint-Jean\"</b>&nbsp;Nach der Steigung dem Fahrradweg weiter auf die \"Rue Saint-Jean\" folgen. Danach direkt rechts abbiegen, um dem Fahrradweg weiter zu folgen.\r<div><br></div>",
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            "description": "<b>rechts auf Rue Saint-Laurent&nbsp;</b>Rechts abbiegen auf die „Rue-Saint-Laurent“ und auf der Straße weiterfahren indem ihr der Linkskurve folgt, bis ihr an die „Rue des Hauteurs“ (Hauptverkehrsstraße) kommt. Dort rechts abbiegen. Der „Rue des Hauteurs“ so lange folgen, bis ihr die Spicherer Höhen erreicht habt.\r<div><br></div>",
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            "description": "<div><b>Grenzkonflikte Die Schlacht bei Spicheren am 6. August 1870</b>&nbsp;</div><div><br></div><div class=\"\">Gleich zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges kam es am Grenzübergang bei Saarbrücken zu einer blutigen Schlacht auf den Anhöhen von Spicheren. Die Französische Armee unter General Frossard hatte sich am Tag zuvor aus Saarbrücken zurückgezogen. Warum – das ist bis heute nicht ganz klar. Wollte er die Deutschen in eine Falle locken? Schließlich hat sich Frossard auf die Anhöhen von Spicheren, auf den sogenannten „roten Berg“ zurückgezogen. Eine äußerst vorteilhafte Position, da sich die Preußischen Truppen einen steilen Hang hinauf kämpfen mussten, der auf zwei Seiten dicht bewaldet war.   Die Preußischen Truppen unter General von Kameke glaubten jedenfalls, dass Frossard auf einem Rückzug war und folgten ihm nach. Kameke rechnete nicht damit, dass die Franzosen auf dem roten Berg auf ihn warteten, er dachte, dort seien nur noch kleine Truppenverbände übrig, die den Rückzug sichern sollten. Die aus diesem Missverständnis entstandene Schlacht wurde blutig und erbittert. Auf beiden Seiten gab es enorme Verluste.   Heute wie damals erscheint es unglaublich, dass die Preußische Seite diese Schlacht gewonnen hat. Die Soldaten waren durch lange Märsche in glühender Hitze erschöpft und hatten kaum Zeit zu verschnaufen. Um den steilen Hang besser erklimmen zu können, zogen sich einige der deutschen Soldaten Stiefel und Socken aus, und kämpften sich barfuß den Berg hoch. Viele steckten ihre Waffen weg und zogen sich an Sträuchern und Bäumen hoch, um nicht den Halt zu verlieren.   Im Nachhinein wurden ebendiese Dinge dazu genutzt, die Preußischen Soldaten zu Helden zu verherrlichen. Der Sieg wurde ausschließlich Deutscher Tapferkeit, Stärke und Disziplin zugeschrieben. In Saarbrücken und der Umgebung entstand ein regelrechter Heldenkult*¹, um die Schlacht bei Spicheren und ihre Bedeutung zu feiern.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Im Audio bekommt ihr weitere Infos zum heutigen Erinnerungsort und zur \"Schlacht bei Spicheren\". <i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\">*¹ Heldenkult = in diesem Fall: übertriebene Verehrung der preußischen Soldaten, die in dieser Schlacht gekämpft haben.</i>&nbsp;<i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bildquelle:</i>&nbsp;<i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bild1: General Georg Arnold Carl von Kameke (1817 - 1893). Preußischer General und Kriegsminister. Foto: Wikimedia Commons&nbsp;</i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bild2: General Charles Auguste Frossard (1807 - 1875). Französischer General, leitete die 14. Division.  Foto: Wikimedia Commons&nbsp;</i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bild 3: Chassepot-Gewehr mit Bajonett. Eines der ersten Hinterladergewehre, entwickelt von Antoine Chassepot. Foto: Wikimedia Commons&nbsp;</i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bild 4: Detailaufnahme: Verschluss mit außenliegendem Hahn. Die Konstruktion aus Kammer und Schlösschen ermöglichte schnelles Nachladen. Foto: Wikimedia Commons&nbsp;</i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bild 5: Positionen der Preußischen und Französischen Truppen während der Schlacht von Spicheren. Foto: Wikimedia Commons</i></div><div><br></div>",
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            "description": "<b>Restaurant Woll</b> Im Restaurant Woll gibt es sehr leckere Flammkuchen. Als große Gruppe solltet ihr vorher einen Tisch reservieren. Das Restaurant ist Mittwoch bis Sonntag von 12-23 Uhr geöffnet. Weitere Infos: <a href=\"https://www.restaurant-woll.com/\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.restaurant-woll.com/</a><div><br></div>",
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            "description": "<b>Kreisverkehr: dritte Ausfahrt</b>&nbsp;Am Kreisverkehr angekommen, nutzt bitte die Fußgängerüberwege, um auf die andere Straßenseite auf die „Metzer Straße“ in Richtung Forbach zu gelangen. Die Gedenkstätte befindet sich nach der Brücke auf der linken Seite. Wenn ihr die Mauer mit dem blauen Leuchtschriftband seht, seid ihr richtig.\r<div><br></div>",
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            "title": "\"Entgrenzte Gewalt\"",
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            "description": "<div><b>\"Entgrenzte Gewalt\" Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Von Frühjahr 1943 bis Herbst 1944 nutzte die Gestapo in Saarbrücken wegen der Überfüllung der Gefängnisse ein Barackenlager*¹ auf der Neuen Bremm als „erweitertes Polizeigefängnis“. Das Gestapo-Lager Neue Bremm bestand aus einem Männer- und einem Ende 1943 erbauten Frauenlager.&nbsp;</div><div class=\"\">Diese beiden Lager waren durch einen öffentlich nutzbaren Weg voneinander abgetrennt. Ursprünglich war es dazu bestimmt, verhaftete Frauen und Männer (insb. Zwangsarbeiter*innen aus der Sowjetunion) innerhalb kurzer Zeit zu „disziplinieren“ und nach wenigen Tagen oder Wochen wieder zu entlassen. Darüber hinaus diente es aber auch der Inhaftierung politischer Gegner*innen oder Kriegsgefangener, insbesondere aus dem angrenzenden Frankreich.&nbsp;</div><div class=\"\">Durch die Lage, nur wenige Meter von dem damals annektierten*² Lothringen entfernt, entwickelte sich das Gestapo-Lager an der Neuen Bremm schnell zu einem wichtigen Umschlagplatz bei Transporten von Inhaftierten aus dem Süden Europas in die großen Konzentrationslager wie beispielsweise Buchenwald, Dachau oder Ravensbrück.&nbsp;</div><div class=\"\">Insgesamt 20.000 Menschen wurden in der kurzen Zeit inhaftiert, teilweise 600 bis 800 Häftlinge zur selben Zeit. 82 Menschen starben nachweislich infolge der menschenunwürdigen und brutalen Verhältnisse im Lager.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Im Audio findet ihr einen Zeitzeugenbericht von Georges Jouffron, einem damals fünfzehnjährigen Franzosen, der wegen seiner Widerstandstätigkeiten in Frankreich am 21. Dezember 1943 im Lager an der Neuen Bremm interniert wurde.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Weitere Informationen zur Geschichte des Lagers und dem Umgang mit dem heutigen Erinnerungsort seit 1945 findet ihr auf der Innenseite der Mauer sowie in einer weiteren Tour in der App „Orte der Erinnerung“. <i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\">*¹Barackenlager = Lager mit einfachen Behausungen, meist aus Holz&nbsp;</i></div><div class=\"\"><i class=\"\">*²annektieren = ein Gebiet gewaltsam und widerrechtlich (militärisch) in Besitz nehmen&nbsp;</i></div><div class=\"\"><i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bildquellen:&nbsp;</i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bild 1: Luftbild mit Markierungen des Gestapo-Lagers Neue Bremm etwa 1944, Foto: Initiative Neue Bremm&nbsp;</i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bild 2: Aufnahme des Barackenlagers Neue Bremm etwa 1943 von der gegenüberliegenden Straßenseite, Foto: Initiative Neue Bremm&nbsp;</i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bild 3: Schematische Zeichnung der Aufteilung im Männerlager, Foto: Initiative Neue Bremm&nbsp;</i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bild 4: Personalausweis von Geoges Jouffron, Foto: Horst Bernard&nbsp;</i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bild 5: Karte des besetzten Frankreichs von November 1942 bis September 1943, Foto: Eric Gaba, Wikimedia Commons</i></div><div><br></div>",
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            "title": "Weg zum DFG",
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            "description": "<div><b>Weg zum Deutsch-Französischen Garten</b>&nbsp;</div><div>Um zur nächsten Station zu gelangen, fahrt wieder entlang des Fahrradwegs zurück zum Kreisverkehr. Diesen überquert ihr dann geradeaus am Fußgängerüberweg und nehmt die Ausfahrt in Richtung „Alt-Saarbrücken“. Auf der linken Seite der Straße befindet sich ein geteilter Fuß- und Radweg, der immer geradeaus zum Deutsch-Französischen Garten führt. Am DFG angekommen, fahrt ihr durch den Südeingang auf dem Fahrradweg bis zum Ehrenfriedhof, wo sich der nächste Infopunkt befindet.\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Grenzenlos",
            "subtitle": "Deutsch-Französischer Garten",
            "description": "<b>Grenzenlos</b><br>Der Deutsch-Französische Garten (kurz: DFG) ist heute der größte Park der Stadt. Er ist ein wichtiges Symbol für die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich. Doch seine Geschichte birgt eine Vielzahl von Wendungen. <br>Ursprünglich war das Gebiet des heutigen DFG eine Acker-, Wiesen- und Waldlandschaft. <br>Während des Dt.-Frz Krieges 1870/71 wurde es zum Schlachtfeld unterhalb der Spicherer Höhen. Bereits einen Tag nach der Schlacht wurden hier die ersten gefallenen Soldaten beigesetzt, was den heute noch erhaltenen Ehrenfriedhof zu einem der ältesten in Deutschland macht. <br>Die Denkmale und der Friedhof wurden bei der Neugestaltung des DFG in den 1960er Jahren bewusst als mahnendes Sinnbild für eine friedliche Erinnerung an die Vergangenheit integriert.<br>1872 erwarb die Stadt das Areal des sogenannten „Deutschmühlentals“ und verwandelte es in ein Naherholungsziel. Der Deutschmühlenweiher wurde im Sommer zur Fischzucht und im Winter zum Schlittschuhlaufen genutzt. <br>1932 wurde hier der erste Zoo Saarbrückens eröffnet. Im Gegensatz zum 1. Weltkrieg,&nbsp; spielte das Gelände bereits vor Beginn des 2. Weltkriegs eine wichtige Rolle für die deutsche Verteidigung. Als Antwort auf die frz. „Maginot-Linie“ wurden bereits ab 1935 Panzersperren und insgesamt 18 Bunker als Teil des „Westwalls“ errichtet. Die Panzersperren sind heute nicht mehr sichtbar, da sie unter dem „Tal der Blumen“ liegen.&nbsp; Einige der Bunker sind allerdings heute noch zu sehen und wurden bei der Eröffnung des DFG sogar als Milchbars und Weinstuben genutzt. <br>Über die Nutzung nach dem 2. Weltkrieg bis zur Angliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1957, ist nur wenig bekannt. Aber bereits im selben Jahr entstand die Idee eine dt.-frz.&nbsp; Gartenschau auszurichten, die ein Zeichen der neuen dt.-frz Freundschaft setzen sollte.&nbsp; Eröffnet wurde sie am 23. 4.1960 von politischen Vertreter*innen und rund 30.000 Gästen aus Deutschland und Frankreich. Seither hat sich der DFG&nbsp; nur wenig verändert. Noch heute kann man hier die Landschaftsarchitektur der 1950er und 1960er Jahre sehen, seit 2001 steht er sogar unter Denkmalschutz. <br>Auch wenn es einige Attraktionen wie die Gulliver-Welt, die Seilbahn oder die Kleinbahn heute nicht mehr gibt, die Idee, einen Ort der dt.-frz. Freundschaft und Begegnung zu schaffen, ist wohl aufgegangen. <br>Wir haben uns bei Passant*innen umgehört. Ihre findet ihr Eindrücke im Audiobeitrag. <br><br>Verwendete Quellen:<br><a href=\"https://www.saarbruecken.de/kultur/stadtarchiv/schaufenster_stadtgeschichte/spotlights/60_jahre_dfg\" class=\"link external\" target=\"_blank\">Website</a> der Landeshauptstadt Saarbrücken<br><a href=\"https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/dossiers/saarhundert/saarhundert_1960_deutsch_franzoesischer_garten_100.html\" class=\"link external\" target=\"_blank\">Jonathan Jonoschka, 1960 – Die Gründung des DFG, Nachrichten-Dossier „Saarhundert“ vom 9.11.2020</a><br><div><br></div><div class=\"\">Bildquellen:&nbsp;</div><div class=\"\">Bild 1: Ehrenfriedhof: Stadtarchiv Saarbrücken, Aufnahmedatum ist uns nicht bekannt</div><div class=\"\">Bild 2: ehemalige Parkanlagen: Stadtarchiv Saarbrücken</div><div class=\"\">Bild 3: Höckerlinie im Deutschmühlental: : Landesarchiv SB, B 557</div><div class=\"\">Bild 4: Seilbahn: Hartung - Landesarchiv SB</div><div class=\"\">Bild 5: Schüler des TGBBZ: Guido Vogel-Latz<br></div>",
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                    "title": "TGBBZ1 Schüler recherche DFG"
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            "title": "Rückweg Saarbrücken",
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            "description": "<div><b>Rückweg Saarbrücken</b>&nbsp;</div><div>Um nach Saarbrücken zu fahren, folgt am besten dem Fahrradweg durch den Deutsch-Französischen Garten. Am Nordeingang angekommen, fahrt ihr weiter geradeaus am Calypso-Schwimmbad vorbei und biegt dann auf die Gersweiler Straße ab. Dort folgt ihr dem Fahrradweg weiter, bis ihr an die Kreuzung Vorstadtstraße/Eisenbahnstraße kommt. Hier biegt ihr links ab. An der Kreuzung Stengelstraße angekommen, biegt ihr rechts ab und gelangt dann über die Wilhelm-Heinrich-Brücke ins Stadtzentrum von Saarbrücken.\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Die neue  Frauenbewegung",
            "subtitle": "Saarbrücken",
            "description": "Die neue Frauenbewegung in der BRD entsteht wie in anderen westeuropäischen Ländern in Zusammenhang mit der antiautoritären Studentenbewegung Ende der 60er Jahre. Dort ist zwar viel von Unterdrückungsmechanismen in der Gesellschaft die Rede, aber es sind Männer, die das große Wort führen und die ihr anerzogenes diskriminierendes Verhalten gegenüber ihren Genossinnen nicht zu reflektieren bereit sind.<br>Gerne wird deshalb der Tomatenwurf von Sigrid Rüger auf dem Kongress des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes 1968 auf ihre männlichen Genossen als symbolische Geste des Beginns der neuen Frauenbewegung gelesen.<br>Die Frauen haben dabei bald die Gesamtheit der gesellschaftlichen Verhältnisse im Blick, es geht ihnen nicht um eine reine Partizipation und Gleichstellung des weiblichen Geschlechts, nein, es geht um einen grundlegenden Wandel der gesellschaftlichen Ordnung und das bis in die privaten Beziehungen hinein, gemäß der Parole „Das Private ist politisch“.<br>Aber nicht nur in Berlin, sondern bald in der gesamten Bundesrepublik gibt es „Frauenbewegung“ in Form von Frauengruppen, Frauenzentren, Aktionen und Protagonistinnen.<br>Auch in Saarbrücken. Auch von hier aus führen wegweisende Impulse zu Gesellschaftsveränderung, aber auch hier verliert die Frauenbewegung durch ihre zunehmende Institutionalisierung seit den 90er Jahren ein Stück ihrer früheren Radikalität und Sprengkraft.<br>Der neuen Frauenbewegung in Saarbrücken, ihrer Entwicklung und ihren Folgen wollen wir in diesem Rundgang nachspüren.<br><br>Die beigefügten Quellen speisen sich alle aus dem Regionalhistorischen Archiv der FrauenGenderBibliothek Saar.<br><br>Der Rundgang in der App wird gefördert durch das Bundesprogramm \"Demokratie leben!\" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Saarbrücken.<br>Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ bzw. des BAFzA dar. <br>Für inhaltliche Aussagen trägt die Autorin bzw. die Autorinnen, damit also die FrauenGenderBibliothek Saar die Verantwortung.",
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            "title": "Der Frauenladen",
            "subtitle": "Cecilienstraße 29",
            "description": "&nbsp;Hier gibt es ab 1975 den „Frauenladen“ – „Wiege der autonomen Frauenbewegung“ vor Ort.<br>Die erste Spur soll laut Zeitzeuginnen die Zeitungsannonce einer Frau gewesen sein, die in der Saarbrücker Zeitung zur Gründung einer Frauengruppe aufgerufen hat. Immer größer wird die Gruppe von Studentinnen und jungen Berufstätigen, die beginnen, über das Selbstbestimmungsrecht der Frau hinsichtlich Sexualität und Reproduktion, die allgegenwärtige Gewalt gegen Frauen sowie das konservative Familienbild zu diskutieren.<br>Zwei Jahre später finden sie in der Cecilienstraße 29 mitten im alternativ-bewegten Nauwieserviertel eine geräumige, wenn auch schlecht beheizbare Ladenwohnung, den Frauenladen. Von seinem Inneren ist kein Foto überliefert, aber die Frauen erinnern sich an einen 20 qm messenden Raum mit Ölofen, mit alten Matratzen auf dem rohen Holzboden und Kakteen auf der Fensterbank. Die Wände, grellrot angestrichen und voller Plakate, Buttons und Demonstrationsaufrufe. Der feministische Aufruhr ist in der Provinz angekommen.<br>Bald gibt es wöchentlich ein zentrales Plenum, ab 1975 mehrere Selbsterfahrungsgruppen (Consciousness-Raising) nach amerikanischem Vorbild, eine Beratungsgruppe zum § 218, eine Selbstuntersuchungsgruppe und eine Theoriegruppe, die sich mit feministischen Vordenkerinnen auseinandersetzt.<br>Neben den Gruppensitzungen und Aktivitäten gehen die Frauen an die Öffentlichkeit: Schon 1975 wird die erste Demonstration in Saarbrücken gegen den § 218 organisiert.<br>Bald gibt es viele Gruppen und Projekte, was aber die eine große Bewegung im Kampf gegen das Patriachat aufsplittert und schwächt. Eine „Krise der Frauenzentren“ wird damals vielerorts beklagt und eine 1981 einberufene Generalversammlung im Frauenladen wünscht sich eine Rückbesinnung auf eine gemeinsame feministische Perspektive jenseits der eigenen Betroffenheit.<br>Letztlich sind es diese Entwicklungen und nicht zuletzt ein Wasserschaden, der die Ära des autonomen Frauenladens 1985 beendet.<br><br><b>Bildquellen:</b><br>Frontalansicht des ehemaligen Frauenladens in der Cecilienstraße, FGBS Archiv, Arch 69-244<br>Donnawetter 03(1985)<br><b>Tonquellen:</b><br>Zeitzeuginnen-Interview mit G. P. 2019, FGBS Archiv, Arch 129-6<br><br>",
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            "title": "Frauenkneipe Cafè Jonas",
            "subtitle": "Försterstraße 22",
            "description": "Die Frauenfeste, und damit verbunden auch Frauenmusik, gehören zur Frauenbewegung und sind in ihrer gruppenstabilisierenden Wirkung nicht zu unterschätzen. In den „männerfreien Räumen“ gibt es keine Gaffer am Tanzflächenrand, keine Gefahr für weinselige Frauen und die Barrieren, die noch vorher im Frauenladen für Diskussionen gesorgt haben, fallen weg und stärken das Gemeinschaftsgefühl der Frauen. Gefeiert wird im Frauenladen, in den einzelnen Arbeitsgruppen, später auch im Frauenreferat an der Universität, in WGs und auch in Kneipen.<br>Direkt neben dem Frauenladen liegt das Moby Dick, aber die „Bewegungslesben“, seit 1977 als Lesbengruppe in der Cecilienstraße präsent, und die „Sublesben“ haben wenig Kontakt miteinander: Die Sublesben sind meist erwerbstätige Frauen, auch aus der Provinz. Sie treffen sich, um zu trinken und zu flirten, prangern aber nicht wie die „Bewegungslesben“ gesellschaftliche Verhältnisse an.<br>Die Frauenzeitschrift Lila Distel urteilt 1983 bei der Aufzählung von Frauenkneipen über das Moby Dick „95% weibliche Besucherinnen, Freitag und Samstag auch Tanzen, zum Klönen zu laut, „Du kannst dort sehr feucht fröhliche Nächte erleben“.<br>Hier im Café Schrill, früher das Café Jonas, starten im November 1980 einige Frauen des Frauenladens das Experiment einer allmonatlichen Frauenkneipe an einem Samstag. Der selbstorganisierte Thekendienst und die an den Interessen der Frauen orientierte Musik kommen gut an. Der Umsatz kommt der Frauengruppe zugute, später kann an die im Thekendienst tätigen Frauen eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden – ein erster Schritt in Richtung bezahlter Arbeitskräfte. Ab 1992 muss man, aufgrund einer Konzessionsänderung, in das Filmhaus umziehen.<br>Auch an der Uni werden Frauenfeste und Konzerte organisiert. Legendär ist das Konzert mit der Frauenband Schneewittchen am 23.11.1979 im Audimax, welches viel Engagement von den im Organisieren von Events noch unerfahrenen Frauen erfordert. Mit nächtlichen Plakatklebeaktionen werden hunderte Besucherinnen mobilisiert, während des Konzerts setzt sich der Konzertflügel in Bewegung und stürzt in den Zuschauerraum. Das Konzert bleibt als großartiges Event in Erinnerung der Zeitzeuginnen.<br><br><b>Bildquellen:</b><br>Frauenfest in Saarbrücker WG 1980, FGBS Archiv, Arch 69-248<br>Schnewittchen-Konzert 1979, FGBS Archiv, Arch 69-35<br><b>Tonquellen:</b><br>Zeitzeuginnen-Interview mit G. P. 2019, FGBS Archiv, Arch 129-6<br>Zeitzeuginnen-Interview mit M. B. 2019, FGBS Archiv, Arch 129-5<br><br>",
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            "title": "Frau e.V.",
            "subtitle": "Försterstraße 39  - Frauenstudienweiterbildungsprojekt an der Universität des Saarlandes",
            "description": "Die Frauen des 1990 gegründeten Vereins frau e.V. dürfen hier von 1992 bis 2001 den Personalraum des Paritätischen Bildungswerk für ihre Sitzungen an jedem 2. und 4. Donnerstag im Monat nutzen. Frau e.V. wird von Absolventinnen des Frauenstudienprojektes an der Uni Saarland gegründet, als Reaktion auf die Beendigung eines eigentlich erfolgreichen Modellprojektes.<br>Seit 1979 bemüht sich die Soziologiestudentin Margitta Wendling - sowohl im Frauenreferat an der Universität, als auch im Frauenladen aktiv – in Anlehnung an andere Frauenweiterbildungsbewegungen auch hier einen Studiengang mit frauenspezifischen/feministischen Inhalten zu implementieren. Zunächst nur für Universitätsangehörige, wenig später als Modellversuch für Frauen ohne Hochschulzugangsberechtigung entwickelt sie 1984, gemeinsam mit anderen Frauen, ein Frauenstudienangebot. 120 Interessentinnen zwischen 22-69 Jahren bewerben sich, der große Ansturm auf das von Raum- und Geldnot geplagte Projekt zeigt das große Defizit, das in Sachen Frauenweiterbildung herrscht. Gerade die feministischen Ansätze sind für die Frauen von entscheidender Bedeutung und so kann die hiesige Frauenbewegung in einer völlig milieufremden Gruppe Fuß fassen. Für kurze Zeit gibt es eine grundlegende feministische Aus- und Bewusstseinsbildung an der Hochschule, unter anderem durch mehrere Frauenforschungstagungen (1987) und zwei gut besuchte Frauen-Hochschulwochen (1988, 1990).<br>Doch die patriarchale Beharrlichkeit der Universität siegt, und trotz der Erfolge wird das Modellprojekt nicht mehr finanziert. Viele Absolventinnen, inzwischen in verschiedenen Projekten und Arbeitsfeldern tätig, tragen den Gedanken parteilicher Arbeit für Frauen engagiert weiter. Und die Frauen von Frau e.V. sorgen fortan für ihre eigene lebenslange Weiterbildung.<br>Schon zuvor gibt es feministischen Aktivismus an der Universität: 1976 findet eine erste Frauenvollversammlung statt, letztlich Ausgangspunkt des teilautonomen Frauenreferats im AStA, das insbesondere mit einem bundesweit beachteten Kongress „Frauen und Militarismus“ 1981 von sich reden macht. 500 Frauen folgen dem Protest gegen die Verkehrung des feministischen Emanzipationsprojektes mit dem Ziel, den Wehrdienst auch für Frauen salonfähig zu machen.<br><b><br>Bildquellen: </b><br>Frauenstudienweiterbildungsprojekt: Flyer. Logo und Teilnahmeschein, FGBS Archiv, Arch 28-09, Arch 28-05<br>Kongress Frauen gegen Militarismus 1986, Universität des Saarlandes; FGBS Archiv, Arch 69-39, Arch 69-44, Arch 69-46, Arch 69-229<br><b>Tonquellen:</b><br>Zeitzeuginnen-Interview D. S. und Absolventinnen des Frauenstudienweiterbildungsprojektes 2024, FGBS Archiv, Arch 28-13<br><br>",
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            "title": "Auslagestelle der Lila Distel",
            "subtitle": "Gasthaus Bingert",
            "description": "In den 70er Jahren entstehen zunehmend feministische Presseerzeugnisse. Bundesweite Reichweite hat die Berliner Courage und die Kölner EMMA. Abseits der Zentren gründen sich, meist in Universitätsstädten, regionale, kleinere autonome Frauenzeitungen.<br>Die Nummer 1 der Saarbrücker LILA DISTEL erscheint im Mai 1979, begründet durch Studentinnen und andere Frauen des Frauenladens. In der Gaststätte Bingert ist eine der Verkaufsstationen der Zeitung und der „Place to be“ nach den wöchentlichen Redaktionssitzungen. Die Hefte erscheinen zweimonatlich in einer Auflage von 500 Stück und können in Kneipen, alternativen Buchläden oder im Pressecenter in der Karstadt-Passage erworben werden. Heute sind die Hefte eine gute Quelle für den Rückblick auf die Frauenbewegung vor Ort, vor allem weil die Redakteurinnen in alle lokalen Aktivitäten, insbesondere die der Frauen- und Lesbenbewegung, involviert sind. Der subjektive, leidenschaftliche Schreibstil, die Kontroversen und Selbstverständigungsprozesse lassen bei der Lektüre die frauenbewegte Zeit in Saarbrücken lebendig werden.<br>Das Ende der ehrenamtlichen Zeitungsarbeit 1984 ist nicht nur getragen von einem Ermüden der Redaktionsgruppe, sondern auch durch Veränderungen innerhalb der Frauenbewegung und Leserinnenschaft. Aus den autonomen Gruppen sind Projekte mit Hauptamtlichen geworden, andere wagen den „Marsch durch die Institutionen“, manche ziehen sich ins Privatleben zurück. Mit einer letzten Ausgabe mit dem Titel „Haben wir Hexen ausgehext?“, die sich ihrer eigenen Krise und der der Frauenbewegung widmet, verabschieden sich die Frauen im Frühjahr 1984.<br>Allerdings gibt es noch einige jüngere Redakteurinnen, die das Zeitungsprojekt nicht aufgeben wollen. Mit Hilfe der Ressourcen der „Distelfrauen“ machen sie sich ans Werk und geben 1984 die erste „Donnawetter“ heraus. Ab 1989 verfügt die Redaktion dank Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und Vereinsstatus, ähnlich wie andere Frauenprojekte, über eine hauptamtliche Mitarbeiterin. Dennoch spürt man, dass die „Donnawetter“ anders als noch ihre Vorgängerin „Lila Distel“ nicht mehr so involviert in das aktuelle Geschehen vor Ort ist. Mangelnder Nachwuchs führt dazu, dass 1997 die letzte Ausgabe der „Donna Wetter“ erscheint.<br><br><b>Bildquellen:</b><br>Fragebogen, Lila Distel 10(1980)<br>Ausschnitt Konzeptdiskussion Lila Distel&nbsp; 10(1980), 2, FGBS Archiv<br>Ausschnitt Infostand Lila Distel auf dem Kongress Frauen und Militarismus 1986, FGBS Archiv, Arch 69-48<br>Frauenzeitungstreffen 1982, FGBS Archiv, Arch 69-81<br><b>Tonquellen:</b><br>Zeitzeuginnen-Interview B.K. 20122, FGBS Archiv, Arch 13-3<br>Zeitzeuginnen-Interview H.B. 2022, FGBS Archiv, Arch 164-2<br><br><br>",
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                    "title": "B. K. aus dem Redaktionsteam"
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            "description": "Von hier aus startet im Februar 1975 ein Bus, gefüllt mit wütenden Frauen, Richtung Karlsruhe, im Oktober auch Richtung Frankfurt. Wo fahren die Frauen hin?<br>In der BRD sorgt 1971 die Kampagne „Wir haben abgetrieben!“ im Magazin STERN für Furore. Gerade die Verweigerung des Selbstbestimmungsrechts über den eigenen Körper ist ein zentraler Auslöser der Frauenbewegung. Auch die autonome Frauengruppe in Saarbrücken fordert auf einem Flugblatt 1974 kurz vor der Bundestagsdebatte zur Reform des § 218 dessen ersatzlose Streichung. 1974 verabschiedet der Bundestag mit Stimmen von SPD und FDP die Fristenlösung. Doch die CDU/CSU-Fraktion legt Verfassungsbeschwerde ein. Im Vorfeld der Entscheidung des Verfassungsgerichts im Februar 1975 sind auch die Saarbrücker Frauen aktiv: Sie organisieren die Teilnahme an einer Großdemonstration in Karlsruhe am Tag der Entscheidung. Trotzdem wird die Fristenlösung für verfassungswidrig erklärt.<br>Die Saarbrückerinnen laden daraufhin zu einem nationalen § 218-Treffen im Juni 1975 nach Saarbrücken ein: Es kommen 70 Teilnehmerinnen aus 22 Frauengruppen. Der Forderung der Saarbrückerinnen auf Anfechtung des Urteils des Verfassungsgerichtes wird nicht gefolgt, die Frauen aus den anderen Städten setzen mehr auf Widerstand in Form von Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Selbsthilfe. Im Oktober geht es auf eine zentrale Großdemonstration gegen den § 218 nach Frankfurt, um sich zu Aktionen gegen das Abtreibungsverbot zusammenzuschließen. 1976 wird schließlich die Indikationslösung verabschiedet. Ein Abbruch ist damit nur dann nicht strafbar, wenn eine ‚medizinische‘, ‚kriminologische’, ,embryopathische‘ oder eine ‚soziale‘ Indikation vorliegt. Die Saarbrückerinnen, nun in einer Beratungsgruppe organisiert, machen deutlich: Es gibt zu wenig Beratungsstellen, viele Ärzte und Einrichtungen lehnen die Behandlung ab oder weigern sich, eine soziale Indikation auszustellen. So gibt die Beratungsgruppe, sowohl an den Infoständen, als auch im Frauenladen 1979 noch unter der Hand Adressen von Abtreibungsklinken in Holland aus, denn alle sind sich einig: „Mein Bauch gehört mir!“<br><b><br>Bildquellen:</b><br>Flugblätter und Aufrufe, 1975, FGBS Archiv, Nachlass R.S., Arch 1-3<br>Demonstration in Karlsruhe, 1975, FGBS Archiv, Arch 69-105-106<br><br>",
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            "title": "Frauennotruf",
            "subtitle": "Alte Feuerwache - früher Alter Feuerdrache",
            "description": "1983 bildet sich auf Initiative einiger Studentinnen die Saarbrücker Notrufgruppe. Das Ziel: Der Aufbau einer Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Frauen. Die Initiative ist ein zutiefst autonomes politisches Projekt mit hierarchiefreien Strukturen und kollektiven Entscheidungen. Den betroffenen Frauen soll ohne Gängelung und entschieden parteiisch geholfen werden, staatliche Abhängigkeit wird abgelehnt: Die Frauen verweigern sich deshalb dem Angebot, das Notruftelefon in der SPD-Fraktion im Landtag unterzubringen. Doch rein ehrenamtlich lässt sich so ein Projekt nicht realisieren, darum gründen die Akteurinnen einen Verein, um Personalstellen beantragen zu können, und suchen geeignete Räume. Diese Möglichkeit bietet sich im ehemaligen alten „Feuerdrachen“, (Feuerwache) der damals von der Stadt alternativen kulturellen Gruppen zur Verfügung gestellt wird. Am 05.06.1985 findet hier die Gründungsversammlung statt. Seit Januar 1986 gilt die Notrufnummer 36767 – bis heute. Kurze Zeit später zieht der Notruf in das alternative Gewerbeprojekt Nauwieser 19 ein.<br>Von Beginn an netzwerken die Frauen erfolgreich und ohne Berührungsängste. Das hilft bei der Mittelbeschaffung und Mittelsicherung. Aber nicht nur das. Immer wieder macht der Notruf mit besonderen Aktionen von sich reden. Legendär 1988, als der Notrufgruppe die finanzielle Unterstützung gestrichen werden soll: Ein provokanter Aufruf, der am 01.12.88 in der Saarbrücker Zeitung veröffentlicht wird, fordert Männer auf, ab diesem Tage alle Gewaltdelikte gegen Frauen einzustellen, da es keine Beratungs- und Anlaufstelle für Frauen mit Gewalterfahrungen mehr gäbe. 1989 einigen sich die Stadt, Stadtverband, die Landkreise sowie das Land auf eine gemeinschaftliche Finanzierung des Notrufes, der als Verein aber weiter unabhängig bleibt. Die Finanzierung ist gesichert und Autonomie trotzdem gewahrt - bis heute.<br><br><b>Bildquellen:</b><br>Demonstration Notruf vor dem Rathaus 1988, FGBS Archiv, Arch 69-236<br>Notrufgruppe auf dem Kreis-Frauen-Info-Tag, 1987, FGBS Archiv, Arch 69-220<br>Notgrufgruppe unterstützt das Frauenprojektehaus, 1993, FGBS Archiv, Arch 70-67<br><b>Tonquellen:</b><br>Zeitzeuginnen-Interview S.K., 2022, FGBS Archiv, Arch 164-1<br><br>",
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            "title": "Altstadtfeste 1978-1982",
            "subtitle": "Cora Eppstein Platz",
            "description": "Natürlich bleiben die Frauen nicht nur unter sich, sondern suchen für ihre Anliegen und Forderungen eine Öffentlichkeit. Neben Infoständen oder Demonstrationen bietet auch das alljährliche Saarbrücker Altstadtfest eine Gelegenheit, Aktivitäten der autonomen Frauengruppe vorzustellen.<br>Ein mutiges Flugblatt wird auf dem Altstadtfest 1978 verteilt: Nach dem Slogan „Frauen, es gibt uns“ folgt der Satz „Es ist NICHT NATÜRLICH, dass Frauen mit Männern leben müssen, sondern uns allen anerzogen und aufgezwungen.“ Das Blatt schließt mit dem Aufruf zum gemeinsamen lesbenpolitischen Engagement in der Frauenbewegung.<br>Sicherlich hat es die Frauen Überwindung gekostet, das Flugblatt an Passantinnen zu verteilen, ebenso wie die Durchführung einer Umfrage 1980 über die Einstellung der Bevölkerung zu Lesben, hier in der Frauenkulturecke während des Altstadtfestes.<br>Dass bei der Umfrage keine Lesbenfeindlichkeit zutage tritt, ist sicher dem Ort geschuldet, die Aktivistinnen wagen die Befragung nur im Umfeld des Frauenkulturplatzes mit der Solidarität weiterer frauenbewegter Frauen im Rücken. Bei der Frage, ob Lesben Lehrerinnen sein dürfen, irritiert die Frauen z.B. manches Zögern oder der Zusatz „wenn sie keinen Einfluss auf die Kinder nehmen.“<br>Der LILA DISTEL können wir in den 80er Jahren auch die Programme entnehmen, die in der Frauenkulturecke geboten werden: 1981 gibt es eine Podiumsdiskussion „Können Frauen noch friedlich sein?“ Zu Gast ist Hannelore Fuchs, eine Vertreterin der Initiative 6. Oktober aus Bonn. Die Initiative hat sich einen Tag nach der Wahl 1980 als Signal für den Kampf um politische Frauenmacht gegründet, trotz gegenseitiger Vorbehalte durch Frauen der Autonomen Frauenbewegung und engagierter Gewerkschafts- und Parteifrauen. Auch Marie-Louise Janssen-Jurreit mit ihrem Grundlagenwerk: „Sexismus: über die Abtreibung der Frauenfrage“ liest 1976 und führt letztlich den Begriff „Sexismus“ in den deutschen Sprachraum ein.<br>Die Frauenbewegung vor Ort ist von Anfang an gut vernetzt. Das beweisen mehrere große, schon frühe Vernetzungstreffen im Saarland, wie zum Beispiel 1975 das nationale Frauentreffen zum §218 mit rund 70 Teilnehmerinnen aus der ganzen Bundesrepublik.<br><b><br>Bildquellen:</b><br>Frauenstand Altstadtfest 1979, FGBS Archiv, Arch 69-66; Arch 69-69, Arch 69-72<br>Flugblatt \"Frauen es gibt uns\", FGBS Archiv, Vorlass A.K., Arch 1-2-1<br>Umfrage Lesben und Öffentlichkeit. Altstadtfest 1980. Lila Distel 11(1980), 21-23, FGBS Archiv, Arch 1-2-1<br>Aufsteller Altstadtfest 1982, FGBS Archiv, Arch 69-72<br>Programm Frauenecke Altstadtfest 1981. Lila Distel 16(1981)<br>&nbsp;<br><b>Tonquellen:</b><br>Zeitzeuginnen-Interview G.P. 2019, FGBS Archiv, Arch 129-06 <br><br>",
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            "title": "Proteste Misswahlen 1980",
            "subtitle": "St. Johanner Markt",
            "description": "Im Gasthaus Stiefel befindet sich, Ende der 1960er, das Theater im Stiefel, bevor hier Ende der 70er Jahre eine Gastwirtschaft betrieben wird.<br>In diesem Theater findet am Samstag, 12. Januar 1980 eine Vorentscheidung für die neue „Botschafterin“ der Landeshauptstadt in Form einer Misswahl statt. Man sucht, so lässt es sich der Presse entnehmen „eine hübsche, charmante, nicht schüchterne Frau, die über ein bisschen Allgemeinbildung und ausreichend freie Zeit verfügt und mit viel „Pfiff und Charme“ die Stadt repräsentieren soll.“<br>Unter der Überschrift “Miß-Erfolg Saarbrücker Frauen?“ protestiert die Frauengruppe gemeinsam mit der DFI (Demokratische Fraueninitiative), den Jungsozialisten und der Bildungsgewerkschaft GEW gegen diese Wahl, die als kommunal institutionalisierte Fleischbeschau wahrgenommen wird, weil der Frau eine Scheinposition angeboten wird, während Frauen wirklich einflussreiche Positionen in Wirtschaft und Politik nach wie vor vorenthalten werden. Solcherlei Veranstaltungen verstärkten herkömmliche Rollenklischees, nach denen Frauen dekoratives Beiwerk mächtiger Männer seien.<br>Dass die Protestierenden dann mittels eines Handgemenges von der Veranstaltung ferngehalten werden, sorgt für einigen Wirbel in der Lokalpresse.<br>Während die Saarbrücker Zeitung am 14.01.1980 zu berichten weiß, dass es seitens der Demonstrierenden zur Widerstandsleistung gekommen sei, so dass noch Verstärkung gerufen und gegen einige Beteiligte Strafantrag wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt hätte eingeleitet werden müssen, berichten andere Beteiligte davon, dass bei der Aktion die Gewalt allein von einem Polizeibeamten ausgegangen sei, der weitere uniformierte Beamte zur Verstärkung angefordert habe, um ein Mitglied der Gruppe zur Wache zu bringen. Widerstand sei nicht geleistet worden.<br>Wie auch immer, die Aktion sorgte für viel Aufmerksamkeit, welche dem Anliegen der Demonstrierenden sicher nicht geschadet hat.<br><br><b>Bildquelle:</b><br>Unterlagen zur Aktion 1980, FGBS Archiv, Vorlass A.K., Arch 1-2<br><br>",
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            "title": "Infostände Bahnhofstraße",
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            "description": "Die Frauengruppe ist auch oft in der Bahnhofstraße zu sehen, zum Beispiel bei einem Infostand zum 08. März, dem internationalen Frauentag, der bis dato fast in Vergessenheit geraten ist und in der damaligen BRD nicht gewürdigt wird. Anlässlich dieses Tages weisen die Frauen mit Hilfe von Wandzeitungen und Flugblättern die Passant*innen in der Bahnhofstraße auf die bestehenden geschlechtsspezifischen Ungerechtigkeiten in der saarländischen Arbeitswelt hin.<br>Es gibt auch Infostände für Sonderaktionen, wie zum Beispiel in Reaktion auf die Klage gegen den STERN im Juli 1978 unter Federführung von Alice Schwarzer, die dem Boulevard-Blatt den Vorwurf macht, durch ein sexistisches Foto des Modells Grace Jones von Helmut Newton die Frau als bloßes Sexualobjekt dazustellen und damit gegen die Menschenwürde der Frau zu verstoßen.<br>Der Infostand der Saarbrückerinnen zeigt Beispiele medialer Pornographisierung von Frauen und verbindet damit eine Unterschriftenaktion zur Klage gegen den STERN, den 154 Passant*innen unterschreiben. Zu Besuch am Stand ist auch ein Redakteur des Südwestmagazins „z.B.“, der sich veranlasst sieht, selbst eine (im Übrigen nicht repräsentative) Umfrage zu starten, mit dem Ergebnis: „Saarländerinnen sind nicht prüde“, was im Umkehrschluss nur bedeutet, wer sich gegen solche Frauendarstellungen zur Wehr setze, sei prüde. Die Frauengruppe reagiert mit einem offenen Brief an die Medien und bekommt bei aller Verärgerung reichlich Publicity durch den Fall.<br><br><b>Bildquellen:</b><br>Infostände Bahnhofstraße 08.März 1978, FGBS Archiv, Arch 69-24, Arch 69-243<br>Leserinbrief an Südwestmagazin: Saarländerinnen sind nicht prüde, FGBS Archiv, Vorlass A.K., Arch 2-1<br><br>",
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            "title": "Frauenprojektehaus",
            "subtitle": "Kaiserstraße",
            "description": "Nach dem Ende des Frauenladens gründen die Feministinnen 1985 den Verein für Frauenbildung und Frauenkultur, kurz FF. Es ist ein Schritt zur Formalisierung und Verrechtlichung der feministischen Aktivitäten, die nun Strukturen haben, um ABM-Stellen oder Fördergelder zu beantragen. Ab 1991 tun sich drei professionell arbeitende Frauenprojekte mit dem Verein FF zusammen und gründen gemeinsam den Dachverein „FrauenBildenWissen“, um mit Zuschüssen des Frauenministeriums ein Haus in der Kaiserstraße zur gemeinschaftlichen Nutzung anzumieten. So entsteht ein neuer Typus Frauenzentrum: Der Verein FF, hervorgegangen aus der autonomen Frauenbewegung, umgeben von einer, von einem eigenen Verein getragenen, aber auf öffentliche Mittel angewiesenen Frauenbibliothek, einem von der Stadt getragenen Technologieberatungszentrum und einer gemeinnützigen, aber mit rund 30 Mitarbeiterinnen und Millionen-Etat eindeutig als Institution zu wertenden Gesellschaft für berufliche Frauenförderung, kurz GbF.<br>Die Vereinsaktivitäten von FF verlagern sich auf größere kulturelle Veranstaltungen, auf denen eine breite Öffentlichkeit feministische Gegenkultur genießt – eine Art Feierabendfeminismus, zum Beispiel in Form einer gemeinsamen Vortragsreihe zur regionalen Frauengeschichte mit dem Titel „aufgespürt“ oder einem Damenball, der 1993 im Saarbrücker Schloss stattfindet.<br>Bereits nach zwei Jahren bedrohen Sparmaßnahmen auf Bundes- und Länderebene das Projektehaus, die Frauen demonstrieren gegen das neue Arbeitsförderungsgesetz unter der Regierung Kohl, 1993 folgt eine Aktionswoche des Dachvereins „FrauenBildenWissen“. Die Projekte finden eine Nachfolgefinanzierung, allerdings werden die Stellen des Dachvereins gestrichen. Räumliche Expansion und inhaltliche Weiterentwicklung der Projekte läuten 1998 das Ende des Frauenprojektehauses ein, einzig die GbF verbleibt noch bis zu ihrer Insolvenz 2006 im Hause.<br>Während sich die Früchte eines institutionell verankerten Feminismus in geförderten Frauenprojekten oder z.B. auch dem Landesgleichstellungsgesetz zeigen, weichen die Utopien der autonomen Frauenbewegung dem Pragmatismus.<br><br><b>Bildquellen:</b><br>Eröffnung Frauenprojektehaus: Türschild 1991, FGBS Archiv, Arch 70-58<br>Frauenbibliothek im Frauenprojektehaus 1993, FGBS Archiv, Arch 71-26<br>Aktionswoche Frauenprojektehaus 1993, FGBS Archiv, Arch 70-59, Arch 70-61<br><b>Tonquellen:</b><br>Zeitzeuginnen-Interview S.K. 2022, FGBS Arch 164-1<br><br>",
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            "title": "Walpurgisnachtdemonstrationen",
            "subtitle": "St. Johannis",
            "description": "Das Thema Gewalt an Frauen ist ein zentrales innerhalb der neuen Frauenbewegung.<br>Ende der 70er bilden sich in vielen Städten Gruppen, die „Gewalt an Frauen“ thematisieren, als strukturelles Problem erkennen und praktisch bekämpfen wollen. Gewalt gegen Frauen hat mit Macht zu tun, so resümieren die Frauen, und der Kampf gegen Gewalt ist deshalb für Männer bedrohlich, weil er ein Kampf gegen das allgegenwärtige Männermonopol ist und in die private Zweierbeziehung hinein wirkt.<br>1977 gibt es deshalb bundesweit Frauendemonstrationen in der Walpurgisnacht unter dem Motto „Frauen erobern sich die Nacht zurück“.<br>Natürlich auch in Saarbrücken: Am 30.04.1977 startet die Demonstration hier an der Johanniskirche. Die Frauen ziehen mit weißgetünchten Gesichtern, schwarzumrandeten Augen, schwarz/lila-farbender Bekleidung und Fackeln zunächst über die Kaiserstraße, die Futter- und Bahnhofsstraße ins Nauwieser Viertel. Skandiert werden Parolen, wie „wenn Frauen sagen nein, dann meinen sie auch nein“, „Frauen, hört ihr Frauen schreien, lasst sie nicht allein“.<br>Diese Demonstrationen, Aktionen und Feste finden bis in die 90er Jahre hinein zur Hexennacht in Saarbrücken statt.<br><br><b>Bildquellen:</b><br>Walpurgisnacht vor der Johanniskirche 1977, FGBS Archiv, Arch 64-4<br>Flugblatt: Frauendemonstration gegen Vergewaltigung 30.04.1977 mit Route und Parolen, FGBS Archiv, Nachlass R.S., Arch 1-3<br><b>Tonquellen:</b><br>Zeitzeuginnen-Interview B.K. 2022, FGBS Archiv, Arch 13-3<br><br>",
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            "title": "Frauenbeauftragte im Rathaus",
            "subtitle": "Rathaus St. Johann",
            "description": "Bis Mitte der 70er Jahre ist Frauenpolitik als eigenständiges Politikfeld in der BRD kein Thema, behandelt wird sie allerhöchstens im Feld der Familienpolitik. Das ändert sich in den 80er Jahren: Auf kommunaler Ebene zeigt sich das in der Einrichtung erster kommunaler Frauenbüros. In Saarbrücken wird Ilona Caroli 1986 die erste Frauenbeauftragte. Ihr Aufgabenbereich ist umfassend: Alle Beschlüsse und Maßnahmen sollen auf ihre Auswirkungen auf die Verbesserung der gesellschaftlichen Lage von Frauen im Stadtgebiet und in der städtischen Verwaltung kritisch geprüft werden, etwaige Einwände des Frauenbüros sind aber nicht bindend. Studien sollen erstellt, Kontakte zu Gewerkschaften, Unternehmen, Arbeitsverwaltungen und Frauenverbänden und -projekten gepflegt werden, sowie Veranstaltungen zu frauenpolitischen Themen organisiert werden.<br>Darum bildet Ilona Caroli Schwerpunkte: Arbeitswelt, Bildung, Familie, Gewalt. Sie sucht Kontakt zur Basis, trifft sich mit Frauen aus Projekten und Initiativen, versichert, dass ihr die Frauenbewegung als Ursprung und oppositionelle Basis der Gleichstellungspolitik mehr als willkommen sei. Denn der Trend zur Institutionalisierung ist auch in den sich formierenden Frauenprojekten abzulesen, die immer professioneller werden und damit auch auf eine Finanzierung angewiesen sind, die „verpönte Staatsknete“ wird umgedeutet in eine „Bringschuld der Gesellschaft“ und Verbündete in den Verwaltungen zur Absicherung ihrer Projekte sind notwendig.<br>Als Ilona Caroli 1991 Saarbrücken verlässt und Christa Piper ihre Nachfolge antritt, resümiert sie, dass die Gleichstellungsbeauftragte, trotz der formalen Einbindung in die Verwaltungshierarchie, innerlich unabhängig sein müsse und in erster Linie Interessenvertretung der Frauen sei. Während die Unterstützung und das Netzwerk zur autonomen Frauenbewegung gut gelaufen sei, sei der Frauenförderplan im Rathaus wegen des nicht ausreichenden Handlungsspielraums bis dato ein symbolischer geblieben. Das soll sich erst 1996 mit der Durchsetzung des Landesgleichstellungsgesetzes ändern, zu deren Gelingen Christa Piper mit dem saarländischen Frauenbündnis beigetragen hat.<br><br><b>Bildquellen:</b><br>Doris Müller und Ilona Caroli anlässlich der Eröffnung des Frauenprojektehaus Dellengartenstraße 1988, FGBS Archiv, Arch 69-112<br>Meldung: Erfolg der Gleichstellungsstelle. Donnawetter 06(1986), FGBS Archiv<br><br>",
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            "title": "FrauenGenderBibliothek Saar",
            "subtitle": "Großherzog Friedrichstraße 111",
            "description": "Die Bibliothek ist eines der damaligen Frauenprojekte, welches bis heute besteht. Engagierte Frauen mit Fachwissen aus Frauenbewegung und Frauenforschung gründen 1990 einen Verein, um, mit drei ABM-Stellen, eine Bibliothek aufzubauen und so das Wissen über Frauengeschichte und -bewegung zu bewahren und zu dokumentieren, sowie Erkenntnisse der Frauenforschung in die breite Öffentlichkeit zu vermitteln. Das Konzept, das Dr. Annette Keinhorst 1989 dafür entwickelt, ist inspiriert von einer kurzen, aber intensiven Erfahrung der Mitarbeit im damals noch „Feministischen Archiv“ von Alice Schwarzer in Köln (heute FrauenMediaTurm).<br>Neben einem schnell wachsenden Fachbuchbestand wird auch eine regionalhistorische Dokumentation zu Frauen(bewegungs)geschichte angelegt, auf deren Grundlage zusammen mit dem Frauenbüro Forschungsarbeiten zur Saargeschichte aus Frauensicht publiziert werden. Aber auch Presseartikel, Materialien, wie Plakate, Flugblätter und Buttons, Ton- und Filmdokumente zur saarländischen Frauen(bewegungs-)geschichte und zu frauenpolitischen Fragestellungen im Saarland werden gesammelt und archiviert und bilden eine wertvolle Quelle regionaler Geschichtsschreibung – auch für diesen Rundgang. Die Bestände sind Teil des Digitalen Deutschen Frauenarchivs und können über den META Katalog von überall recherchiert werden.<br>Meist aus Platzgründen muss die Bibliothek mehrfach umziehen: Von der Mainzer Straße 131, erste Bleibe mit zwei Regalen, 1991 ins Frauenprojektehaus in der Kaiserstraße, 1999 dann in die Bleichstraße und von dort aus 2013 an den heutigen Standort.<br>Mittels einer umfänglichen Veranstaltungsagenda hat sich die FrauenGenderBibliothek Saar zudem ganz entscheidend als der Ort des feministischen Diskurses und des frauenpolitischen Netzwerkens im Saarland etabliert.<br>Dank öffentlicher Förderung – die Stadt Saarbrücken stellt mietfreie Räumlichkeiten und subventioniert den Anschaffungsetat, das Land bezuschusst die Personalkosten – und eines engagierten Fördervereins arbeitet die heutige FrauenGenderBibliothek Saar, engagiert für Gleichberechtigung und die Erweiterung des Genderwissens in der Öffentlichkeit.<br>Denn die Anliegen der neuen Frauenbewegung haben sich keineswegs schon erledigt!<br><br><b>Bildquellen:</b><br>Auszug der Frauenbibliothek aus dem Frauenprojektehaus Kaiserstraße, 1999, FGBS Archiv, Arch 71-33<br>Blick in die Frauenbibliothek an ihrem neuen Standort in der Bleichstraße 1999, FGBS Archiv, Arch 71-39<br>Einzug in die aktuellen Räumlichkeiten Großherzog-Friedrich-Straße 111, 2013, FGBS Archiv, Arch 110-7<br>Archiv der FrauenGenderBibliothek, Fotographien G. K. <br><br>",
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                    "title": "Einzug heutiger Standort 2013"
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                    "title": "Archiv FGBS"
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            "description": "<div>Diese Tour beschäftigt sich mit verschiedenen Orten in Saarlouis, die an die Geschehnisse des Antisemitismus und der Verfolgung im Dritten Reich erinnern. Auf 13 Stationen, für die man ca. 1h 45braucht, werden Sie der Geschichte dieser Stadt in den Jahren 1933-1945 nähergebracht und können sich mit kurzen Texten, die auch als Audios aufgenommen wurden, informieren. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Über uns:&nbsp;</b>Das Projekt „Orte der Erinnerung Saarlouis“ wurde zum Leben erweckt durch eine Gruppe von rund 20 Jugendlichen aus allen drei Saarlouiser Gymnasien (Robert-Schuman-Gymnasium, Max Planck-Gymnasium, Gymnasium am Stadtgarten), die sich zwischen April und Oktober 2023 jede Woche getroffen haben, um am Projekt weiterzuarbeiten. So haben sie auch mehrere Exkursionen gemacht, um besser in die Geschichte eintauchen und sie verstehen zu können und dabei den Teamgeist zu stärken. Das Projekt „Stolpersteine“: Im Jahr 1993 kam dem Künstler Günter Demnig das erste mal die Idee zu den Stolpersteinen, als er in Köln Teil einer Gedenkaktion, über die Deportationen der Sinti und Roma 1940, war. Stolpersteine sind kleine, aus Messing gefertigte Pflastersteine, die vor ehemaligen Wohnhäusern von Opfern des Nationalsozialismus in den Jahren 1933-1945 in den Boden eingelassen sind und auf denen die Namen, Geburts- und Sterbedaten der Opfer stehen. <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Danksagungen:</b>&nbsp;Es gibt viele Menschen und Institutionen ohne die das Projekt „Orte der Erinnerung“ nicht möglich gewesen wäre. So hat zum Beispiel die Stadt Saarlouis für unser Projekt eine großzügige Förderung zur Verfügung gestellt. Ein weiteres Dankeschön geht an das Esther-Bejarano-Haus, das uns seine Räumlichkeiten für unsere allwöchentlichen Treffen zur Herausarbeitung und Besprechung unserer Themen und Arbeit zur Verfügung gestellt hat. Wir wollen zudem dem Adolf -Bender-Zentrum danken, welches überhaupt erst die Idee hatte, diese Tour für Saarlouis zu erstellen. Im Zusammenhang damit wollen wir unserer Leiterin Ramona Hess vom Adolf Bender Zentrum danken, die viel Arbeit und Mühe in das Projekt gesteckt hat und ohne die es heute keine Tour durch Saarlouis gäbe. Hinzu kommen unsere Lehrer*innen, die ebenfalls engagiert teilgenommen haben. Und zu guter Letzt sollten wir alle der Gruppe aus Schüler*innen aus den drei Saarlouiser Gymnasien danken, die hart und voller Tatendrang an diesem Projekt gearbeitet haben.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "Wir haben den ZOB als Startpunkt gesetzt, da er einerseits zentral gelegen, aber auch leicht mit Bus und Auto erreichbar ist. Er ist kein Ort der Erinnerung. Diese werden im Laufe der Tour besucht und können - auch mithilfe der jeweiligen Adressen - gefunden werden. Wir hoffen, dass ihr Neues lernt und den Opfern gedenken könnt.\r<div><br></div>",
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            "description": "<div>Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Damit begann die nationalsozialistische Diktatur in Deutschland. Die Ideologie der Nazis teilte die Menschen in Rassen, wobei die Arier an oberster Stelle standen. Als Arier bezeichneten sie weiße Menschen christlichen Glaubens, die einen deutschen Stammbaum vorzuweisen hatten. Juden standen weit unten in der Ordnung. So galten sie für Nazis z.B. als Betrüger und teils auch Verantwortliche für die Niederlage im 1.Weltkrieg. Damit wurden die Verfolgungen und Ermordungen dieser gerechtfertigt. Im Saargebiet sollte es jedoch noch bis 1935 dauern, bis die Saarländische Bevölkerung die Anschließung an Nazideutschland durch eine Volksabstimmung entschied. Nach dem verlorenen ersten Weltkrieg wurde das Saargebiet Deutschland aberkannt, auch da es hier viele wertvolle Kohlevorkommen gab, die man Deutschland nicht überlassen wollte. Der Angliederung fielen auch in Saarlouis viele Menschen zum Opfer: Eine von ihnen ist Familie Meyer-Hanau. Am 21.07.1901 wurde Hans Meyer als Sohn jüdischer Eltern in Gelsenkirchen geboren. Am 22.12.1927 heiratete der Geschäftsmann die Jüdin Martha Rosa Hanau in Saarlouis. Sie war Hausfrau. Nach der Machtübernahme der Nazis verließ die Familie zusammen mit Tochter Helga das Saargebiet und sie flohen in die Niederlande. Im Sommer 1942 begann jedoch auch dort die Deportation der Jüdinnen und Juden. So wird Familie Meyer-Hanau über das Lager Westerborck in das Konzentrationslager Ausschwitz gebracht. Sie alle wurden dort in der Gaskammer mit Giftgas ermordet. (Martha Rosa am 20.09.1942, ihre Tochter Helga Johanna kurze Zeit später am 29.10.1942 und Hans am 28.02.1943). Ihre Stolpersteine wurden am 08.04.2011 am Kleinbahnhof in Saarlouis verlegt. <br></div><div><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Konzentrationslager:</b> Konzentrationslager waren Arbeits- und Vernichtungslager, in die Menschen, die nicht in das Idealbild der Nazis passten, zum Beispiel Jüdinnen und Juden, Queere Menschen, Menschen mit Behinderung, politische Gegnerinnen und Gegner, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas und sogenannte „Asoziale“ deportiert wurden. Sie mussten häufig Zwangsarbeit verrichten, viele sind an den Folgen der schlechten Bedingungen verstorben oder wurden gezielt ermordet. In den KZs starben im Nationalsozialismus bis zu sechs Millionen Menschen. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Quellen:</b> Stadt Saarlouis, Stolpersteine <b><br></b></div><div class=\"\"><b>Bildquelle:</b>&nbsp;Hans Peter Klauck, Jüdisches Leben in der Stadt und im Landkreis Saarlouis\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div>Die Familie Cahn war eine jüdische Kaufmannsfamilie und kam durch Vieh- und Pferdehandel im 19. Jahrhundert zu Wohlstand. 1901 und 1902 errichtete sie ein großes Anwesen. Leo Cahn, welcher 1867 geboren wurde, heiratete Emilie Julie Fribourg, geboren 1874. Er war das Oberhaupt der Familie, sowie ein Teil der jüdischen Gemeinde. Am 9. bzw. 10. November 1938, also der Reichspogromnacht wurde ihr Grundstück zerstört und verwüstet. Leo wurde misshandelt, seine Frau und seine Schwägerin Leonie wurden verspottet und beleidigt. Leo Cahn wurde kurzeitig in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert und musste sein Anwesen, aufgrund des Drucks, welcher die NSDAP-Kreisleitung auf den Landkreis ausübte, für einen Spottpreis verkaufen. Später begab er sich mit seiner Frau Julie nach Amsterdam und die beiden ließen ihr Leben in Saarlouis zurück. Trotzdem wurden beide zunächst in das Sammellager Westerborck eingewiesen und anschließend in Vernichtungslager Sobibor deportiert. Dort wurden sie 1943 mit ca 33.00 weiteren gefangenen ermordet Leonie emigrierte nach Frankreich und wurde dann nach Theresienstadt deportiert und im KZ Treblinka 1942 ermordet. <br></div><div><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Reichspogromnacht:</b>&nbsp;Die Reichspogromnacht, auch als “Reichskristallnacht” oder “Novemberpogrome” bekannt, ereignete sich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Nazi-Deutschland. Während dieser gewaltsamen und koordinierten Aktion griffen nationalsozialistische Sturmabteilungen (SA), die Schutzstaffel (SS) und andere Anhänger des Nazi-Regimes jüdische Geschäfte, Synagogen, Wohnungen und jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland an. <br></div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Quellen:</b> <br></div><div class=\"\"><a href=\"https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938</a>&nbsp;</div><div class=\"\">Stadt Saarlouis: Broschüre Stolpersteine <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Bildquelle:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Hans Peter Klauck, Jüdisches Leben in der Stadt und im Landkreis Saarlouis\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div>Hier lebte Esther Bejarano geb. Loewy mit ihrer Familie als junges Mädchen. Esthers Mutter Magarete Loewy war Lehrerin, ihr Vater Rudolf Loewy Kantor. Sie hatte 4 Geschwister: Gerhart, Tosca, Ruth und Georg. Dieser starb aber noch vor Esthers Geburt. Ihr Vater bekam im 1. Weltkrieg das Eiserne Kreuz und hielt den Antisemitismus und Nationalsozialismus nur für eine Phase, die vorüber gehen würde, da das deutsche Volk dies - seiner Meinung nach - nicht dulden würde. Wohingegen Esthers Mutter immer ausreisen wollte. 1937 wanderte ihr Bruder Gerhard in die USA und ihre Schwester Tosca nach Palästina. Somit war Esther alleine bei ihren Eltern. Nach der Reichspogromnacht wurde ihr Vater verhaftet, und er verlor alle Hoffnung. Er wurde aber drei Tage später aus dem Gefängnis entlassen, da er nur als Halbjude galt. Sie wollten ausreisen, konnten dies aber nicht. Sie versuchen es erneut, konnten dies aber nicht- der Krieg begonnen hatte. Im November 1941 wurden ihre Eltern von Nazis ermordet. Dazu sagte Esther Bejarano später: „Ich wusste zunächst nicht, wie meine Eltern umgekommen sind; ich habe es erst später erfahren. Ich fand ihre Namen in einem Buch, in dem die Transporte von Breslau nach Kowno aufgelistet waren. Die Nazis haben ja ihre Verbrechen bürokratisch festgehalten. Und wenn ich mir vor Augen führe, dass meine Eltern sich in einem Wald nackt ausziehen mussten, man sie mit anderen Opfern in einer Reihe aufgestellt, dann einfach abgeknallt hat und sie dann in einen Graben gefallen sind - das ist für mich das Schlimmste und viel grauenhafter als all das, was ich in Auschwitz erlebt habe.\" Ihre Schwester Ruth floh in die Niederlande, kam aber doch nach Auschwitz und wurde dort im Dezember 1942 ermordet. Nach Esthers Befreiung ging sie mit ihrer Freundin nach Frankfurt und erfuhr vom Schicksal von Ruth und der Eltern. Sie reiste zu ihrer Schwester Tosca nach Palästina und lebte dort mit ihr. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">Kantor (Chasan) = Kirchenmusiker</b>&nbsp;Ein Kantor bzw. Chasan ist in der Synagogengemeinde tätig und begleitet den Gottesdienst unter anderem musikalisch. Er betet aber auch mit der Gemeinde und leitet sie beim Beten an. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">Todesmarsch</b>&nbsp;Als die Alliierten dem KZ in Ausschwitz immer näher kamen, sollten viele Gefangene in andere Lager gebracht werden. Doch die Züge waren für einen solchen Massentransport nicht geeignet, sodass die Gefangenen oft 60 km lange Strecken ohne Pausen zurücklegen mussten. Wer dabei zusammenbrach oder sich ausruhen musste, wurde von den SS-Männern erschossen, weshalb diese Märsche auch Todesmärsche genannt wurden. <b><br></b></div><div><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Quellen:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Esther Bejarano mit Sascha Hellen, Nie Schweigen. Bonifatius Verlag Sendung vom 28.01.2018: Anne Will: Wie antisemitisch ist Deutschland heute? abrufbar unter: <a href=\"https://www.youtube.com/watch?v=fahbU_DD4ug\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.youtube.com/watch?v=fahbU_DD4ug</a>&nbsp;<b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">Bildquelle:</b>&nbsp;Albert Marx, Geschichte der Juden im Saarland\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Peter und Nikolaus Berger",
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            "description": "<div class=\"\">Peter Berger wurde 1883 in Rehlingen geboren. Nach dem 1.Weltkrieg zieht er mit seiner Familie über Metz nach Saarlouis, wo er ein Schuhgeschäft eröffnete. Peter Berger war Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Saarlouis und war überzeugter Pazifist. Peter Berger war Befürworter der Status-Quo Bewegung, floh jedoch nach der Saarabstimmung 1935 nach Frankreich, kam aber wieder nach Saarlouis zurück. Danach folgten mehrere Verhaftungen und Kriegseinsätze. Trotz seiner Erblindung wird er 1944 verhaftet und wurde in das Gestapolager „Neue Bremm“ gebracht. Von dort aus deportierte man ihn in das KZ Dachau, wo er im März 1945 ermordet wurde. Sein Sohn Nikolaus Berger wurde 1908 in Metz geboren und wurde ebenfalls Schuster. Nach dem er Ende 1935 mit seiner Familie nach Saarlouis zurückkehrte, lebte er später in Thüringen. Dort verhaftete man ihn 1938 und er wurde im Dezember 1941 im KZ Mauthausen ermordet. <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Pazifist/Pazifistin:</b>&nbsp;Pazifistische Personen setzen sich für Frieden ein und sind gegen Krieg oder bewaffnete Konflikte. Sie lehnen jegliche Anwendung von Gewalt zur Lösung von Konflikten ab und setzen sich stattdessen für gewaltfreie Mittel der Konfliktlösung und Diplomatie ein. Sie glauben an die Idee, dass Frieden durch Verhandlungen, Dialog und gegenseitiges Verständnis erreicht werden kann. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Quellen:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Kühn, Hans-Joachim \"Freiheit, Brot, Gerechtigkeit- Die Arbeiterbewegung an der Saar\" <a href=\"https://www.mpg-saarlouis.de/fileadmin/ablage/2021/Holocaust-Gedenktag_SLS_27.01.2021.pdf\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.mpg-saarlouis.de/fileadmin/ablage/2021/Holocaust-Gedenktag_SLS_27.01.2021.pdf</a>&nbsp;<a href=\"https://www.erinnert-euch.de/de/erinnerungsort/1199/1205/1366/\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.erinnert-euch.de/de/erinnerungsort/1199/1205/1366/</a></div><div><br></div>",
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            "title": "Nikolaus Foss",
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            "description": "<div>Nikolaus Foss wurde 1892 in Fraulautern geboren. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und vor der Saarabstimmung, welche am 13.1.1935 stattfand, Saarlouiser Stadtverordneter. Am 23.8.1944 verhaftete man ihn im Rahmen der „Aktion Gewitter“. Aus einem Krankenhaus heraus brachte man ihn in das Gestapolager „Neue Bremm“ in Saarbrücken. Aufgrund „Gefährdung der Sicherheit des Staates“ überführte man ihn in zwei Monate später in das KZ Dachau bei München, wo er am 16.3.1945 offiziell an den Folgen eines Hungertyphus starb. 1945 benannte man eine Straße in Saarlouis nach ihm, jedoch erhielt diese 1951 wieder einen anderen Namen. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">Gestapo:</b>&nbsp;Die Gestapo war die Geheime Staatspolizei im Nationalsozialistischen Deutschland. Ihre Hauptaufgabe bestand darin Politische Gegnerinnen und Gegner sowie Regimekritiker zu überwachen, zu verhaften oder sogar zu ermorden. Die Vorgehensweise wurde durch Brutales Auftreten geprägt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mussten sich die führenden Mitglieder vor Gericht wegen zahlreichen Verbrechen an der Menschheit verantworten. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">Quellen:</b>&nbsp;Kühn, Hans-Joachim \"Freiheit, Brot, Gerechtigkeit- Die Arbeiterbewegung an der Saar\" <a href=\"https://www.mpg-saarlouis.de/fileadmin/ablage/2021/Holocaust-Gedenktag_SLS_27.01.2021.pdf\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.mpg-saarlouis.de/fileadmin/ablage/2021/Holocaust-Gedenktag_SLS_27.01.2021.pdf</a>&nbsp;<a href=\"https://www.erinnert-euch.de/de/erinnerungsort/1199/1205/1366/\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.erinnert-euch.de/de/erinnerungsort/1199/1205/1366/</a></div><div><br></div>",
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            "title": "Fritz Ellmer",
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            "description": "<div>Nach dem 1.Weltkrieg wird Fritz Ellmer Polizist in Dortmund. Er heiratet eine Jüdin, Hella, und wird danach in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) aktiv. Als die Nazis die Macht in Westfalen übernehmen, ist Ellmer gezwungen nach Saarlouis zu fliehen. Er wird Kommunistischer Stadtverordneter und setzt sich im Abstimmungskampf gegen den Anschluss an das Deutsche Reich ein. Am 13.1.1935 flieht Fritz Ellmer mit Hella nach Paris. 1941 werden beide verhaftet und kommen im KZ Sachsenhausen um. Laut Totenschein stirbt Fritz-Ellmer am 20.7.1942 an den Folgen einer Lungentuberkulose. 1945 benannte man in Gedenken und Ehren eine Straße nach ihm, welche jedoch 1951 von Fritz-Ellmer-Straße in Albrecht-Dürer-Straße umbenannt wurde. <b><br></b></div><div><b><br></b></div><div><b>Saarabstimmung und Status Quo:</b>&nbsp;Bei der im Versailler Vertrag festgelegten Saarabstimmung stimmte die Saarländische Bevölkerung über die politische Zukunft ihrer Region ab. Das Saargebiet wurde nach dem ersten Weltkrieg vom Völkerbund verwaltet und die Abstimmung gab der Bevölkerung die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie unabhängig bleiben (Status Quo), sich Frankreich anschließen oder Teil des Deutschen Reichs werden wollen. Letztendlich entschied sich die Mehrheit für den Anschluss an das Deutsche Reich, dieses Ergebnis der Abstimmung trat 1935 in Kraft. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">Quellen:</b> Kühn, Hans-Joachim \"Freiheit, Brot, Gerechtigkeit- Die Arbeiterbewegung an der Saar\" <a href=\"https://www.mpg-saarlouis.de/fileadmin/ablage/2021/Holocaust-Gedenktag_SLS_27.01.2021.pdf\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.mpg-saarlouis.de/fileadmin/ablage/2021/Holocaust-Gedenktag_SLS_27.01.2021.pdf</a>&nbsp;<a href=\"https://www.erinnert-euch.de/de/erinnerungsort/1199/1205/1366/\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.erinnert-euch.de/de/erinnerungsort/1199/1205/1366/</a></div><div><br></div>",
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            "title": "Esther-Bejarano-Platz",
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            "description": "<div class=\"\">Esther Bejarano, geb. Loewy war Ehrenbürgerin von Saarlouis, Holocaustüberlebende und Sängerin. Mit dem Esther-Bejarano-Haus (Jugendzentrum) und dem Esther-Bejarano-Platz sind ihr zwei Orte der Erinnerungen in der Stadt gewidmet. Sie wurde am 15. Dezember 1924 in Saarlouis geboren und starb am 10. Juli 2021, sie widmete ihr Leben der Erinnerungskultur und dem Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus.&nbsp;</div><div class=\"\">Sie zog mit ihrer Familie oft um, da die Juden verfolgt wurden. Die Familie wollte aus Deutschland ausreisen, hatten aber zu lange gewartet und konnten dies nicht mehr da der Krieg begonnen hatte. Bevor Esther Bejarano nach Auschwitz kam, arbeitete sie in einem Blumenladen und führte mit ihrem Arbeitgeber ihre erste ernsthafte Beziehung. Am 20. April 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert, dort musste sie den ganzen Tag lang Steine schleppen, später kam sie ins Mädchenorchester. Im November 1943 kam sie ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Während des Todesmarsch von Ravensbrück nach Malchow flüchtete sie mit ihren Freundinnen. 1945 wurden sie von US-amerikanischen Truppen befreit. Sie reiste aus Deutschland aus und erfuhr, dass ihre 1941 Eltern ermordet wurden. Sie reiste zu ihrer Schwester nach Palästina und lernte dort ihren zukünftigen Mann Nissim Bejarano kennen. Am 23. Januar 1950 heiratete Esther Nissim und nahm seinen Namen an. Am 16. Mai 1951 bekam sie ihre Tochter Edna und im Dezember 1952 ihren Sohn Joram. Sie zogen zusammen wieder zurück nach Deutschland, da ihr das Klima nicht gut tat. Sie machten dort eine Wäscherei und eine Diskothek auf. Ihre Tochter wurde Sängerin. Esther begann, ihre eigene Geschichte zu erforschen und gründete 1986 das Auschwitz Komitee, welches heute noch existiert. Sie schloss sich der Vereinigung der Verfolgung des Naziregimes an. 2008 wurde sie Ehrenvorsitzende und veröffentlichte ihre Biographie. Zusammen mit der Microphone Mafia trat sie oft in Schulen auf und erzählte ihre Geschichte. <br></div><div><b><br></b></div><div><b>Quellen:</b>&nbsp;Esther Bejarano mit Sascha Hellen, Nie Schweigen. Bonifatius Verlag Sendung vom 28.01.2018: Anne Will: Wie antisemitisch ist Deutschland heute? abrufbar unter: <a href=\"https://www.youtube.com/watch?v=fahbU_DD4ug\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.youtube.com/watch?v=fahbU_DD4ug</a></div><div><br></div>",
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                    "title": "Esther Bejarano in hohem Alter"
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            "title": "Ehemalige Synagoge",
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            "description": "<div class=\"\">Synagogen sind Orte an denen Juden gemeinsam Gottesdienste feiern. Sie sind vergleichbar mit den Kirchen im Christentum und den Moscheen im Islam.&nbsp;&nbsp;</div><div><br></div><div class=\"\"><b>Unterschiede zwischen Christentum und Judentum bezüglich des Gotteshauses</b>&nbsp;&nbsp;</div><div class=\"\">In Synagogen sind die Regeln etwas anders als in&nbsp; Kirchen. In traditionellen Gemeinden sitzen die Männer unten und die Frauen oben, da Frauen als „näher zu Gott“ gesehen werden, da sie Kinder gebären können. Die Tora ist das heilige Buch. Sie umfasst die 5 Bücher Moses und wird im Laufe eines Jahres komplett durchgelesen. Eine wichtige Regel ist, dass man sie auf keinen Fall anfassen darf, da sie handschriftlich geschrieben wurde und die Buchstaben nicht verwischt werden sollen. Es gibt nämlich heute nur noch wenige Menschen, die hebräisch schreiben können.&nbsp;&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Die Synagoge in Saarlouis</b>&nbsp;&nbsp;</div><div class=\"\">In den 1820er Jahren war es durch die Unterstützung wohlhabender jüdischer Familien möglich in der Saarlouiser Gemeinde eine große Synagoge zu errichten. Nachdem Reparaturarbeiten verrichtet wurden, wurde die Synagoge in der Reichspogromnacht verwüstet und geschädigt. Die Folge war, dass sie geschlossen wurde, über Jahre als Schreinerei diente, schließlich abgerissen wurde. Das Inventar wurde auf einen Bauhof gebracht. Angestellte glauben, dass auf diesem Bauhof noch Bücher in althebräisch zu finden sind. Die Bänke wurden verbrannt.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Die Synagogengemeinde und Reichspogromnacht</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Die Synagogengemeinde in Saarlouis hatte um 1925 rund 480 Mitglieder. 1933 lebten etwa 324 davon in Saarlouis selbst. Durch die Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland, zogen 1935 viele jüdische Familien nach Lothringen oder Luxemburg, wodurch die Anzahl auf nur noch 95 sank. Kurz darauf gab es nur noch 5 jüdische Geschäfte die schließlich in der Pogromnacht geplündert und verwüstet wurden. Nach dem Geschehen wurde von einem Zeugen von Rufen wie zum Beispiel „Nieder mit den Juden“, die er aus der Menge hören konnte, berichtet. Erst nachdem sich die Menge einigermaßen auflöste, sah er, dass sogar einige durch die zerbrochenen Schaufenster in die Geschäfte kletterten und die Synagoge auch von innen verwüsteten. Ein Jahr später lebten nur noch 41 Jüdinnen und Juden in der Stadt, 1940 wurden dann auch die letzten nach Gurs deportiert.&nbsp;</div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Reichspogromnacht (auch “Reichskristallnacht” oder “Novemberpogrome”)</b>:&nbsp;</div><div class=\"\">Die Reichspogromnacht ereignete sich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Nazi-Deutschland. Während dieser gewaltsamen und koordinierten Aktion griffen nationalsozialistische Sturmabteilungen (SA), die Schutzstaffel (SS) und andere Anhänger des Nazi-Regimes jüdische Geschäfte, Synagogen, Wohnungen und jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland an.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Quellen:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Was geschah am 9. November 1938 von Eva Tigmann Synagogen Rheinland Pfalz und Saarland von Philipp von Zabern</div>",
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            "title": "Marlies Löb",
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            "description": "<div class=\"\">Marlies Löb wurde am 2. August 1934 als Tochter eines jüdischen Viehhändlers aus Quierschied und seiner katholischen Frau in Saarlouis geboren. Sie hatte noch 5 Geschwister. Ihr Bruder Walter Löb ist der Grund, warum wir heute so viel über Marlies und ihren grausamen Tod wissen. So erzählt er in verschiedensten Interviews (s. Video) und seinem Buch „Walter Löb - Das außergewöhnliche Leben eines Zeitzeugen“ seine Geschichte sowie die seiner Schwester.&nbsp;</div><div class=\"\">Die Reichsprogromnacht (9. auf 10. 11.1938 stürzt die Familie Löb in Armut, da der jüdische Vater verschleppt wird. In der Folge zieht die Familie im September 1939 nach Heiligenstadt um, muss jedoch schon im Herbst 1940 wieder nach Saarlautern (= Bezeichnung für Saarlouis während des NS-Regimes) zurückzukehren. In der Schwarzochsenstraße, wo heute ihr Stolperstein ist, lebte Marlies bis 1942 mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen. <br></div><div class=\"\">1942 wurde sie dann gegen den Willen ihrer Mutter aus der Familie gerissen und in die „Heilanstalt“ Idstein eingewiesen, da sie unter Wachstumsstörungen litt. Dort wurde sie Anfang Februar 1943 von ihrer Mutter und Walter besucht. Marlies soll sie in gutem Zustand empfangen haben, jedoch davon erzählt haben, dass sie ständig gegen ihren Willen schmerzhafte Spritzen bekam. Diese Spritzen enthielten wahrscheinlich ein Beruhigungsmittel um Marlies „ruhig zu halten“. Als Folge beschwerte sich Walter bei einer Krankenschwester und kündigte bei ihr an, dass sie planten, Marlies wieder mit nach Hause zu nehmen. Aufgrund ihrer jüdischen Verwandtschaft war es Marlies jedoch untersagt die Anstalt wieder zu verlassen. Der Heimleiter drohte Walter und seiner Mutter damit, dass Walter ebenfalls bleiben müsste, sollten sie sich weigern innerhalb von 2 Stunden das Haus zu verlassen. Daraufhin mussten beide den Heimweg ohne Marlies antreten. Das sollte das letzte Mal sein, dass einer der beiden Marlies sah, denn Marlies wurde 1943 in die Tötungsanstalt Hadamar verlegt. Dies wurde natürlich nicht klar gesagt, um kein Aufsehen zu erregen. Ihnen wurde wahrscheinlich mitgeteilt, sie sei in eine neue Klinik verlegt worden. Zwei Monate darauf kam einTelegramm,&nbsp; dass Marlies an einem Hirnschlag gestorben sei. Dies ist stark anzuzweifeln. Damit ist Marlies Löb im Alter von nur 10 Jahren eines der vielen Opfer der NS-Euthanasie.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Euthanasie:</b> Ein von den Nationalsozialisten geprägter Begriff (gr. für \"schöner Tod\").&nbsp; Er ist eine Beschönigung für systematische Tötung von Menschen mit Behinderung jeglicher Art. Die Gesamtzahl der Opfer liegt zwischen 180.000 und 200.00 Menschen.&nbsp;</div><div class=\"\"><b>Hadamar:</b>&nbsp; Eine von sechs Tötungsanstalten in ganz Deutschland (Brandenburg, Grafeneck, Bernburg, Sonnenstein, Hartheim, Hadamar). Zwischen 1941 bis 1945 wurden in Hadamar etwa 14.500 Menschen umgebracht&nbsp;</div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Quellen: </b><br></div><div class=\"\">Buch \"Walter Löb- Das außergewöhnliche Leben eines Zeitzeugen\", Stadt Saarlouis, Stolpersteine&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Bildquellen/Videoquelle:</b></div><div class=\"\">Archiv Adolf-Bender-Zentrum <a href=\"https://www.youtube.com/watch?v=Sddhny1zCXk\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.youtube.com/watch?v=Sddhny1zCXk</a><br></div>",
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            "title": "Ludwig und Leo Wollheim",
            "subtitle": "",
            "description": "<div>Die Familie Wollheim betrieb vor dem 2. Weltkrieg ein bedeutendes Saarlouiser Modegeschäft in der heutigen Stiftstraße. Ihr Haus wurde während des Krieges zerstört. 1928 war Ludwig Wollheim, geboren 1871 in Rogasen, Vorsitzender der Synagogengemeinde Saarlouis. 1930 gründete er mit seiner Frau Berna Blumenthal, gestorben 1932 in Saarlouis, eine Stiftung zur Begabtenförderung und zur Unterstützung Bedürftiger. Ludwig Wollheim wurde 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er am 10.02.1943 ermordet wurde. Auch sein Sohn Leo, geboren 1902, wurde 1942 mit dem Transport 18, einem Zug, der über tausend Gefangene nach Auschwitz brachte, deportiert und schließlich 1943 ermordet. Der Zug startete in Drancy bei Paris, wo ein großes deutsch-französisches Durchgangslager war. Von dort aus fuhr der Zug in das Vernichtungslager Auschwitz in Polen. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Quellen:</b><a href=\"http://www.feuerwehr.saarlouis.de/ludwig_wollheim.0.html\" class=\"link external\" target=\"_blank\">http://www.feuerwehr.saarlouis.de/ludwig_wollheim.0.ht</a>&nbsp;<a href=\"http://www.tenhumbergreinhard.de/transportliste-der-deportierten/bericht-transport/transport-12081942-drancy.html\" class=\"link external\" target=\"_blank\">http://www.tenhumbergreinhard.de/transportliste-der-deportierten/bericht-transport/transport-12081942-drancy.html</a>&nbsp;<b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Bildquellen:</b>&nbsp;Hans Peter Klauck, Jüdisches Leben in der Stadt und im Landkreis Saarlouis <a href=\"https://www.gurs1940.de/de/ausstellung/todeszonen/im-wartesaal-drancy\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.gurs1940.de/de/ausstellung/todeszonen/im-wartesaal-drancy</a></div><div><br></div>",
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            "title": "Familie Juda",
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            "description": "<div>Ab 1903 führte die jüdische Familie Juda das Hotel \"Zwei Hasen\" in der Zeughausstraße 4 in Saarlouis. Rosa Weil wurde am 15. Februar 1971 in Offenburg geboren, ihr Mann Isidor am 07. September 1872 in Roden. Nach der Deportation 1942 kamen beide im Ghetto in Theresienstadt zu Tode, Rosa am 13. Juli 1943 und Isidor am 4. April 1944. Ihr ältester Sohn Ludwig starb 1942 in Auschwitz, ihre Tochter Elsa 1944 ebenfalls in Auschwitz und ihr zweiter Sohn Felix 1945 bei Minsk. Alle drei wurden von Nazis ermordet. Isidor Juda war ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Saarlouis. Theresienstadt, wo sowohl Isidor als auch Rosa weil ermordet wurden, ist ein Konzentrationslager im heutigen Tschechien. die Nationalsozialisten errichteten 1941 nach der Besetzung der Tschechoslowakei dort zunächst ein Sammel- und Durchgangslager für Juden in diesem Gebiet. Später wurden auch reiche Juden aus Deutschland dorthin deportiert. Bis ende des 2. Weltkrieges wurden etwa 140000 Menschen nach Theresienstadt gebracht, davon staben 33.000 Menschen dort. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b>Quellen: </b><br></div><div class=\"\"><a href=\"http://www.feuerwehr.saarlouis.de/isidor_juda.0.html\" class=\"link external\" target=\"_blank\">http://www.feuerwehr.saarlouis.de/isidor_juda.0.html</a></div><div class=\"\"><a href=\"https://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/s-t/1716-saarlouis-saarland\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/s-t/1716-saarlouis-saarland</a></div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Bildquelle:</b>&nbsp;Hans Peter Klauck, Jüdisches Leben in der Stadt und im Landkreis Saarlouis\n</div><div><br></div>",
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            "description": "Die Feuerwehr will für die vier Personen Leo Cahn, Ludwig Wollheim, Isidor Juda und Simon Eschwege einen Ort der Erinnerung erschaffen, da sie von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet worden, was die Stolpersteine einem zeigen sollen. Sie waren alle ein Teil der Feuerwehr in Saarlouis, welches auch der Grund ist wieso die Feuerwehr das errichten lies. Über diese Leute und ihre Schicksale kann man auch in den vorherigen Stationen und unter <a href=\"http://www.feuerwehr.saarlouis.de/juedische_mitglieder.0.html\" class=\"link external\" target=\"_blank\">http://www.feuerwehr.saarlouis.de/juedische_mitglieder.0.html</a>&nbsp;etwas herausfinden.\n<div><br></div>",
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            "title": "Jüdischer Friedhof",
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            "description": "<div>Dieser Friedhof grenzt unmittelbar südlich an den alten Friedhof der Stadt Saarlouis an. Am 15. Oktober des Jahres 1905 wurde dieser angelegt, nachdem der 1755 angelegte Friedhof in Diefflen zu klein wurde. Dieser israelitische Friedhof wurde gegen Ende des 2. Weltkriegs aufgrund des Antisemitismus stark zerbombt. Dort liegen bis heute Teile der damals ebenso zerstörten Synagoge Saarlouis. Der Friedhof ist ein einfaches Rechteck und wird von einer Mauer, die heute noch teilweise erhalten ist, umgeben. Die letzte Bestattung fand im Jahr 1988 statt und insgesamt befinden sich dort 137 Gräber. Im Judentum werden die Gräber nicht nach einer gewissen Zeit entfernt (im Gegensatz zum Christentum). Also findet eine Nutzung des Friedhofs bis heute statt. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">Quelle:</b>&nbsp;Freundeskreis zur Rettung jüdischen Kulturgutes, Jüdische Friedhöfe\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Gonnesweiler",
            "subtitle": "ehemalige jüdische Einrichtungen",
            "description": "<div class=\"\">Der Start- und Zielpunkt für unseren Weg der Erinnerung in Gonnesweiler liegt am Dorfplatz in der Schwarzbachstraße. Dort können Sie gut parken. (Wegepunkt 1). Für den Rundgang zur jüdischen Geschichte in Gonnesweiler sollten Sie ca. 1 Stunde Zeit einplanen. Die Laufstrecke beträgt knapp 3 Kilometer. <br></div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Gehen Sie über den dort verlaufenden Nahetalfahrradweg ca. 200 Meter Richtung Nepomuk-Kapelle. Kurz vor der Kapelle befindet sich auf der linken Seite eine Erinnerungstafel an die jüdische Mikwe von Gonnesweiler (Wegepunkt 2). <br></div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Gehen Sie nun zurück bis zur Hauptverkehrsstraße (Nahetalstraße) und folgen dieser nach rechts bis zur Hausnummer 32. Dort finden Sie die Stolpersteine der Familien Hirsch und Kahn (Wegepunkt 3).&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Gehen Sie anschließend wieder zurück und biegen Sie nach ca. 200 Metern rechts in die Seestraße ab. Folgen sie der Straße leicht ansteigend bis kurz vor den Bostalsee. Zu Ihrer Linken liegt nun am Waldrand der jüdische Friedhof von Gonnesweiler (Wegepunkt 4).&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Begeben Sie sich jetzt zum Bostalsee, biegen sie dort nach links ab und gehen Sie einige Meter zum Raimund-Hirsch Platz. (Wegepunkt 5).   Nehmen Sie den gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt. <b><i class=\"\"><br></i></b></div><div class=\"\"><b><i class=\"\"><br></i></b></div><div class=\"\"><b><i class=\"\">Quellen:</i></b> <br></div><div class=\"\"><i>Landau, Michael und Tigmann, Eva: Unsere vergessenen Nachbarn. St. Ingbert 2010.</i><i class=\"\"><a href=\"http://www.alemannia-judaica.de/soetern_synagoge.ht\" class=\"link external\" target=\"_blank\">http://www.alemannia-judaica.de/soetern_synagoge.ht</a>, zuletzt eingesehen am 09.02.2019.</i></div><div><br></div>",
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            "description": "<div>Die Mikwe ist ein wichtiger Bestandteil der jüdischen Tradition. Sie ist ein Tauchbad und dient verheirateten Frauen nach ihrer Menstruation oder einer Geburt zur rituellen Reinigung. Den ersten Besuch einer Mikwe absolviert eine Frau meist am Vorabend ihres Hochzeitstages.&nbsp;</div><div><br></div><div class=\"\">Die Mikwe in Gonnesweiler ist direkt am Bosbach errichtet worden und sah wohl so ähnlich aus wie die Bosener Mikwe.&nbsp;</div><div class=\"\">In einem amtlichen Bericht heißt es: <i>„Zur Erstellung des Bades soll ein einfaches, kleines Badgebäude in Kalkmauer mit einem Ziegeldache erbaut, in demselben eine holzene drei Fuß hohe geräumige Badewanne so tief in den Boden gestellt werden, dass sie 2,5 Fuß unter dem Niveau des Bosbaches steht und mittels hölzerner Röhren fließend das Wasser aus dem Bosbache in die Wanne geleitet werden kann. Zugleich soll zur Erwärmung des Badewassers neben der Badewanne ein kleiner Feuerherd und auf demselben ein Kessel eingemauert, auch der Fußboden um die Badewanne gedielt werden.“</i>&nbsp;</div><div class=\"\">Diese Mikwe von Gonnesweiler ist 1841 gebaut worden. Schon fünf Jahre danach soll sie so reparationsbedürftig gewesen sein, dass sie nicht mehr benutzt werden konnte. So ist es nicht gewiss, ob und wie lange das Badehäuschen noch genutzt wurde. Das Gebäude ist schon lange aus dem Ortsbild verschwunden. <i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bildquelle:</i>&nbsp;<i>Ausschnitt aus der ersten Flurkarte des Gonnesweiler Bannes, vermessen durch den Geometer Maull in den Jahren 1838/39, mit späteren Ergänzungen. (Dorfmitte, Flur XXII.)</i></div><div><br></div>",
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            "title": "Stolpersteine Fam. Kahn/Hirsch",
            "subtitle": "Nahestraße 32",
            "description": "<div class=\"\">Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort pflastersteinähnliche Gedenktafeln aus Messing in den Boden einlässt. Inzwischen liegen mehr als 70.000 Stolpersteine in 22 Ländern Europas (Stand 2021). In der Gemeinde Nohfelden wurden im Jahr 2012 in den Dörfern Sötern, Bosen und Gonnesweiler 18 Stolpersteine verlegt.<br>„<i>Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist</i>“, zitiert Gunter Demnig den Talmud. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. „<i>Hier wohnte….</i>“, steht auf dem zehnmal zehn Zentimeter großen Tafeln aus Messing, dann Name und Geburtsdatum des Opfers und Informationen zu Deportation und Ermordung.<br>„<i>Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten</i>“, ist der Kölner Künstler überzeugt. Damit hat Demnig das weltweit größte dezentrale Mahnmal für die Opfer des dritten Reiches geschaffen. <br>Trotz des Begriffs Stolpersteine geht es Demnig nicht um tatsächliches „Stolpern“. Er zitiert auf die Frage nach dem Namen des Projektes gerne einen Schüler, der, nach der Stolpergefahr gefragt, antwortete: „<i>Nein, nein, man stolpert nicht und fällt hin, man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen</i>.“</div><div><br></div><div class=\"\"><b class=\"\">Stolpersteine für Josef und Charlotte Kahn</b><br>Josef (*1870) und Charlotte (*1877, geb. Bach), hatten 10 Kinder, wovon eines direkt nach der Geburt verstarb. Flora Kahn blieb als einziges Kind im Elternhaus wohnen und heiratete später Ludwig Hirsch aus Sötern. Alles weist daraufhin, dass die Eheleute Kahn ab dem Jahr 1941 mit anderen jüdischen Bürgern in einem sogenannten Judenhaus, das in Sötern lag, gezwungen wurden zu wohnen. Sie wurden im Juli 1942 deportiert und trafen später in Theresienstadt ihre Tochter Melliane „Melly“ (*1914), welche dort als Rot-Kreuz-Schwester tätig war. Zum Schutz ihrer Tochter war es dem Ehepaar unmöglich sich zu Melliane zu bekennen und diese anzusprechen. Zwei ihrer Töchter wurden mit ihren Familien in KZ`s ermordet. Sechs Kinder emigrierten. Eine Tochter überlebte, weil sie von ihrem nicht-jüdischen Ehemann versteckt wurde. Ihr Wohnhaus wurde im Krieg vermietet.</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Stolpersteine für Flora, Ludwig und Raimund Hirsch</b><br></div><div class=\"\">Flora Hirsch (*1904, geb. Kahn) legte eine Meisterprüfung als Damenschneiderin ab und unterhielt ein Geschäft in Gonnesweiler. Sie heiratete Ludwig Hirsch (*1903) aus dem Nachbarort. 1934 wurde der gemeinsame Sohn Raimund „Remo“ geboren. Die Familie wurde im Zuge der Deportation vom 29. April 1942 erfasst und in ein Arbeitslager im Distrikt Lublin abtransportiert.&nbsp; Aus einem späteren Schreiben geht hervor, dass der Vater gleich nach der Ankunft von der Familie getrennt wurde. Die Postkarte datiert vom 05.06.1942 und ist adressiert an das sog. „Judenhaus“ in Sötern, in dem die noch in der Gemeinde Nohfelden lebenden Juden zusammen untergebracht waren. Zu diesem Zeitpunkt waren die Eltern von Flora Hirsch noch nicht deportiert worden.<br></div>",
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            "description": "<div>Nach jüdischer Tradition ist ein Friedhof ein Ort der Ewigkeit, dessen Frieden niemand stören darf. Bei den Christen gibt es die Tradition, die Gräber mit Blumen zu schmücken. Im traditionellen Judentum hingegen ist dies nicht üblich, da Blumen etwas Vergängliches sind. Man legt zum Gedenken und als Zeichen der Verehrung kleinere Steine auf die Gräber.&nbsp;</div><div><br></div><div class=\"\">Der jüdische Friedhof in Gonnesweiler wurde um 1800 angelegt. 21 Gräber sind heutzutage nur noch sichtbar, da viele in der NS- Zeit geschändet und zerstört wurden.&nbsp;</div><div class=\"\">Im Jahre 1932 ist der Friedhof noch vergrößert und ist neu eingefriedet worden. Die letzte bekannte Beerdigung soll 1940 von Helene Heymann gewesen sein, ihr Grabstein ist jedoch leider nicht mehr vorhanden.\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Raimund-Hirsch Platz",
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            "description": "<div>Der Raimund Hirsch Platz ist einer von 7 <i>Orten gegen das Vergessen</i>&nbsp;im Landkreis St. Wendel, die an das Schicksal unserer jüdischen Nachbarn während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern soll.&nbsp;</div><div><br></div><div class=\"\">2014 hat der Landkreis St. Wendel zusammen mit dem Adolf-Bender Zentrum St. Wendel das Projekt „7 Orte gegen das Vergessen“ umgesetzt. Es wurden sieben Erinnerungsorte geschaffen, die an das ehemalige jüdische Leben im Landkreis St. Wendel erinnern sollen. Es handelt sich dabei um Plätze, die mit Bänken und Informationstafel ausgestattet sind, und an die Geschichte jüdischer Bürger im St. Wendler Land erinnern, stellvertretend für die Opfer des Nationalsozialismus in der Region.&nbsp;</div><div class=\"\">Der Landkreis St. Wendel hat den Platz nach Raimund Hirsch benannt, der in Gonnesweiler lebte und mit 8 Jahren zusammen mit seiner Familie deportiert und von den Nationalsozialisten ermordet wurde.&nbsp;</div><div class=\"\">Sein Schicksal soll mahnend daran erinnern, zu was Hass und Gewalt führen können.\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Historische Frauenorte in SB",
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            "description": "Der Rundgang zu historischen Frauenorten in Saarbrücken basiert im Wesentlichen auf der Publikation von Ruth Bauer und Karin Maaß „Frauenwege in Saarbrücken“, welche durch das Projekt „FrauenSichtenGeschichte“ des Frauenbüros Saarbrücken und der FrauenGenderBibliothek Saar 2002 ermöglicht wurde.<br>Plätze, Brunnen und Gebäude sollen hier aus weiblicher Sicht Zeugnis ablegen vom Wirken der Frauen in Saarbrücken. Der Rundgang führt von Alt-Saarbrücken nach St. Johann und streift dabei mehrere Jahrhunderte Frauengeschichte.<br><br><i>Der Rundgang in der App wird gefördert durch das Bundesprogramm \"Demokratie leben!\" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Saarbrücken.<br>Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ bzw. des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen trägt die Autorin bzw. tragen die Autorinnen die Verantwortung.</i><br><br>",
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            "title": "Saarbrücker Schloss",
            "subtitle": "Die regierenden Gräfinnen von Saarbrücken",
            "description": "In Alt-Saarbrücken, seit dem 9. Jh. besiedelt, wird im 10 Jh. auf dem zum Fluss abfallenden Felsen, gegenüber dem Handelsplatz St. Johann auf der anderen Saarseite, eine Burg errichtet. Auf die mehrfach vergrößerte Burganlage folgt Anfang des 17. Jh. ein Renaissanceschloss, welches im 18. Jh. durch ein von Friedrich Joachim Stengel entworfenes Barockschloss ersetzt wird, auf dessen veränderte Gestalt wir heute schauen.<br>Insgesamt acht Gräfinnen und Fürstinnen regieren zwischen dem 13. – 18. Jh. selbstständig das Land.<br>Auch wenn das Frauenbild im Mittelalter nicht auf Macht und Einfluss ausgerichtet ist, so scheint es doch möglich, zum Zweck der Machterhaltung einer Dynastie, sofern kein männlicher Erbe bereitsteht, eine Frau der Familie mit der Regierung zu beauftragen, allerdings meist befristet. Auch wenn die Frauen, anders als die Männer, nicht auf dieses Amt hin erzogen worden sind, ist nicht bekannt, dass sich eine von ihnen nicht behauptet hätte.<br>Die beiden ersten regierenden Gräfinnen sind Lorette (1235-1271) und Mathilde (1271-1274) von Saarbrücken. Zu ihren Gunsten ändert der Vater, in Ermangelung eines Sohnes, die männliche Lehensfolge in eine weibliche. Damit können die beiden Schwestern ihren Herrschaftsbereich nicht nur gegen Fremde, sondern auch gegen Ansprüche ihrer Ehemänner verteidigen und für ihre Nachfolger bewahren.<br>Im 14. Jh. fallen durch Eheschließung der Gräfin Johanna von Saarbrücken-Commercy mit dem Grafen Johann von Nassau, die Saarbrücker Ländereien an das Haus Nassau.<br>Die politisch erfolgreiche Regentin Elisabeth von Nassau-Saarbrücken (1429-1442) übernimmt nach dem Tod ihres Gemahls Philipp I. für beide Söhne 13 Jahre die Regentschaft. Sie wählt Saarbücken zu ihrem ständigen Wohnsitz und begründet damit eine ortsfeste Verwaltung in St. Arnual. Als erstes Mitglied des Hauses Nassau-Saarbrücken wird sie in der Stiftskirche von St. Arnual beigesetzt und ihre Tumba ist das älteste erhaltene Grabmal einer regierenden Saarbrücker Gräfin. Elisabeth ist Zeit ihres Lebens auch literarisch tätig und gilt als Begründerin des deutschen Prosaromans.<br><br><i>Foto: Grabmal der Gräfin Elisabeth (ca. 1394/95-1456) in der Stiftskirche St. Arnual. Foto: E. Peiffer CC-BY-SA 3.0</i><br><br>",
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            "title": "Schlosskirche",
            "subtitle": "Die Grabdenkmäler",
            "description": "In das 17. Jh. fallen die Regierungszeiten der Gräfinnen Anna Amalie Markgräfin von Baden und Hochberg (1640- 1651) und Eleonore Clara von Hohenlohe und Gleichen (1677-1685/97). Sie regieren während des 30-jährigen Krieges und der französischen Reunionskriege in schweren Krisen und finden in der Schlosskirche ihre letzte Ruhestätte. Während Anna Amalie kein besonderes Grabmal erhält, lässt Eleonores Sohn Ludwig Crato lange nach dem Tode seiner Eltern für beide ein repräsentatives Grabmal errichten.<br>Die letzte regierende Fürstin ist Charlotte Amalie von Nassau-Usingen-Idstein (1728-1738), Mutter des Regenten Wilhelm Heinrich, die für 10 Jahre vormundschaftlich von Usingen aus regiert. Auf sie gehen zahlreiche verwaltungstechnische Reformen zurück, von denen ihr Sohn später profitiert. Außerdem ist sie es, die den Neubau des Schlosses als Residenz ihres Sohnes bei Friedrich Joachim Stengel in Auftrag gibt und damit auch den barocken Ausbau Alt Saarbrückens einleitet, der bis heute sichtbar ist.<br><br><i>Foto: Grabmal des Grafen Gustav Adolph (errichtet 1699–1700) und seiner Frau Eleonore Clara (1632–1709). Foto: Gesine Kleen</i><br><br>",
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            "title": "Ecke Tal- Spichererbergstrasse",
            "subtitle": "Die städtische höhere Mädchenschule",
            "description": "Im 19. Jh. kommt es in Saarbrücken zu privaten Gründungen von Mädchenschulen, von denen sich einige zu höheren Bildungsanstalten entwickeln. Die größten höheren Mädchenschulen sind damals die höhere Töchterschule, die Kablé- und die Ursulinenschule.<br>Zuvor ist Mädchenbildung über die Volksschule hinaus unüblich und von den finanziellen Ressourcen der Eltern abhängig, mitnichten ist Mädchenbildung eine öffentliche Aufgabe.<br>1904 bezieht die höhere Mädchenschule das Schulhaus Ecke Tal- u. Spichererbergstraße. Zuvor ist hier eine Gewerbeschule für Jungen untergebracht, die jetzt in einen Neubau am Landwehrplatz zieht (heute Otto Hahn Gymnasium).<br>Die Mädchenschule geht zurück auf den Lehrer Schwalb, der diese nicht ganz uneigennützig (er ist Vater zweier Töchter), 1823 gründet. Als „gemischte Schule“ besteht sie bis 1835: Während Jungen hier auf den Besuch des Gymnasiums vorbereitet werden, dürfen Mädchen zumindest einige Fächer (Französisch, Zeichnen und Singen) besuchen, um bestmöglich auf das bürgerliche Leben einer Frau vorbereitet zu sein. Ab 1835 wird die Schule in eine höhere Töchterschule umgewandelt, die Mädchen haben nun erstmals die Möglichkeit bis zum 16. Lebensjahr die Schule zu besuchen Der Abschluss ist aber nicht gleichwertig und berechtigt allenfalls zum Besuch eines Lehrerinnenseminars.<br>1905 wird der Schule eine Bildungsanstalt zur Ausbildung von Lehrerinnen an Volksschulen, mittleren und höheren Mädchenschulen angegliedert. Der Lehrberuf ist lange die einzige standesgemäße, bezahlte Arbeit für bürgerliche Frauen. Bis 1920 dürfen Lehrerinnen aufgrund des geltenden Lehrerinnenzölibats nicht heiraten.<br>Viele Mädchen nutzen die Ausbildung, um sich zu bilden, ohne den Beruf später auszuführen. Gleichwohl sichert der Abschluss ihnen die Möglichkeit, ggf. für sich zu sorgen.<br>1908 reformiert der preußische Staat auf Drängen von Eltern, Lehrkräften und der Frauenbewegung das Mädchenschulwesen. Es kommt zur Gleichstellung der höheren Mädchenschulen mit den weiterführenden Anstalten für Jungen und infolgedessen zur Zulassung von Mädchen zur Reifeprüfung und zum Universitätsstudium.<br><br><i>Foto: Städtische Höhere Mädchenschule in der Spichererbergstrasse, vor 1906. Stadtarchiv Saarbrücken, Slg HN 3<br>Ton: Martin Gottlieb Wilhelm Brandt: Die höhere Töchterschule zu Saarbrücken in ihrem 25jährigen Bestehen. Frankfurt 1857, S. 22. Eingesprochen von Gesine Kleen<br>Ton: Schulerinnerungen von Maria Wewer, geb. Lenze. In der Festschrift zur Hundertjahrfeier der Auguste-Viktoria-Schule Saarbrücken 1932-1932, S. 22ff. Eingesprochen von Gesine Kleen</i><br><br>",
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            "subtitle": "Deutsch-Französische Freundschaft: Klara Maria Faßbinder (1890-1974)",
            "description": "Seit 1965 besteht zwischen dem französischen Nantes und Saarbrücken eine Städtepartnerschaft, der durch die Umbenennung dieses Platzes in den 70er Jahren Rechnung getragen wird. Auch die Brunnenplastik des Künstlers Lothar Messner von 1980 ist dafür sichtbares Zeichen.<br>Bereits Ende des 1. Weltkrieges bemüht sich eine Frau hier vor Ort besonders um die französisch deutsche Verständigung: Die Lehrerin, später Geisteswissenschaftlerin und Romanistin Klara-Marie Faßbinder.<br>1920 entscheidet sie, schockiert von ihren Erlebnissen an der Front, in das unter Völkerbundregierung stehende Saarland zu gehen, um friedenspolitisch zu wirken.<br>Den Lebensunterhalt verdient sie als Sekretärin des Bühnenvolksbunds (BVB), dessen Bildungsauftrag sie um die Aufklärung über den wachsenden Antisemitismus und christliche Ethik ergänzt. Sie organisiert regelmäßig Treffen und Vernetzung zwischen Deutschen und Franzosen, um mit Ihnen gemeinsam über die Zukunft des Saarlandes zu diskutieren. Außerdem ist sie in der internationalen Friedens- und Frauenbewegung aktiv und vernetzt.<br>Trotz der Entwicklung des Landes unter den Nationalsozialisten stimmt Faßbinder 1935 für die Angliederung des Saargebiets an Deutschland. Bald wird sie entlassen und erhält ein Berufsverbot.<br>Nach dem Krieg wird sie Geschichtsprofessorin an der Pädagogischen Hochschule Bonn und engagiert sich führend in der Westdeutschen Frauenfriedensbewegung. Sie ist Mitbegründerin der Gesamtdeutschen Volkspartei, demonstriert gegen die Wiederbewaffnung, den Vietnamkrieg und wirbt beharrlich für die Verständigung zwischen Ost und West. Ihr Engagement führt 1953 zu ihrer Suspendierung. 1966 verweigert ihr Bundespräsident Lübke die Annahme eines französischen Ordens, den sie als Übersetzerin erhalten soll. Dieser politische Skandal erregt weltweites Aufsehen. Erst unter Bundespräsident Heinemann wurde ihr 1969 die Auszeichnung verliehen. Klara-Marie Faßbinder stirbt 1974.<br><br><i>Foto: Klara Maria Fassbinder. AddF - Archiv der deutschen Frauenbewegung Kassel CC BY-NC-SA 4.0<br>Foto: Brunnenplastik des Künstlers Lothar Messner von 1980. Foto: Gesine Kleen <br>Ton: Fassbinder, Klara Marie: Begegnungen und Entscheidungen. Darmstadt: Progress-Verl. [1962], S. 79. Eingesprochen von Gesine Kleen</i><br><br>",
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            "title": "Ludwigsplatz/Keplerstrasse 3-5",
            "subtitle": "Frauen an der Staatlichen Saarländischen Schule für Kunst und Handwerk",
            "description": "Seit 1952 ist die, 1946 von der franz. Militärregierung eingerichtete Staatliche Saarländische Schule für Kunst im wiederaufgebauten Gebäude am Ludwigsplatz untergebracht. Hier hat sich schon vorher eine progressive, 1936 geschlossene Staatliche Kunst- und Kunstgewerbeschule befunden.<br>Der Lehrplan 1946 orientiert sich an modernen pädagogischen Konzepten. Einige Lehrer sind ehemalige Bauhaus-Schüler. Unterrichtet wird Malerei, Bildhauerei, Architektur, Grafik, Raumgestaltung, Weberei, Bildstickerei und Paramentik, Mode, Fotografie und Keramik, Metallformung, Kunsterziehung sowie Satz und Druck. Französischer Sprachunterricht ist am Anfang Pflicht.<br>Frauen sind als Lehrkraft und Studierende nur in den traditionell weiblichen Kunsthandwerken zu finden, wie Mode, Weberei oder Bildstickerei. Bis weit in die Nachkriegszeit hinein halten sich die klassischen Rollenmodelle, gestützt von der saarländischen Verfassung und dem Bürgerlichen Gesetzbuch von 1947, die den Frauen zwar das Wahlrecht, aber keine Gleichberechtigung in Ehe, Familie und Beruf gewähren. Kein Wunder, dass die Zahl der weiblichen Studierenden in den 50ern kontinuierlich sinkt und viele der Absolventinnen nie ihren Beruf ausüben oder künstlerische Anerkennung erhalten.<br>Bei einer Umstrukturierung der Schule 1958 werden viele kunsthandwerkliche Abteilungen geschlossen, was den Anteil der Frauen drastisch reduziert. Aber Sofie Dawo, Leiterin der Klasse für Weberei und Stoffdruck, wird 1961 immerhin zur stellvertretenden Direktorin der nun „Staatlichen Werkkunstschule Saarbrücken“.<br>1971 wird die Staatlichen Werkkunstschule als Fachbereich Design in die neu gegründete Fachhochschule des Saarlandes überführt.<br><br><i>Foto: Ilse Steinhoff: Sofie Dawo in der Webklasse. Digitales Bildarchiv, Historisches Museum Saar, Saarbrücken</i>",
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                    "title": "Sofie Dawo.Webklasse"
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            "title": "Ludwigsplatz/Keplerstrasse",
            "subtitle": "Das Hospital, Armen-, Zucht- und Waisenhaus",
            "description": "Mit der Anlage des Ludwigsplatzes als „place royale“ mit einem protestantischen Hofkirchenbau im Mittelpunkt setzt sich Wilhelm Heinrich ein Denkmal, das bis heute Wirkung entfaltet. Die dezentrale Lage, die ein so ambitioniertes Projekt bedingt, macht es aber schwer Investoren für die Randbebauung zu finden. Aus diesem Grund findet sich hier, auf diesem prächtigen Platz seit dem Ende des 18. Jh. das „Hospital, Armen-, Zucht und Waisenhaus“.<br>Die Moralvorstellungen des 18. Jh. sind bestimmt durch eine rigide Sexualmoral. Was der Fürst darf, ist für das Volk tabu. Dort herrscht eine rigide Sexualmoral. Vor allem das „Vergehen“ des nichtehelichen Beischlafs oder des Ehebruchs werden mit harten Strafen belegt.<br>Frauen werden stärker als Männer reglementiert. Dass es den unterbürgerlichen Frauen und Männern oft aus rechtlichen Gründen gar nicht möglich ist zu heiraten, alleinstehende Frauen mit der Geburt eines unehelichen Kindes automatisch ihre Arbeitsstelle verlieren, scheint keine Rolle zu spielen.<br>„Liederliche Weibsleute“ und auch Männer, die gegen die Gesetze der Zucht und Ordnung verstoßen, bringt man hierher.<br>Die ersten Insassen des Gefängnisses sind fünf zu schweren Zuchthausstrafen verurteilte Landstreicherinnen, deren Namen bis heute überliefert sind. Im Gefängnis sitzen Frauen wegen „Hurenfalles“, Diebstahls und Unzucht, Ungehorsams, Ehebruchs oder einer außerehelichen Schwangerschaft ein, die in der Regel mit einem Jahr Zuchthaus bestraft wird. Wegen der angeblichen Verführung eines herrschaftlichen Grenadiers, so kann man es in alten Aktenbeständen nachlesen, erhält eine Katharina Cordier eine dreimonatige Zuchthausstrafe. Auch von drei Kindsmörderinnen wissen wir: Katharina E. Martini, Anna K. Jung und Anna Melchior. Sie werden zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt, nach einigen Jahren von der Fürstin begnadigt und des Landes verwiesen.<br><br>",
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            "title": "Ludwigsplatz/Keplerstrasse",
            "subtitle": "Die Hebammenschule",
            "description": "Seit alters her ist die Hebammentätigkeit einer der wenigen ehrbaren Frauenberufe. Seit dem 15. Jahrhundert stehen sie in städtischen Diensten. So ist für Saarbrücken und St. Johann für das Jahr 1493 erstmals eine gemeinsame Hebamme erwähnt.<br>Im Verlauf des 18. Jahrhunderts gelingt es zunehmend Männern, Ärzten und Chirurgen, die Tätigkeit der Hebamme ihrem Kompetenzbereich mehr und mehr unterzuordnen. 1763 bestimmt Fürst Wilhelm Heinrich, dass die jeweils oberen Stadthebammen eine professionelle Ausbildung an der Hebammenschule in Straßburg absolvieren müssen, die Kosten seien von den jeweiligen Städten zu tragen.<br>Mit der Gründung dieser Hebammenschule vor Ort dachten die Stadtobersten, die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene auswärtige Hebammenausbildung zu reduzieren. 1787 wird in einem kleinen Raum des Hospitalbereiches, dem ehemaligen Kirchzimmer, eine Hebammenschule eingerichtet. Allerdings gibt es weder Lehrmaterial, noch verfügt, der lediglich bei einem Barbier in Ausbildung gewesene Chirurg und Wundarzt Reuther, den man mit der Schulleitung betraut, über das notwendige Wissen. Dennoch müssen sich 16 Hebammen bis 1803 einem mehrwöchigen Kurs + Examen unterziehen.<br>Eine der wenigen Hebammen, die in städtischem Auftrag eine einjährige Lehrzeit an der Hebammenschule in Straßburg verbringt, ist Sofia Weinranck, damals 44 Jahre alt, verheiratet und Mutter von 8 Kindern. Über 20 Jahre ist sie als Hebamme tätig. Als städtische Angestellte wird sie auch zur Begutachtung herangezogen, wenn bei einer Frau der Verdacht einer Abtreibung oder heimlichen Geburt besteht. Zusätzlich hat sie auch „Wachfunktionen“ der Sittenpolizei zu übernehmen und wird bei Kindsmordprozessen zur Betroffenen befragt. Sofia Weinranck führt ihr Amt offenbar so gut aus, dass sie von der Bürgerschaft mit einem besonderen Sitzplatz in der Ludwigskirche geehrt wird.<br><br><i>Foto: Auszug aus dem Hebammenbuch Louise Bourgeois. Ihr Handbuch von 1609 war das erste Lehrwerk für Hebammen, das von einer Frau und selber praktizierenden Hebamme geschrieben wurde. Foto von Louise Bourgeois, 1563 - 1636 / Wikimedia Commons / Public Domain</i>",
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            "title": "Staatskanzlei",
            "subtitle": "Hedwig Behrens (1900-1984) - Frauenamtsleiterin wider Willen",
            "description": "1950 beantragen 13 saarländische Frauenverbände bei der Regierung Johannes Hoffmann (CVP) die Einrichtung eines Frauenamtes, um damit den gesellschaftlichen Einfluss von Frauen zu verbessern und zu institutionalisieren. Als Amtsleiterin wünschen sie sich Frau Prof. Dr. Klara-Marie Fassbinder, die sich vor dem Krieg durch friedens- und frauenpolitisches Engagement hervorgetan hat. Die Landtagswahlen stehen an und Frauen bilden kurz nach dem Krieg die Mehrheit. Die Regierung richtet deshalb ein Frauenamt ein, aber statt Dr. Fassbinder besetzt das Amt von 1951-1955 die loyale Regierungsmitarbeiterin Dr. Hedwig Behrens. Sitz der damaligen Landesregierung, und damit auch Ort des Frauenamts ist die Villa Rexroth, an deren Stelle später die Moderne Galerie errichtet wird.<br>Hedwig Behrens, in Saarbrücken geboren, ist promovierte Volkwirtschafterin, doch eine Arbeitsstelle zu finden, ist trotz ihrer guten Ausbildung, als Frau in den 30er Jahren schwer.<br>Zunächst widmet sie sich in ihrem neuen Amt der Wohnsituation alleinstehender Frauen im kriegszerstörten Saarbrücken. Doch das von ihr angestoßene Projekt, die Errichtung eines Frauenwohnheims in St. Arnual, Koßmannstraße 12, verbessert die Situation der wohnungslosen Frauen, aufgrund zu hoher Mieten und einer strengen Hausordnung nicht.<br>Auch in der schulischen und beruflichen Bildung von Frauen vermag sie keine Akzente zu setzen, obwohl sie als ledige, hoch qualifizierte Frau um die Problematik des Rollenbildes der Frau als Hausfrau und Mutter wissen muss. Sie bezieht keine Gegenposition, sondern unterstützt in gleichem Maße Forderungen nach einer erneuten Vertiefung typisch weiblicher Ausbildungsgänge, sowie nach höherer (Schul-)Ausbildung für Mädchen und Frauen.<br>Die kritiklose Vereinnahmung ihrer Position als Alibi zeigt sich auch bei ihrer Teilnahme an der Ausstellung „Die Welt der Frau“ 1955, bei der frauenpolitische Fragen keine Rolle spielen und die Frau nur als Konsumentin angesprochen ist. Als Hedwig Behrend 1955 nach dem Regierungswechsel ihre Stelle aufgibt, bleibt die Stelle der saarländischen Frauenbeauftragten bezeichnenderweise bis 1985 unbesetzt.<br><i><br>Foto: Hedwig Behrens (1900-1086), Hedwig Behrens, die erste Frauenbeauftragte des Saarlandes. Stadtarchiv Saarbrücken, NL Schl 9-580<br>Foto: Ehemaliges Frauenwohnheim Kossmannstraße. Digitales Bildarchiv, Historisches Museum Saar, Saarbrücken<br>Ton: Abschnitte aus der Hausordnung des Frauenwohnheims Koßmannstraße (zitiert aus dem Aufsatz von Rita Gehlen: Die Wohnungsnot im Saarland der Nachkriegszeit und ihre besondere Bedeutung für alleinstehende Frauen. In Saarpfalz. Blätter für Geschichte und Volkskunde. Frau und Geschichte. Beiträge zur verkannten und verdrängten Wirklichkeit von Frauen. Sonderheft 1991, 67ff. Eingelesen von Gesine Kleen</i><br><br><br>",
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            "title": "Ludwigsplatz/Palais Freythal",
            "subtitle": "Maitressenwesen",
            "description": "Wir wissen nun, wie schwer es für Fürst Wilhelm Heinrich ist, Bauherren für die Randbebauung seines „Place royale“ zu finden. So muss der Fürst auch selbst aktiv werden und lässt an der Nordseite das „erste“ Haus am Platze, das Palais Freital (1763-1766), architektonisch aufwendig für seine damalige Maitresse Madame Louise de Freital errichten.<br>Das Maitressenwesen geht auf das Umfeld des päpstlichen Hofes Ende des 15. Jh. zurück und erreicht am französischen Hof im 17. und 18. Jh. seinen Höhepunkt: Mit der Eheschließung erfüllt man seine dynastische Pflicht und mit der Wahl der Kurtisane erfüllt man sich eigene Wünsche. So auch in Saarbrücken. Maitresse zu sein, ist damals für Frauen niederen Standes, sofern attraktiv, gebildet und klug, eine der wenigen Möglichkeiten, zu Anerkennung und Reichtum zu kommen, allerdings überschattet von der steten Abhängigkeit von der Gunst des Fürsten. Jederzeit kann die Frau fallengelassen werden, ohne Abfindung. So wird auch Madame Freital nach dem plötzlichen Tod Wilhelm Heinrichs von dessen Witwe Sophie Erdmuthe nicht nur aus ihrem prächtigen Palais vertrieben, sie muss sogar die Stadt verlassen.<br><br><i>Foto: Gesine Kleen, Plakette an dem Palais Freythal. </i><br>",
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                    "title": "Plakette am Palais"
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            "title": "Eisenbahnstraße 25",
            "subtitle": "Charme - eine saarländische Frauenzeitschrift",
            "description": "An der Stelle, wo sich heute die Stengelapotheke befindet, gibt es früher das Café Namens Fretter, welches kurz nach dem 2. Weltkrieg die Redaktion der saarländischen Frauenzeitschrift „Charme“ beherbergt.<br>Ihre Chefredakteurin ist die engagierte Frauenpolitikerin und Gründerin der saarländischen Arbeiterwohlfahrt Angela Braun. Sie kehrt 1945 aus dem Londoner Exil zurück und nimmt direkt ihre Tätigkeiten von vor dem Krieg auf: Als Vorständin der Arbeiterwohlfahrt und als Journalistin. 1947 wird sie für die SPS in den Landtag gewählt.<br>Die erste Charme kommt 1947 heraus. Sie erscheint zweimal monatlich und wird mit einer Auflage von 70.000 zunächst im Saargebiet, später im ganzen deutschsprachigen Raum vertrieben.<br>Die Zeitschrift wirkt wie eine interessante, vom Zeitgeist geprägte Mischform zwischen Themen, wie Mode, Kosmetik Haushalt und Lebensberatung auf der einen, Themen aus Politik und Gesellschaft auf der anderen Seite. So kann Angela Braun eine breiten Leserinnenschaft für politische Inhalte sensibilisieren.<br>Trotz oder vielleicht gerade wegen ihres anspruchsvollen Konzepts kann die Zeitschrift Charme sich nicht halten. Ihr Erscheinen wird bereits im Februar 1949, eineinhalb Jahre nach der ersten Nummer, eingestellt.<br>Angela Braun arbeitet weiter für die Saarbrücker Zeitung und nimmt ihre politischen Ämter wahr, bevor sie sich 1953 krankheitsbedingt beruflich zurückzieht. Seit der Niederlage bei der Saarabstimmung 1955 lebt sie in die Nähe von Paris, wo sie 1966 stirbt.<br><br><i>Fotos: Titelblätter der Charme. Foto: Gesine Kleen<br>Ton: Angela Braun Stratmann in der Charme 13/1948, S. 3. Eingelesen von Gesine Kleen</i>",
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            "description": "<div>Die Saar ist als Wasserstraße von Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Davon zeugt seit 1758 der Saarkran, ein Bau auf Initiative der Vereinigung Saarbrücker Kaufleute. Vor allem der Transport heimischer Kohle vom damaligen Kohlenzwischenlager „Kohlwaage“ (heute Alter Hafen) spielt eine wichtige Rolle.&nbsp;</div><div class=\"\">Zwar unter staatlicher Bergaufsicht, aber über 30 Jahre vor Ort leitet Catharina Margarethe Heintz geb. Hild die „Kohlwaage“ und ist damit nach 1815 die erste und vermutlich einzige Grubendirektorin in ganz Preußen.</div>Catharina heiratet 1787 den Verwalter des Kohlezwischenlagers und der Rußhütte in St. Johann, J. Jacob Heintz. Bald erkrankt er, und Catharina führt die Geschäfte zur vollen Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten und des Fürsten weiter. Es ist nicht unüblich, dass die Ehefrau mit der Arbeit des Gatten vertraut ist, sich so beruflich qualifizieren kann. Besonders aber, dass Catharina schon zu Lebzeiten ihres Mannes, 1790 zu seiner offiziellen Nachfolgerin ernannt wird. Diese Stellung behält sie auch unter französischer Regierung. Als 1801 ihr Mann stirbt, wird sie auch zur Direktorin der Rußhütter Steinkohlengruben. Der Preußische Staat, dem 1815 die Saarregion zufällt, bestätigt ihre Stellung, wenn auch zu einem deutlich geringeren Gehalt als ihre männlichen Kollegen.<br><div>Mit der politischen Übernahme setzen sich hier aber bald preußische Spielregeln durch: Frauen dürfen keine Wirtschaftsunternehmen mehr kaufen, leiten oder verwalten. Obwohl das Königliche Bergamt ausdrücklich betont, dass Frau Heintz ihre Geschäfte treu und vollständig, sogar besser und pünktlicher als alle anderen Schichtmeister erfüllt, verliert sie die Stellung, 1820 wird sie mit 56 Jahren berentet.&nbsp;</div><div>Unternehmensführung ist ein Bereich, den Frauen nach „gesunder Vernunft“ nicht verstünden. Lediglich stille Teilhaberinnen dürfen sie sein, ihr Kapital ist willkommen.</div><br><i>Foto: Stadtansicht mit Alter Brücke, Stengelschloss, Schlosskirche und Saarkran, um 1770/1775, kolorierte Zeichnung von Johann Caspar Zehender - Stadtarchiv Saarbrücken</i>",
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            "subtitle": "Gasthaus \"Zum Stiefel\" - Gewerbe am Markt",
            "description": "<div>Das Gasthaus „Zum Stiefel“ ist das Stammhaus der alten Saarbrücker Bierbrauerfamilie Bruch. 1718 von Daniel Bruch errichtet, trägt es seither den Namen „Zum Stiefel“. Er betreibt die Brauerei, sein Schwiegervater die Gastwirtschaft. Viele Witwen führen bis ins 19. Jh., nach dem Tode ihres Gatten, deren Geschäfte in Eigenregie weiter, so auch Caroline Bruch, die 1863 den Brauereibetrieb ihres Mannes Jakob Bruch übernimmt, zusätzlich die Großwald-Brauerei gründet und so den Bestand ihres Unternehmens sichert. Bekannter ist aber ihre Tochter, Berta Bruch, 1856-1940, die mit einem Teil ihres ererbten Vermögens die Gründung des Saarbrücker Tierheimes unterstützt hat, das bis heute ihren Namen trägt.</div><div><br></div>Berta Bruch führt durch ihren Reichtum ein angenehmes Leben, sie muss nicht heiraten, kann sich ihre Gefährten selbst aussuchen und sich ganz ihrer Passion, der Malerei widmen. Sie richtet sich 1905 im „Stiefel“ ein eigenes Atelier ein und nimmt private Malstunden bei dem Düsseldorfer Professor Brütt - zum Akademiestudium sind Frauen erst ab 1919 zugelassen. Der „Malkasten“, eine freie Künstlervereinigung, sorgt für malerische Ausbildung außerhalb der Kunstakademie. Über Bertas Kunst ist wenig bekannt, sie kopiert Gemälde des 18. Jhs und fertigt Porträts zahlreicher Bürger*innen Saarbrückens, darunter der bekannte Saarbrücker Heimat- und Barockforscher Karl Lohmeyer. Bei der Evakuierung Saarbrückens muss sie den „Stiefel“ verlassen. Sie stirbt 84jährig in Kassel.<br><i><br>Ton: Stiftungsurkunde vom 10.10.1928, verhandelt in Saarbrücken vor Justizrat Wilhelm Harraeus. Eingelesen von Gesine Kleen</i><br>",
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            "subtitle": "Frauen in der Kommunalverwaltung",
            "description": "<div>Als man hier 1900 das neu errichtete Rathaus im Stil der Spätgotik einweiht, ist das Haus fest in Männerhand. Auch noch dann, als der Bau nach der Städtevereinigung 1909 gemeinsamer Saarbrücker Verwaltungssitz wird.</div><div><br></div><div>Ab 1911 bis 1914 arbeiten hier gerade mal sechs Frauen als Bürogehilfinnen, erst als viele Männer in den Krieg müssen, werden 200 „Kriegsaushelferinnen“ angelernt, von denen 1918 70% wieder entlassen werden. Die restlichen 30% bleiben, denn kaum ein Mann kann oder will die nun frauentypische Tätigkeit der Stenographie und Schreibmaschine lernen, vor allem für eine so schlechte Bezahlung ohne Aufstiegschancen.&nbsp;</div><div>Erst in den 1950er Jahren ergattern auch einige Frauen die bisher Männern vorbehaltenen Beamtenpositionen – doch die Notwendigkeit des 1996 verabschiedeten Landesfrauenförderungsgesetz zeigt, dass die städtische Verwaltung, besonders in den höheren Ebenen, noch lange männerdominiert ist.</div><div><br></div><div>In der Kommunalpolitik zeigt sich das gleiche Bild: Zwar dürfen die Saarbrückerinnen 1920 zum ersten Mal wählen und sich auch wählen lassen, doch nur eine Frau, Agnes Kaiser (SPD) sitzt ab 1920 unter 59 Männern im Stadtrat. 6 Jahre später sind die Frauen immerhin schon zu dritt, W. Breihoff, (SPD), Elisabeth Lange (KPD) und Anna Fütterer (Zentrum) kommen hinzu. 1932 sind sie dann zu fünft: Zwei Frauen von der KPD, und jeweils eine Frau von der SPD, der Zentrumspartei und der DSV. Nach der Saarabstimmung müssen drei der Frauen (KPD und SPD) ihre Mandate niederlegen.</div>Damals wie oft noch bis zur Jahrtausendwende sind sie für die Bereiche der Wohlfahrts, Gesundheits- und Jugendpflege, also traditionell weiblichen Aufgabenfeldern, verantwortlich.<br><br><i>Foto: Rathaus St. Johann, Anfang 20. Jh. Stadtarchiv Saarbrücken, GÖ 0.504<br>Ton: Paul Burgard, Ludwig Linsmayer Saarbrücken 1909-35: Zerstritten im Inneren, geeinigt nach Außen, 167 In: Geschichte der Stadt Saarbrücken. Bd. 2. Herausgegeben von Rolf Wittenbrock. Eingelesen von Gesine Kleen</i>",
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            "subtitle": "Johanna Kirchner (1889-1944): Eine Frau im Widerstand",
            "description": "<div>Johanna Kirchner, 1889 als Kind engagierter Sozialistinnen geboren, wird 1908 Mitglied der SPD. Während des 1. Weltkrieges ist sie für die Kriegsfürsorge und später für die Arbeiterwohlfahrt tätig. Nach ihrer Scheidung 1926 arbeitet sie für das SPD-Parteibüro und engagiert im Bereich der Schul- und Gesundheitspolitik. Wie die meisten anderen Genossinnen ist für sie damals der Klassenkampf wichtiger als die Frauenfrage.</div>1933 flüchtet Johanna Kirchner ins vom Völkerbund regierte Saargebiet. Sie findet Kontakt zu sozialdemokratischen Kreisen und arbeitet zunächst in dem Lokal von Marie Juchacz, der ersten weiblichen Abgeordneten im Reichstag und Gründerin der Arbeiterwohlfahrt, die auch ins Saargebiet geflohen ist. Der Ort in der Bahnhofstraße 107 ist ein Treffpunkt für Emigrant*innen.<br><div>1934 beginnt Johanna Kirchner im Sekretariat der saarländischen SPD (Brauerstraße 6-8) zu arbeiten, gemeinsam mit Max Braun verfasst sie Berichte über die Situation im Reich und schickt sie an die Führung der Exil-SPD in Prag. Sie betreut Emigrant*innen, informiert die Völkerbundregierung und hilft, den Abstimmungskampf nach 1935 zu organisieren. Nachdem die Saarländerinnen sich mit 90,8 % für den Anschluss an Hitler-Deutschland entscheiden, wird die Beratungsstelle für Saarflüchtlinge nach Forbach verlegt. 1936 wird Kirchner die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt, 1939 muss die Staatenlose nach Frankreich fliehen und wird 1942 noch von der kollaborierenden französischen Geheimpolizei in Aix-les Bains verhaftet und an die Gestapo ausgeliefert.&nbsp;</div><div>Am 9.6.1944 wird ihr Todesurteil vollstreckt.</div><div><br></div><div>Erst 41 Jahre nach ihrer Ermordung, nach Druck und Protest des VVN Saar, ehrt die Stadt Saarbrücken Johanna Kirchner mit der Aufstellung einer Büste des Frankfurter Bildhauers Clemens Strugalla im Saarbrücker Rathaus.</div><br><i>Foto: Erste Seite des Todesurteils des „Volksgerichtshofes” gegen Johanna Schmidt, geschiedene Kirchner, vom 21. April 1944 Bundesarchiv, R 3018/1238<br>Foto: Johanna Kirchners Abschiedsbrief an ihre Familie. Personalakte J. Kirchner mit Briefen aus dem Gefängnis und Gerichtsunterlagen von 1944. Stadtarchiv Frankfurt<br>Foto: Stolperstein Johanna Kirchner. Foto: Margarethe Kees</i><br><br><br>",
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            "description": "Die Jahre 1933 bis 1945 haben auch an der Saar Spuren hinterlassen. Orte und Menschen bezeugen Verfolgung, Ausgrenzung und Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus. Davon berichten zehn Stationen zwischen dem Hauptbahnhof und dem Saarbrücker Schloss.\n<div>\n</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">An der Erstellung der App, der Auswahl der Orte und Fotografien sowie der Redaktion der Texte waren die Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes (Dr. Sabine Graf), das Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel e.V. (Fabian Müller), Dr. Eva Kell, der Saarländische Museumsverband (Sabine Geith), das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (Armin Schmitt, Landesbildstelle: Mechthild Schneider, Sprecher: Reiner Veeck, Tonaufnahme und Schnitt: Hans-Dieter Geid) sowie die Arbeitsgruppe „Schule und Erinnerungsarbeit“ (Leitung: Dr. Burkhard Jellonnek) in der Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit im Saarland beteiligt.&nbsp;<span style=\"color: var(--f7-input-text-color); font-size: var(--f7-input-font-size); font-weight: var(--f7-text-editor-font-weight); background-color: var(--f7-input-bg-color,transparent); font-family: var(--f7-font-family);\">Besonderer Dank gilt dem Landesarchiv (Dr. Peter Wettmann-Jungblut), dem Stadtarchiv Saarbrücken (Ruth Bauer) sowie dem Historischen Museum Saar für die freundliche Überlassung der Fotos.</span></div><div>\n</div>",
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            "title": "Hauptbahnhof",
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            "description": "<div><b>Der Hauptbahnhof als Ort des Terrors</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Der Saarbrücker Hauptbahnhof war Schauplatz der Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger. Am 9. November 1938 zogen in ganz Deutschland Schlägertrupps der SS und der SA durch Städte und Dörfer. Sie verwüsteten dort Geschäfte und Wohnungen von Jüdinnen und Juden, misshandelten sie und steckten Synagogen in Brand. Am Abend des 9. November wurden auch in Saarbrücken rund 150 jüdische Männer aus ihren Wohnungen geholt und auf dem Bahnhofsvorplatz zusammengetrieben. Von dort prügelte man sie durch die Bahnhofstraße zur Synagoge von dort durch die Innenstadt und wieder zurück zum Hauptbahnhof. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Sie mussten ihr eigenes Grab schaufeln...</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Neben dem Bahnhof entstand der Neubau der Eisenbahndirektion, weswegen sich dort mehrere Sandhaufen befanden. Die Peiniger forderten die Männer auf, sich dort ihr eigenes Grab zu schaufeln und drohten, sie zu ermorden. Daraufhin wurden sie zum Sitz der Gestapo im Saarbrücker Schloss gebracht und inhaftiert. Andere kamen ins Gefängnis Lerchesflur und wurden von dort in das KZ Dachau verschleppt. Viele saarländische Jüdinnen und Juden hatten bereits 1935 ihre Heimat verlassen. Sie wurden nach Kriegsbeginn und der Besetzung Frankreichs im Mai 1940 interniert und ab 1942 vom Durchgangslager Drancy bei Paris über den Saarbrücker Hauptbahnhof in die Vernichtungslager in Osteuropa deportiert. <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>SS= Schutzstaffel:</b>&nbsp;Gegründet 1925 als Leibwache des „Führer“ der NSDAP, Adolf  Hitler. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 Organisation im Nationalsozialismus, die der Verfolgung und Vernichtung von politischen Gegner*innen und Jüd*innen in Konzentrationslagern und bei Massenerschießungen diente. <br></div><div class=\"\"><b class=\"\">NSDAP= Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei:</b>&nbsp;Sie wurde 1920 gegründet. Ihr Programm war radikal antidemokratisch, antisemitisch und nationalistisch. Parteiführer war seit 1921 der spätere Reichskanzler Adolf Hitler. Er organisierte sie seit 1925 strikt hierarchisch. Im Juli 1932 wurde die NSDAP zur stärksten Fraktion des Reichstages gewählt. Durch das von den Nationalsozialisten im Reichstag erlassene „Ermächtigungsgesetz“ kamen sie als einzige bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zugelassene Partei in Deutschland an die Macht. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">SA= Sturmabteilung:</b>&nbsp;Kampforganisation und Hilfspolizei der NSDAP, die durch Aufmärsche, Blockaden und Straßenkämpfe die vom Nationalsozialismus zu politischen Gegnern erklärten Deutschen terrorisierte. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Bildquelle:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Stadtarchiv Saarbrücken <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Audiozitate:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Hans-Georg Treib: „Jetzt krien die Juden Schläh“.&nbsp;</div><div class=\"\">Die „Reichskristallnacht“ 1938: In: „Richtig daheim waren wir nie.“ Entdeckungsreisen ins Saarrevier 1815-1955. 1995, Seite 194.&nbsp;</div><div class=\"\">Aussage des Saarbrücker Kaufmanns Josef Kola über seine Misshandlungen in der Pogromnacht vom 9. November 1938. In: Akten der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, LASB Bestand 1152</div>",
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            "description": "<div><b>Das Café als Treffpunkt für Heimatlose</b>&nbsp;</div><div>Ein Treffpunkt der aus NS-Deutschland vor politischer Verfolgung an die Saar Geflüchteten war eine Pension in der heutigen Bahnhofstraße 95. Marie Juchacz (1879-1956), ehemalige Reichstagsabgeordnete der Sozialdemokratischen Partei hatte diese nach ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten ins Saargebiet im zweiten Stock eines Geschäftshauses eröffnet Hier konnten sich die geflüchteten, mittellosen Menschen aufhalten. Hier fand die aus Frankfurt geflohene Politikerin Johanna Kirchner (1889-1944) Arbeit als Spülerin, bevor der Vorsitzende der Sozialdemokraten im Saargebiet, Max Braun, sie als Parteisekretärin einstellte. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Flucht vor den Nazis nach Frankreich</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Saar-Abstimmung am 15. Januar und dem Machtantritt der Nationalsozialisten am 1. März 1935, setzte eine erneute Flucht nach Frankreich ein. Eine weitere Fluchtwelle folgte nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939. Während Marie Juchacz über Frankreich und Martinique in die USA fliehen konnte, wurde Johanna Kirchner 1942 in Südfrankreich an die Gestapo ausgeliefert. Sie wurde nach Deutschland verbracht und dort am 9. Juni 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Gestapo= Geheime Staatspolizei:</b>&nbsp;Politische Polizei im Nationalsozialismus. Sie war für Verfolgung und Bestrafung der politischen Gegner zuständig. <b>Berlin-Plötzensee:</b> Gefängnis und Hinrichtungsstätte zur Zeit des Nationalsozialismus <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Bildquellen:</b> Stadtarchiv Saarbrücken Bild \"Bahnhofstraße bei Nacht, 1935\":  Saarländisches Landesarchiv <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Audiozitat:</b>&nbsp;Karl Retzlaw: Spartakus. Aufstieg und Niedergang. Erinnerungen eines Parteiarbeiters. Frankfurt 1972, S. 377</div>",
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            "description": "<div><b>Engagiert für Saarbrücken: Jüdisches Leben vor 1933</b>&nbsp;</div><div>Nach der Gründung des Deutschen Kaiserreiches entwickelte sich Saarbrücken zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort an der Saar. Rund die Hälfte der rund 4.600 im Jahr 1933 im Saargebiet lebenden Jüdinnen und Juden wohnte in Saarbrücken und hatte mitgeholfen, Saarbrücken als Zentrum für Handel und Gewerbe aufzubauen. Die Saarbrücker Bahnhofstraße bezeugte dies bis in die 1930er Jahre mit ihrer Vielzahl an Kaufhäusern, Bekleidungs- und Stoffgeschäften, Spiel-, Schuh- und Lederwaren. Nach 1933 steigerte sich auch im Saargebiet die Blockademaßnahmen gegen jüdische Geschäfte und Arztpraxen. Hetze und Ausgrenzung nahmen zu. Sie erreichten am 9. November 1938 einen Höhepunkt. Die Synagoge in der Futterstraße wurde verwüstet und dann in Brand gesteckt. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Ausgrenzt, verfolgt, vernichtet: Jüdisches Leben nach 1933</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Die jüdischen Bürger, denen die Stadt ihren Wohlstand verdankte, mussten vor dem Terror fliehen. Vielen gelangten nach Übersee, andere lebten unter unwürdigen Bedingungen versteckt in Frankreich, jederzeit von Verrat und Deportation in ein Vernichtungslager bedroht.  Leo Oppenheimer, einst Inhaber des Textilkaufhauses Bamberger &amp; Hertz auf der Bahnhofstraße floh 1935 nach Paris. Dort war er wirtschaftlich erfolgreich. Er musste sich jedoch nach der Besetzung Frankreichs ab Mai 1940, in einem Keller in Marseille verstecken. Er starb 1949 an den Folgen der ihm aufgezwungenen Lebensumstände an einer Diabetes-Erkrankung. Sein Sohn Max schrieb unter dem Künstlernamen „Max Ophüls“ Filmgeschichte. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Bildquelle:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Stadtarchiv Saarbrücken <br></div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Audiozitat:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Friedrich Schlomo Rülf: „Ströme im dürren Land“ (1964/2013), S. 64 und 65</div>",
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            "description": "<div><b>Widerstand kommt an die Saar</b>&nbsp;</div><div>Widerstand an der Saar war der Import der NS-Gegner, die nach dem 30. Januar 1933 ins noch freie Saargebiet geflohen waren. Dazu zählten ehemalige Abgeordnete des Reichstags, politische Beamte in Ministerien und Verwaltungen der Länder und Kreise, die der Sozialdemokratischen Partei angehört hatten, Funktionärinnen und Funktionäre der Kommunistischen Partei sowie Schriftsteller und Journalisten, die sich zuvor gegen den Nationalsozialismus gestellt hatten. Saarbrücken wurde zum Zentrum des Widerstands, der maßgeblich von dem Sozialdemokraten Max Braun (1892-1945), dem Kommunisten Fritz Pfordt (1900-1957), und dem Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Saar, Fritz Dobisch (1890-1941), angeführt wurde. Sie gehörten seit 1932 auch dem Saarbrücker Stadtrat an. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Saarländer vereint gegen Hitler</b>&nbsp;</div><div class=\"\">1934 formierte sich im Gegenzug zu der von den Nationalsozialisten unterstützten „Deutschen Front“ die „Freiheits- oder Einheitsfront“. Darin hatten sich Kommunisten, Sozialdemokraten und des katholischen Widerstandes um Pater Hugolinus Dörr (1895-1940) zusammengeschlossen. Auch der Journalist und spätere Ministerpräsident des Saarlandes Johannes Hoffmann(1890-1967) engagierte sich mit der von ihm gegründeten Zeitung „Neue Saar-Post“ gegen den Anschluss an Hitler-Deutschland und für den Verbleib unter der Verwaltung des Völkerbundes. Das bedeutete, es blieb wie es seit 1920 war und damit der „Status quo“ erhalten. Am Ende entschieden sich 90 Prozent der Wahlberechtigten bei der Saar-Abstimmung am 13. Januar 1935 für den Anschluss an NS-Deutschland. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Völkerbund:&nbsp;</b>Von mehreren Staaten getragene Organisation, die für Frieden und Abrüstung auf dem Weg der Verhandlung eintrat. 1920 in Genf gegründet.</div><div class=\"\"><b>„status quo“</b>: lateinische Bezeichnung für „aktuellen Zustand“ <br></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Bildquellen:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Stadtarchiv Saarbrücken (Abb. 1-3), Landesarchiv (Abb. 4), Stolperstein (LpB) <br></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Audiozitate:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Gustav Regler: Das Ohr des Malchus. Eine Lebensgeschichte. Köln 1958, S. 304-305&nbsp;</div><div class=\"\">Gustav Regler: Das Ohr des Malchus. Eine Lebensgeschichte. Köln 1958, S. 520&nbsp;</div><div class=\"\">Paul Siegmann: Vor vierzig Jahren. Der Kampf um den 13. Januar 1935. Tagebuch-Auszüge. In: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend, 22 (1974), S. 224-325\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Willi-Graf-Ufer",
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            "description": "<div><b>Ein Katholik leistet Widerstand</b>&nbsp;</div><div>Der 1918 in Kuchenheim bei Euskirchen geborene Willi Graf kam im Alter von vier Jahren mit seiner Familie nach Saarbrücken, wo sein Vater die Geschäftsführung der katholischen Bildungsstätte Johannishof in der Mainzer Straße übernommen hatte. Als Schüler des Saarbrücker Ludwigsgymnasiums weigerte er sich, der Hitler-Jugend beizutreten und schloss sich hingegen dem katholischen Bund „Neudeutschland“ sowie dem „Grauen Orden“ an. Zusammen mit 17 Mitgliedern des „Grauen Ordens“ wurde Willi Graf 1938 vor dem Sondergericht Mannheim wegen „bündischer Umtriebe“ angeklagt und für einige Wochen inhaftiert. Er begann ein Medizinstudium in Bonn. Nach Kriegsausbruch wurde er in eine Studentenkompagnie einberufen und als Sanitäter eingesetzt. In Folge dessen setzte er sein Studium 1942 in München fort und wurde von dort für drei Monate an die Ostfront versetzt.&nbsp;<b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Willi Graf wird Mitglied der „Weißen Rose“</b>&nbsp;</div><div class=\"\">In München kam er mit der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ um die Studierenden Hans und Sophie Scholl sowie Alexander Schmorell in Kontakt. Nachdem Sophie und Hans Scholl beim Auslegen des sechsten Flugblatts der „Weißen Rose“ in der Münchner Universität verhaftet wurden, wurde auch Willi Graf am 18. Februar 1943 festgenommen und am 19. April 1943 vom sogenannten „Volksgerichtshof“ zum Tod verurteilt. Am Nachmittag des 12. Oktober 1943 wurde Willi Graf im Gefängnis München-Stadelheim unter dem Fallbeil hingerichtet. Am 4. November 1946 wurden die sterblichen Überreste Willi Grafs auf den Friedhof Saarbrücken-St. Johann in ein Ehrengrab überführt. <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>„Bündische Umtriebe“:</b> Straftatbestand, der sich gegen alle freien, zum Beispiel kirchlichen Jugendorganisationen richtete, die nicht der „Hitler-Jugend“ angeschlossen waren. Diese war die einzig zugelassene Jugendorganisation im Nationalsozialismus. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Volksgerichtshof:</b>&nbsp;1934 als Sondergericht eingerichtet, seit 1936 als ordentliches Gericht zur Bestrafung von Hoch- und Landesverrat gegen den Nationalsozialismus <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Bildquelle:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Adolf-Bender-Zentrum/GD Deutscher Widerstand Berlin <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Audiozitate:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Landeshauptstadt Saarbrücken (Hg.): Jeder Einzelne trägt die ganze Verantwortung. Willi Graf – Ehrenbürger der Landeshauptstadt Saarbrücken. Saarbrücken 2017. S. 8&nbsp;</div><div class=\"\">Landeshauptstadt Saarbrücken (Hg.): Jeder Einzelne trägt die ganze Verantwortung. Willi Graf – Ehrenbürger der Landeshauptstadt Saarbrücken. Saarbrücken 2017. S. 10-11</div>",
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            "title": "Staatstheater",
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            "description": "<div><b>Ein selbstbezahltes Geschenk</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Am 9.Oktober 1938 wurde das „Gautheater Saarpfalz“ im Beisein von Adolf Hitler mit der Aufführung der Oper „Der Fliegende Holländer“ von Richard Wagner eröffnet. Das zwischen 1936 und 1938 nach den Plänen des Berliner Architekten Paul A. Baumgarten entstandene Gebäude galt als „Geschenk des Führers“, für den im Haus eine eigene Loge eingebaut worden war. Das sogenannte „Geschenk“ war der Dank an die Saarländerinnen und Saarländer, die am 13. Januar 1935 zu 90 Prozent für die Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich und damit an Hitler-Deutschland gestimmt hatten. Jedoch hatte die Stadt Saarbrücken die rund drei Millionen Reichsmark für den Bau und die Erschließung des Geländes zu tragen. <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Ein Theater außer Betrieb</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Bereits im Folgejahr schloss nach Kriegsbeginn am 1. September 1939 das Theater, da Saarbrücken in der sogenannten „Roten Zone“ lag. Das heißt, dass alle Städte und Dörfer evakuiert wurden, die in einem Abstand von zehn Kilometer zu der Grenze zu Frankreich lagen. Zudem wurde das Gebäude im Krieg zerstört, so dass es zwischen 1942 und 1944 und zwischen 1945 und 1956 wieder aufgebaut wurde. Eine weitere für das Gebäude in der NS-Zeit benutzte Bezeichnung lautete „Grenzlandtheater.“ <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Bildquelle:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Stadtarchiv Saarbrücken\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Schlossplatz",
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            "description": "<div><b>2.146 Pflastersteine mit Botschaften</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Der Schlossplatz war Ausgangspunkt der Deportation von 145 saarländischen Jüdinnen und Juden nach Gurs am 22. Oktober 1940. In Erinnerung an das jüdische Leben im Saarland wurde 1993 dort der von dem Künstler Jochen Gerz entworfene „Platz des Unsichtbaren Mahnmals“ eingeweiht. Der Künstler Jochen Gerz ging in seiner Zeit als Gastprofessor an der 1989 gegründeten Hochschule der Bildenden Künste Saar im Jahr 1990 mit seinen Studierenden daran, in nächtlichen Aktionen Pflastersteine zu entnehmen und durch Stellvertreter zu ersetzen. Derweil wurden auf die Unterseite der Steine die Namen aller jüdischen Friedhöfe eingeritzt, die vor 1933 in Deutschland existierten. Die Liste wurde in Abstimmung mit den jüdischen Gemeinden der Bundesrepublik erstellt. Daher verzeichnet jeder Stein auch das Datum, an dem die Antwortbriefe der Gemeinden in Saarbrücken eintrafen. 2.146 Friedhöfe wurden ermittelt. Ebenso viele Steine zählt das Mahnmal. <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Erinnern heißt, an etwas Unsichtbares denken</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Die anfängliche Geheimhaltung der Arbeit war ein wesentlicher Bestandteil des Projektes. Anstatt das Erinnern einem Denkmal zu überantworten, erfordert das unsichtbare Mahnmal das Nachdenken über den Ort und die mit ihm verbundenen geschichtlichen Ereignisse. Auf dem Weg zum Schlossplatz liegt die Schlosskirche. Als im benachbarten VHS-Zentrum 1999 die Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“ gezeigt wurde, wurden bei einem Bombenanschlag auf die Ausstellung am 9. März 1999 einige der von dem Maler Georg Meistermann geschaffenen Glasfenster zerstört. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Bildquellen:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Historisches Museum Saar (Bild 2-4), Landesmedienzentrum LPM (Bild 1)</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\"><b>Audiozitat:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Sabine Graf: „HBK Saar. Inhalt und Weg“. In: sichtbarmachen. 80 Kunstschulausbildung im Saarland. Saarbrücken 2006. S. 274-345; S. 324\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Schloss",
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            "description": "<div><b>Der Schlossplatz als Terrorzentrum</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Der Schlossplatz bildete mit der 1935 im Nordflügel eingerichteten Dienststelle der Geheimen Staatspolizei, der Polizei im Erbprinzenpalais und der Kriminalpolizei im Alten Rathaus das Zentrum des NS-Terrors in Saarbrücken. Aufgrund der steigenden Zahl der Verhafteten und der Verhörten (allein bis 1936 wurden etwa 5.000 Menschen dorthin verbracht) ging man dazu über, im Schlosskeller Zellen und Verschläge für Häftlinge einzurichten, in den sie oft Stunden oder Tage auf ihre Verhöre warten mussten. <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Gefängniszellen im Schlosskeller</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Erhalten ist heute noch die 2,50 mal 3,50 Meter große Zelle. Neben der Zelle waren in den Kellerräumen Eisenkäfige und Blechkästen eingebaut. Sie waren so groß, dass gerade eine Person in ihnen Platz fand. Die Zellen wurden bei der Instandsetzung des Saarbrücker Schlosses 1975 entdeckt. An den Wänden fanden sich Inschriften der dort für Verhöre durch die Gestapo inhaftierten Zwangsarbeitenden aus Osteuropa und politischen Gefangenen aus dem Gefängnis Lerchesflur sowie dem Gestapo-Lager Neue Bremm. <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Gestapo-Lager Neue Bremm:</b>&nbsp;von 1943 bis 1944 an der Grenze zu Frankreich in Saarbrücken unter der Aufsicht der Gestapo bestehendes Straf- und Durchgangslager für Widerstandskämpferinnen und –kämpfer vor allem aus Deutschland und Frankreich, Zwangsarbeitende aus Osteuropa und Juden. <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Bildquelle:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Landesarchiv Saarbrücken <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Audiozitate:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Raja Bernard und Dietmar Renger: „Die Neue Bremm. Ein KZ in Saarbrücken“, 1999, S. 29&nbsp;</div><div class=\"\">Raja Bernard und Dietmar Renger: „Die Neue Bremm. Ein KZ in Saarbrücken“, 1999, S. 88\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div><b>Das Schloss ist ein Spiegel der Saar-Geschichte</b>&nbsp;</div><div>Im Saarbrücker Schloss spiegelt sich die Geschichte der Saarregion: Im Mittelalter Burg, seit der Renaissance Schloss, dann Sitz der Fürsten Saarbrücken-Nassau im 18. Jahrhundert, im 20. Jahrhundert Verwaltungssitz. In den 1920er Jahren hatte dort die Regierungskommission des Völkerbundes ihren Platz. Im April 1935 wurde das Schloss zur Hauptstelle der Gestapo. Nach 1945 wurde das im Krieg beschädigte Schloss erneut Verwaltungssitz. Von 1982 bis 1989 wurde es nach den Plänen des Architekten Gottfried Böhm saniert. <b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Das Schloss hat ein Historisches Museum</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Heute ist im Schloss der Regionalverband Saarbrücken untergebracht. In dem seitlichen Anbau des Schlosses befindet sich das Historische Museum Saar mit der Dauerausstellung zur NS-Zeit an der Saar. Sie teilt sich in die Abteilungen „Volksgemeinschaft“, „Widerstand“, „Verfolgung“, „Herrschaftsapparat“ und „Kriegsjahre“ und dokumentiert die Geschichte des Nationalsozialismus mit regionalen Bezügen. Im Keller des Gebäudes befanden sich die fünf ehemaligen Arrestzellen. Sie sind heute Teil der 1989 eröffneten Ausstellung „Zehn statt tausend Jahre. Die Zeit des Nationalsozialismus an der Saar“. <br></div><div class=\"\"><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Bildquelle:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Historisches Museum Saar <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Audiozitat:</b>&nbsp;Raja Bernard und Dietmar Renger: „Die Neue Bremm. Ein KZ in Saarbrücken“, 1999, S. 89\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Faire du vélo et se souvenir",
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            "description": "<div class=\"\"><b>Bienvenue sur le circuit vélo de part et d’autre de la frontière franco-allemande ! Bienvenue à « Grenzerfahrungen » !</b></div><div><br></div><div>Ce qui était au départ une idée de plusieurs adultes, à savoir explorer la frontière franco-allemande à vélo, a été reprise s’est développée sous forme d’un projet d’adolescents, mise en œuvre par les élèves du lycée professionnel du TGBBZ1. A l’aide de Landesjugendring Saar, le groupe a exploré différents endroits et a travaillé sur leur histoire : Le pont de l’amitié entre Kleinblittersdorf et Grosbliederstroff, les champs de bataille de Spicheren, le Mémorial du camp de de la Gestapo « Neue Bremm » et le « Jardin Franco-allemand » sont les endroits qui forment essentiellement le circuit vélo. Outre l’histoire mouvementée de ces lieux franco-allemands, nous voulions en apprendre plus sur les gens qui y vivaient, qui ont combattu ou qui furent emprisonnés dans des conditions inhumaines ou qui passent aujourd'hui leur temps dans ces lieux. Les élèves ont mené des interviews et ont étudié des témoignages. Nos escapades sur et aux alentours de la frontière, parfois facile le long de la Sarre ou plus fatigante en montant vers Spicheren constitue la « trame rouge » du circuit. Une chose est certaine jamais ennuyeux !</div><div><b><br></b></div><b>Des informations utiles avant de démarrer : </b><br>- La durée du circuit (pauses inclues) est d’environ 6 heures.<br>- Le parcours comprend des petites montées qui demandent un peu de condition. Si vous partez avec des cyclistes qui manquent d’expérience, prévoyez un peu plus de temps. <br>- Ayez sur vous suffisamment de nourriture (surtout de l’eau). Sur la partie la plus longue du trajet entre Güdingen et Spicheren, il n’y a pas de possibilité de se restaurer. <br>- Les réseaux mobiles changent souvent sur le parcours.&nbsp; Nous vous recommandons de télécharger le circuit à l’avance pour un usage sans réseau.<br>- Utilisez des casques pour mieux écouter les fichiers audios. <br><div>- Pensez à prendre du petit outillage pour réparer éventuellement les vélos et à des pompes à vélo. <br></div><div><br></div><b>Porte-parole* : </b><br>Jad Bagdadi, Loan Janot Heinrich, Nelly Brügelmann, Didier Hilpert, Lucien Münnich, Thierry Melvin Kemche Élèves impliqués: Mohammed Aljened, Jad Bagdadi, Loan Janot Heinrich, Bjarne Immisch, Omran Mahfouz, Jan Josef Michel, Lucien Münnich, Thierry Melvin Kemche, Abresssitouré Tarik Saibou<br><div><br></div><div>Ce circuit à vélo a été développé dans le cadre du projet « Radeln und Erinnern – Faire du vélo et se souvenir » de l’école professionnelle « TGBBZ » de Sarrebruck. Dès le départ nous nous sommes fait aider par des structures extérieures. </div>Un grand merci au Landesjugendring Saar pour le projet « Damit kein Gras drüber wächst » et le club cyclotouriste allemand (ADFC). <br>Le projet « Damit kein Gras darüber wächst » est soutenu depuis 2023 par les ministères sarrois de « l'Education et de la Culture » et du « Travail, des Affaires sociales, des Femmes &amp; de la Santé ».<br><br><br>",
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            "description": "<div><b class=\"\">Point de départ Sarrebruck</b>&nbsp;</div><div>Bienvenue sur le circuit vélo \"Expériences frontalières\". Le point de départ du circuit peut être n'importe où à Sarrebruck. Le premier point d'arrêt du circuit est le pont de l'amitié qui relie Kleinblittersdorf/Grosbliederstroff. Le plus simple est d'emprunter la piste cyclable le long de la Sarre. Vous pouvez également prendre le Saarbahn jusqu'à Kleinblittersdorf pour la première partie de l'excursion et y commencer le circuit. Pour faciliter l'orientation, vous trouverez des points de navigation le long du parcours avec des informations sur le tracé, des photos et des indications sur les restaurants et les auberges où vous pourrez vous arrêter. Nous vous souhaitons un circuit passionnant sur et le long de la frontière franco-allemande.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div><b>Pont de l'amitié Kleinblittersdorf / Grosbliederstroff</b></div><div><b><br></b></div>Le pont de l'amitié symbolise mieux que tout autre monument l'amitié franco-allemande, car il relie les deux localités de Kleinblittersdorf du côté allemand et de Grosbliederstroff du côté français. Il est exceptionnel comme lieu de commémoration, car il ne s'agit pas d'un simple ouvrage d'art à forte valeur symbolique, mais il est utilisé de manière très pratique par les habitants pour le passage de la frontière. <br>Le pont existe dans sa forme la plus ancienne depuis 1880, à l'époque de l'Empire allemand. À cette époque, les deux pays étaient encore ennemis et la Sarre n'était plus une rivière frontalière avec l’annexion de la Lorraine à l'Empire allemand après la guerre franco-allemande. Au début de la Seconde Guerre mondiale, les militaires français ont fait sauter le pont pour compliquer le passage de la frontière par les troupes de la Wehrmacht. <br>Ce n'est qu'en 1964, une dizaine d'années après la fin de la guerre, qu'un nouveau pont a été érigé. Il ne porte officiellement le nom de \"pont de l'amitié\" que depuis 1968. Pour la nouvelle construction, une partie de l'ancien pont Wilhelm-Heinrich fut transportée par bateau de Sarrebruck à Kleinblittersdorf et fut érigée sur la rive locale. La passerelle dite \"Kummersteg\" était cependant trop courte pour atteindre la rive française. Une construction en bois fut donc ajoutée côté français. Pendant longtemps, la partie qu'il restait littéralement à franchir était assurée par un bac tiré par une passeuse nommée Anna. Anna est encore très présente dans la mémoire des habitant.e.s de Grosbliederstroff et Kleinblittersdorf. <br>En 1993, le pont a été reconstruit. Les éléments existants du pont étaient devenus trop vieux et leur entretien était trop coûteux. Le nouveau pont était une construction uniforme et a été surélevé pour permettre la circulation routière sur la B51 nouvellement construite. Aujourd'hui, une bande sinueuse composée des deux drapeaux nationaux est peinte sur le pont de l'amitié, encadrée par les mots \"Willkommen\" et \"Bienvenue\". <br><div>Pendant les restrictions imposées par la Covid-19, pour la première fois depuis des décennies des contrôles frontaliers ont été effectués sur le pont. Pour en savoir plus sur la vie à la frontière, nous nous sommes entretenus avec Didier Hilpert, qui a grandi à Grosbliederstroff. Vous trouverez l'interview dans le fichier audio. <br></div><div><br></div><i>Source des photos :<br>Image 1 : Le pont originel entre Kleinblittersdorf et Grosbliederstroff (1880 – 1939). Photo : musée SHAG Grosbliederstroff<br>Image 2 : La conductrice du bac, Anna, faisant traverser la frontière à deux femmes. Photo : musée SHAG Grosbliederstroff<br>Image 3 : La maison de la conductrice du bac, Anna, sur la rive allemande. Photo : musée SHAG Grosbliederstroff<br>Image 4 : Pont Paserelle/„Kummersteg“ (1964-1993). Photo : SHAG Museum Grosbliederstroff<br>Image 5 : Interview avec Didier Hilpert en avril 2022. Photo : Guido Vogel-Latz</i><br><br>",
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            "description": "<div><b>Tournez à droite sur le Grenzweg</b>&nbsp;</div><div>Vous avez atteint le prochain point de navigation. Au bout de la « Friedrich-Ebert-Straße », vous tournez à droite sur le Grenzweg et ensuite directement à gauche sur la « Rue de la Frontière ».\n</div><div><br></div>",
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            "title": "À gauche sur «Rue de Simbach»",
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            "description": "<div><b>Tournez à gauche sur « Rue de Simbach »</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Vous avez atteint le point de navigation suivant et vous vous trouvez à l'entrée d'Alsting. Tournez à gauche dans la « Rue de Simbach » et suivez la route jusqu'au prochain carrefour. Là, vous tournez à droite dans la « Rue Robert Schumann ». C'est le point de départ de la piste cyclable à travers la vallée du Simbach. Il suffit de suivre la piste cyclable jusqu'au prochain point de navigation.&nbsp;</div><div class=\"\">Remarque : le long de la piste cyclable, il y a des bancs pour pouvoir profiter de la nature.</div>",
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            "description": "<div><b>Tournez à gauche sur « Rue Saint-Jean »</b>&nbsp;</div><div>Vous avez atteint le prochain point et passé la première montée. Arrivé en haut, suivez la piste cyclable à gauche et continuez sur la « Rue Saint-Jean ». Ensuite, tournez à droite pour continuer à suivre la piste cyclable.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div><b>Tournez à droite sur la « Rue Saint-Laurent »</b>&nbsp;</div><div>Vous avez atteint le prochain point. Au carrefour, tournez à droite sur la \"Rue-Saint-Laurent\" et restez sur la route en suivant le virage à gauche jusqu'à la \"Rue des Hauteurs\" (route principale). Là, vous tournez à droite et suivez la route jusqu'à ce que vous voyiez une grande croix blanche et que vous ayez atteint les Hauteurs de Spicheren.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div><b class=\"\">Conflits frontaliers&nbsp;</b></div><div><b class=\"\"><br></b></div><div><b class=\"\">La bataille de Spicheren, le 6 août 1870</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Dès le début de la guerre franco-allemande, une bataille sanglante s’est déroulée au point de passage de la frontière près de Sarrebruck, sur les hauteurs de Spicheren. L'armée française, sous le commandement du général Frossard, s'était retirée de Sarrebruck la veille. Pourquoi ? - ce n'est pas encore très clair aujourd'hui. Voulait-il attirer les Allemands dans un piège ? Finalement, Frossard s'est retiré sur les hauteurs de Spicheren, sur ce qu'on appelle la \"montagne rouge\". Une position extrêmement avantageuse, car les troupes prussiennes devaient se battre pour gravir une pente abrupte, très boisée des deux côtés. Les troupes prussiennes sous le commandement du Général von Kameke pensaient en tout cas que Frossard était en train de battre en retraite et l’ont poursuivi. Kameke ne s'attendait pas à ce que les Français l'attendent sur la montagne rouge, il pensait qu'il n'y restait que de petites unités de troupes pour assurer la retraite. La bataille qui a résulté de ce malentendu a été sanglante et acharnée. Les pertes furent énormes des deux côtés. Aujourd'hui comme à l'époque, il semble encore impensable que le côté prussien ait gagné cette bataille. Les soldats étaient épuisés par de longues marches sous une chaleur torride et n'avaient guère le temps de reprendre leur souffle. Pour mieux grimper la pente raide, certains soldats allemands ont retiré leurs bottes et leurs chaussettes et se sont battus pieds nus pour gravir la montagne. Beaucoup ont rangé leurs armes et se sont hissés sur des buissons et des arbres pour ne pas perdre pied. Après coup, ces mêmes faits d’armes ont été utilisées pour glorifier les soldats prussiens en tant que héros. La victoire fut exclusivement attribuée à la bravoure, à la force et à la discipline allemandes. À Sarrebruck et dans les environs, un véritable culte du héros*¹ a vu le jour pour célébrer la bataille de Spicheren et sa signification. Dans le document audio, vous trouverez plus d'informations sur le lieu de commémoration actuel et sur la \"bataille de Spicheren\". <br></div><div class=\"\"><i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\">*Culte du héros = dans ce cas : vénération exagérée des soldats prussiens qui ont combattu dans cette bataille.&nbsp;</i></div><div><i class=\"\"><br></i></div><div><i class=\"\">Source des photos:&nbsp;</i></div><div><i class=\"\">Image 1 : Général Georg Arnold Carl von Kameke (1817 – 1893). Général prussien et ministre de guerre. Photo : Wikimedia Commons.&nbsp;</i></div><div><i class=\"\">Image 2 : Général Charles Auguste Frossard (1807 – 1875). Général Français, chef de la 14ème division. Photo : Wikimedia Commons.&nbsp;</i></div><div><i class=\"\">Image 3 : Chassepot – fusil avec baïonnette. Une des premières armes à chargement par la culasse. Développée par Antoine Chassepot. Photo : Wikimedia Commons.&nbsp;</i></div><div><i class=\"\">Image 4 : Détail : culasse avec percuteur extérieur. La construction de la chambre et de la serrure permettait un rechargement rapide. Photo : Wikimedia Commons&nbsp;</i></div><div><i class=\"\">Image 5 : Positions des troupes prussiennes et françaises pendant la bataille de Spicheren. Photo : Wikimedia Commons</i></div><div><br></div>",
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            "description": "<div><b>Restaurant Woll</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Le restaurant Woll est idéal pour faire une pause. On y trouve par exemple de très bonnes tartes flambées. Si vous êtes avec un grand groupe, il est préférable de réserver une table à l'avance. Le restaurant est ouvert du mercredi au dimanche de 12h à 23h.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Pour plus d'informations : <a href=\"https://www.restaurant-woll.com/\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.restaurant-woll.com/</a></div>",
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            "description": "<div><b>Tournez à gauche sur Untertürkheimer Straße</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Vous avez atteint le prochain point. A la fin du Spicherer Weg, tournez à gauche dans la zone industrielle.&nbsp;</div><div class=\"\">Attention : il y a beaucoup de de camions ici. Veuillez rouler prudemment à cet endroit et faire attention aux véhicules tout aux alentours.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div><b>Au rond-point, prenez la troisième sortie</b>&nbsp;</div><div>Vous avez atteint le prochain. Une fois arrivé au rond-point, veuillez utiliser les passages pour piétons pour vous rendre de l'autre côté de la route sur la \"Metzer Straße\" en direction de Forbach. Le mémorial se trouve sur la gauche après le pont. Si vous voyez le mur avec les inscriptions lumineuses bleue, vous êtes au bon endroit.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div><b>violence sans frontières</b></div><div><b><br></b></div><div>Mémorial du camp de la Gestapo de la Neue Bremm Du printemps 1943 à l'automne 1944, la Gestapo de Sarrebruck utilisa un camp de baraquement*¹ sur la Neue Bremm comme \"extension de la prison de police\" en raison du surpeuplement des prisons. Le camp de la Gestapo de la Neue Bremm était composé d'un camp pour hommes et d'un camp pour femmes construit fin 1943. Ces deux camps étaient séparés l’un de l’autre par un chemin que le public pouvait emprunter. À l'origine, il était destiné à \"discipliner\" les femmes et les hommes arrêtés (en particulier les travailleurs forcés originaires d'Union soviétique) en peu de temps et à les libérer après quelques jours ou semaines. En outre, il servait également à l'incarcération d'opposants politiques ou de prisonniers de guerre, notamment en provenance de France voisine. Grâce à sa situation géographique, à quelques mètres seulement de la Lorraine alors annexée*², le camp de la Gestapo de la Neue Bremm devint rapidement un lieu de transbordement important pour les transports de détenus du sud de l'Europe vers les grands camps de concentration comme Buchenwald, Dachau ou Ravensbrück. Au total, 20.000 personnes ont été incarcérées en peu de temps, parfois 600 à 800 détenus en même temps. Il est prouvé que 82 personnes sont mortes en raison des conditions inhumaines et brutales dans le camp. Dans l'audio, vous trouverez un témoignage de Georges Jouffron, un jeune Français de quinze ans à l'époque, qui a été interné au camp de la Neue Bremm le 21 décembre 1943 en raison de ses activités de résistance en France. Vous trouverez de plus amples informations sur l'histoire du camp et sur l'utilisation de l'actuel lieu de mémoire depuis 1945 sur la face intérieure du mur ainsi que dans un autre circuit de l'application \"Lieux de mémoire\". <br></div><div><br></div>*¹Baraquement = camp avec des habitations rudimentaires, généralement en bois.<br><div>*²annexion = prise de possession d'un territoire par la force et de manière illégale (militaire)</div><div><br></div><i>Source des photos :<br>Image 1 : vue aérienne marquant les délimitations du camp de Gestapo de 1944. Photo : Initiative Neue Bremm<br>Image 2 : photo du baraquement Neue Bremm, en 1943 vu de l’autre côté de la route. Photo : Initiative Neue Bremm.<br>Image 3 : dessin schématique du camp des hommes. Photo : Initiative Neue Bremm<br>Image 4 : Carte d’identité de Georges Jouffron. Photo : Horst Bernard<br>Image 5 : carte de la France occupée de novembre 1942 jusqu’en septembre 1943. Photo : Eric Gaba, Wikimedia Commons</i><br><br>",
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            "title": "Sans frontières",
            "subtitle": "Jardin franco-allemand",
            "description": "<div><b>Sans frontières - Jardin franco-allemand</b></div><div><b><br></b></div><div>&nbsp;Le jardin franco-allemand (en abrégé JFA) est aujourd’hui le plus grand parc de la ville. C’est un symbole important de l’amitié entre l’Allemagne et la France. Mais son histoire recèle une multitude de rebondissements. À l'origine, la zone de l'actuel JFA était un paysage de champs, de prairies et de forêts. Pendant la guerre franco-allemande de 1870/71, il devint un champ de bataille en contrebas des hauteurs de Spicheren. Dès le lendemain de la bataille, les premiers soldats tombés y furent enterrés, ce qui fait de ce cimetière d'honneur, encore conservé aujourd'hui, l'un des plus anciens d'Allemagne. En 1872, la ville a acquis le site de ce que l'on appelle la „Deutschmühlental“ (\"vallée des moulins allemands\") et l'a transformé en un lieu de détente. Contrairement à la Première Guerre mondiale, il a joué un rôle important dans la défense allemande avant le début de la Seconde Guerre mondiale. En réponse à la \"ligne Maginot\" française, des barrages antichars et un total de 18 bunkers ont été érigés dès 1935, dans le cadre de la ligne Siegfried. Les barrages antichars ne sont plus visibles aujourd'hui, car ils se trouvent sous la \"vallée des fleurs\".&nbsp; Certains de ces bunkers sont cependant encore visibles aujourd'hui. En 1957, l'idée d'organiser une exposition horticole franco-allemande est née, qui devait être un signe de la nouvelle amitié franco-allemande. Celle-ci fut inaugurée solennellement le 23 avril 1960 par des représentants politiques et près de 30.000 invités venus d'Allemagne et de France. Il est classé monument historique depuis 2001. Même si certaines attractions comme le monde de Gulliver ou le petit train n'existent plus aujourd'hui, l’idée de créer un lieu d'amitié et de rencontre franco-allemande a sans doute porté ses fruits. Nous nous sommes renseignés auprès de passants. Vous trouverez leurs impressions dans le reportage audio. <br></div><div><br></div><div>Sources utilisées:&nbsp;</div><div class=\"\">Site internet de la Ville de Sarrebruck: <a href=\"https://www.saarbruecken.de/kultur/stadtarchiv/schaufenster_stadtgeschichte/spotlights/60_jahre_dfg\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.saarbruecken.de/kultur/stadtarchiv/schaufenster_stadtgeschichte/spotlights/60_jahre_dfg</a></div>Jonathan Jonoschka, 1960 – Die Gründung des DFG („la création du jardin franco-allemand“), dossier actualité „Saarhundert“ du 9/11/2020, disponible en ligne: <a href=\"https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/dossiers/saarhundert/saarhundert_1960_deutsch_franzoesischer_garten_100.html\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/dossiers/saarhundert/saarhundert_1960_deutsch_franzoesischer_garten_100.html</a><br><i><br>Source des photos : <br>Image 1 : Cimetière d'honneur: Stadtarchiv Saarbrücken, Date d'enregistrement inconnue<br>Image 2 : les anciens parcs: Stadtarchiv Saarbrücken<br>Image 3 : \"Höckerlinie\" : Landesarchiv SB, B 557<br>Image 4 : Funiculaire: Hartung - Landesarchiv SB<br>Image 5 : des élèves de TGBBZ : Guido Vogel-Latz</i><br><br>",
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            "description": "<div><b>Retour à Sarrebruck</b>&nbsp;</div><div>Pour rentrer à Sarrebruck, le mieux est de suivre la piste cyclable qui traverse le jardin franco-allemand. Arrivé à l'entrée nord, continuez tout droit, passez devant la piscine Calypso et tournez dans la Gersweiler Straße. Là, vous suivez la piste cyclable jusqu'à ce que vous arriviez au croisement de la Vorstadtstraße et de la Eisenbahnstraße. Là, vous tournez à gauche. Arrivé au carrefour de la Stengelstraße, vous tournez à droite et vous arrivez au centre-ville de Sarrebruck en passant par le pont Wilhelm-Heinrich-Brücke.</div>",
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            "description": "<div>Herzlich Willkommen auf der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm.&nbsp;</div><div><br></div><div class=\"\">Wir, das sind sechs Studentinnen der Universität des Saarlandes, begleiten Dich durch die Geschichte des Gestapo-Lagers Neue Bremm. Es gibt insgesamt elf Stationen, an denen wir Dir etwas über den Lageralltag, das Gelände, die Inhaftierten und Täter*innen, sowie den Umgang mit dem Gelände seit 1945 erzählen. Dazu hörst Du von uns eingesprochene Texte. Um die Umgebungsgeräusche auszublenden, nutze am besten Kopfhörer.&nbsp;</div><div class=\"\">Die erste Station beginnt an der Mauer vor der Gedenkstätte.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Wir wünschen Dir eine spannende Zeitreise!&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Der App-Rundgang ist im Rahmen des Projekts „Damit kein Gras drüber wächst“ des Landesjugendring Saar in Kooperation mit der Initiative Neue Bremm entstanden.&nbsp;</div><div class=\"\">Die Inhalte der App wurden von Studierenden der Universität des Saarlandes erstellt: Kaja Lilith Hauser, Tabea Motika, Nele Marijke Selzer, Lena Sauer, Charlotte Ullmert, und Michelle Anna Zimmer.&nbsp;</div><div class=\"\">Sprecher*innen: Lisa Denneler, Nele Marijke Selzer, Lena Sauer, Armin Schmitt und Michelle Anna Zimmer.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Verwendete Literatur und Quellen:&nbsp;</div><div class=\"\">-   Horst Bernard, Neue Bremm. Das Lager. Ehemalige Inhaftierte erinnern sich, Saarbrücken 2014.&nbsp;</div><div class=\"\">-   Raja Bernhard/Dietmar Renger, Neue Bremm. Ein KZ in Saarbrücken, Köln 1987.&nbsp;</div><div class=\"\">-   Elisabeth Thalhofer, Neue Bremm. Geschichte des Saarbrücker Gestapo-Lagers, St. Ingbert 2019.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Bildnachweise:&nbsp;</div><div class=\"\">Sofern nicht anders angegeben, stammen die Bilder aus dem Archivbestand der Initiative Neue Bremm.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Das Projekt wird gefördert durch das Bundesprogramm „Jugend erinnert“ der Beauftragten des Bundes für Kultur- und Medien.   Die App ist nicht barrierefrei.</div><div><br></div>",
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            "description": "<div><i>„Die Neue Bremm war ein schreckliches Lager. In den anderen Lagern kam der Tod langsam, aber in Saarbrücken kam er schnell.“</i>&nbsp;(Aussage des ehemaligen Häftlings Louis François) Das Lager an der Neuen Bremm, das von Zeitzeug*innen auch die „Hölle von Saarbrücken“ genannt wurde, ist vielen Inhaftierten als besonders brutal und grausam in Erinnerung geblieben. Bevor wir euch mehr über die Behandlung der Häftlinge erzählen,  wollen wir euch an dieser Station einen ersten Einblick in die Geschichte dieses Ortes geben. Von Anfang 1943 bis Ende 1944 nutzte die Gestapo (Geheime Staatspolizei) in Saarbrücken dieses Areal vor euch als „erweitertes Polizeigefängnis“. Da das Lager also organisatorisch nicht der SS (Schutzstaffel) sondern der Gestapo unterstand, handelte es sich nicht um ein Konzentrationslager im eigentlichen Sinne. Für die Inhaftierten machte das aber keinen Unterschied. Die Behandlung durch die Wachmannschaften stand den großen Konzentrationslagern in ihrer Brutalität in nichts nach, war teilweise sogar noch schlimmer. Da es sich bei den Lagern, die von der Gestapo betrieben wurden, um einen speziellen Typ von Lagern handelt, sprechen wir heute allerdings von einem Gestapo-Lager.&nbsp;</div><div>In den Audios erfahrt ihr mehr über die Entstehung und den Zweck des Lagers.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "Der heutige Erinnerungsort unterscheidet sich ganz wesentlich von dem historischen Ort, wie er von 1943 bis 1944 hier vorzufinden war. An dieser Station wollen wir uns gemeinsam die noch vorhandenen Spuren der Geschichte anschauen. Nimm dir etwas Zeit und folge den Audios um die heutige Gedenkstätte zu entdecken.\r<div><br></div>",
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            "description": "Mit den „erweiterten Polizeigefängnissen“, wie hier an der Neuen Bremm, verfügte die Gestapo über ein sehr flexibles Instrument zur Bekämpfung aller Gegner*innen des nationalsozialistischen Regimes. Die lokale Gestapo konnte selbst entscheiden, wer für wie lange im Lager inhaftiert wurde. Zudem gab es kaum Regeln für die Unterbringung und Behandlung der Inhaftierten. Diese Bedingungen und Handlungsfreiräume führten oft zu extrem radikalen, willkürlichen und brutaler werdenden Haftmaßnahmen – zu Gräueltaten, wie sie auch im Lager an der Neuen Bremm an der Tagesordnung waren. Hinzu kam der Aufbau des Lagers. Da die Baracken rund um den Löschteich aufgebaut waren, gab es kaum Verstecke für die Inhaftierten, sodass sie der Willkür der Wachmannschaften immer ausgeliefert waren.\r<div><br></div>",
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            "description": "<div>Wie auch in anderen Lagern, waren die Ernährungs- und Hygienebedingungen im Gestapo-Lager menschenunwürdig. Auch wenn die Vorschriften klar regelten, wie viele Nahrungsmittel jeder Person im Lager zustanden, wurden zum Beispiel Essensrationen vorenthalten oder so klein gehalten, dass insbesondere die männlichen Häftlinge innerhalb kürzester Zeit abmagerten. Hinzu kam die Überbelegung der Unterkünfte und die mangelnden Hygienebedingungen, die vielfach zur Schwächung und zu Erkrankungen der Häftlinge führten. In den Audios findest du neben weiteren Informationen zur Hygiene- und Ernährungslage im Lager auch Auszüge aus Zeitzeug*innenberichten. Dabei wirst du teils schreckliche Schilderungen hören, die dich emotional belasten können. Wenn dir dabei unwohl ist, dann überspringe diese Station. <i class=\"\"><br></i></div><div><i class=\"\"><br></i></div><div><i class=\"\">Bildquellen:</i></div><div><i class=\"\">Roger Vanovermeir in jungen Jahren, Screenshot aus dem Film von Ingrid Hessedenz, Neue Bremm – Das vergessene KZ in Saarbrücken. SR-Fernsehfilm 1990.Häftlingspersonalbogen Roger Vanovermeir, 1.1.5.3./7334317/ITS Digital Archive, Arolsen Archives</i></div><div class=\"\"><br></div>",
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            "description": "<div>Gewalt war eines der zentralen Mittel in allen nationalsozialistischen Lagern, um zum Beispiel den Willen der Inhaftierten zu brechen und Ängste zu schüren. Während sich Häftlinge in den großen Konzentrationslagern teilweise vor den Gewaltexzessen verstecken konnten, waren die Häftlinge im Männerlager an der Neuen Bremm dem Terror der Wachmannschaften unmittelbar und ungeschützt ausgeliefert. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum das Lager an der neuen Bremm von Überlebenden oftmals als besonders grausam geschildert wurde. Warum gerade der Löschteich im hierbei eine zentrale Rolle gespielt hat, wollen wir an dieser Station erklären. Auch an dieser Station wirst du Schilderungen von Inhaftierten hören, die von ihren Peinigungen erzählen.&nbsp;</div><div>Wenn dir das im Moment zu viel ist, gehe zur nächsten Station.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div class=\"\">Wie konnte so etwas geschehen? Welche Menschen waren zu solchen Grausamkeiten fähig?&nbsp;</div><div class=\"\">Diese Fragen stellt man sich immer wieder, wenn man sich mit den nationalsozialistischen Verbrechen beschäftigt. Leider sind diese Fragen nicht einfach zu beantworten und von vielen Faktoren geprägt. Jeder Mensch hat verschiedene Handlungsspielräume und entscheidet selbst, wie sie*er diese nutzt. Auch die Täter im Gestapo-Lager Neue Bremm waren Menschen, die die Entscheidung getroffen haben, ihr eigenes Leben über das der anderen zu stellen, die Inhaftierten zu entmenschlichen und teils aufs grausamste zu misshandeln. Insgesamt waren über 50 Menschen, Männer und Frauen, im Lager beschäftigt. Die meisten von Ihnen aus der näheren Umgebung und über das Saarbrücker Arbeitsamt notdienstverpflichtet. An dieser Station wollen wir dir über ein paar der Täter im Männerlager mehr erzählen.&nbsp;</div><div><br></div><div>Informationen zum Personal im Frauenlager findest du an Station 8.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div>Das Frauenlager gab es auf der Neuen Bremm nicht von Anfang an. Es entstand ein halbes Jahr später und war damit nur ein Jahr in Betrieb. Wie beim Männerlager auch, mussten Häftlinge beim Aufbau des Lagers helfen. Bevor wir dir an der nächsten Station mehr über die Haftbedingungen der weiblichen Inhaftierten sowie die Täterinnen erzählen, wollen wir an dieser Station einen kurzen Überblick über das Frauenlager geben. <br></div><div><i><br></i></div><div><i>Bildquelle Häftlingspersonalkarte Yvonne Berman, 1.1.5.4./753145/ITS Digital Archive, Arolsen Archives</i></div><div><br></div>",
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            "description": "<div>Im Gegensatz zum Männerlager waren in der Frauenabteilung des »Erweiterten Polizeigefängnisses« Neue Bremm brutale Gewaltexzesse nur selten an der Tagesordnung. Doch auch der Alltag der weiblichen Häftlinge war geprägt von menschenunwürdigen Hygienebedingungen, Hunger, Zwangsarbeit, Erniedrigung und psychischer Folter. An dieser Station erfährst du mehr über die Lebensbedingungen der Frauen sowie über die Täterinnen im Lager. <br></div><div><i><br></i></div><div><i>Bildquelle: Ausschnitt Lagerpersonal der Neuen Bremm auf der Anklagebank während des Rastatter Prozesses, darunter auch fünf Aufseherinnen 1946.\n</i></div><div><br></div>",
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            "title": "9 - Die Rastatter Prozesse",
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            "description": "<div class=\"\">Recht und Gerechtigkeit waren zur Zeit des Nationalsozialismus Fremdworte. Kaum eine*r der Verfolgten hat überhaupt ein Gericht von innen gesehen oder hatte irgendwelche Möglichkeiten sich zu verteidigen. Ganze Gruppen von Menschen wurden entrechtet, entmenschlicht, in Gefangenschaft genommen und viele von ihnen systematisch ermordet. Ein erklärtes Ziel der alliierten Besetzer war es deshalb, die nationalsozialistischen Verbrechen aufzuklären und die Täter*innen zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei ging es nicht um Rache, sondern um die Bestrafung der Täter*innen nach zivilisierten Regeln. In den ersten Prozessen in Rastatt wurden die Straftaten der Täter*innen des Gestapo-Lagers Neue Bremm verhandelt.&nbsp;</div><div class=\"\">An dieser Station erfährst du mehr über den Prozess und die Urteile, die gegen das Personal des Lagers verhängt wurden.&nbsp;</div><div><br></div><div>Wenn du mehr über die Rastatter Prozesse erfahren möchtest, dann empfehlen wir dir den Film von Judith Voelker „NS-Täter vor Gericht. Die Rastatter Prozesse“: <a href=\"https://www.planet-schule.de/sf/php/sendungen.php?sendung=11471\" class=\"link external\" target=\"_blank\">https://www.planet-schule.de/sf/php/sendungen.php?sendung=11471</a>&nbsp;<i>Bildquellen:</i>&nbsp;<i>Tribunal Général (Dezember 1946), Foto: Bundesarchiv / Nr. 183-V02830</i></div><div><br></div>",
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            "description": "Wie an vielen Orten der NS-Verbrechen in ganz Europa, ist auch vom Gestapo-Lager an der Neuen Bremm heute nur noch wenig zu sehen. Ein Großteil des Geländes wurde nach 1945 für andere Zwecke genutzt und wurde im Laufe der Zeit durch das umliegende Industriegebiet immer weiter verkleinert. An dieser Station erfährst du, warum mit diesem Ort so umgegangen wurde und wie es dazu kommen konnte, dass auf dem Gelände des ehemaligen Frauenlagers heute ein Hotel steht.\r<div><br></div>",
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            "description": "<div>Die Gedenkstätte hat nicht immer so ausgesehen wie heute. Wie du bereits an Station 10 erfahren hast, wurde lange Zeit sogar versucht, die Geschichte dieses Ortes zu verdrängen. Erst ab Mitte der 1970er Jahre gab es wieder einzelne Initiativen und Kunstaktionen, die den Ort wieder stärker ins Bewusstsein der saarländischen Bevölkerung bringen sollten. Ein Beispiel ist die „Telematische Skulptur/Wetterfernsehen“ von Sandra Anstätt und Rolf Giegold, die 1999/2000 eine Live-Übertragung von der Gedenkstätte auf Fernseh-Geräte an stark frequentierte Plätze in der Saarbrücker Innenstadt realisierten (siehe Foto).&nbsp;</div><div class=\"\">An dieser Station erfährst du mehr über das heutige Gedenkstättenkonzept und den langen Weg bis zur Umsetzung.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Übersetzung(en) der Begriffe des Leuchtschriftbands:&nbsp;</div><div class=\"\">HOSTAL = spanisch: Gasthaus, Hotel;&nbsp;</div><div class=\"\">HOSTILE = französisch: feindlich, englisch: feindlich gesinnt;&nbsp;</div><div class=\"\">HOTEL = deutsch, englisch, französisch;&nbsp;</div><div class=\"\">HOSTAGE = englisch: Geisel;&nbsp;</div><div class=\"\">GOSTIN = Stamm slawischer Worte, z. B. GOSTINICA, im Russischen gebräuchlich für Hotel;&nbsp;</div><div class=\"\">OSTILE = italienisch: feindlich, feindselig; HOSTEL = englisch: Herberge; HOSTIL = spanisch und portugiesisch: feindlich, feindselig;&nbsp;</div><div class=\"\">HOST = englisch: Gastgeber, Wirt, tschechisch: Gast.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Du möchtest dich für die Erinnerung an diesen Ort einsetzen?&nbsp;</div><div class=\"\">Jährlich findet im Mai ein vom Landesjugendring organisiertes interregionales Workcamp statt, an dem du weitere Infos zum Lageralltag erhältst und gleichzeitig am Erhalt der Gedenkstätte mitarbeitest. Gemeinsam mit Teilnehmer*innen aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg kannst du dabei helfen die Erinnerung an diesen Ort wach zu halten. Begleitet wirst du dabei von ausgebildeten Scouts und hast die Gelegenheit mit Z(w)eitzeugen wie Horst Bernard ins Gespräch zu kommen. Lust mitzumachen?&nbsp;</div><div class=\"\">Weitere Infos findest du hier: <a href=\"http://www.landesjugenring-saar.de/buddeln-und-bilden\" class=\"link external\" target=\"_blank\">www.landesjugenring-saar.de/buddeln-und-bilden</a>&nbsp;<i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\"><br></i></div><div class=\"\"><i class=\"\">Bildquelle:»Telematische Skulptur/Wetterfernsehen«, Foto: Rolf Giegold/Sandra Anstätt und VG Bild-Kunst, Bonn Ideenwettbewerb zur Neugestaltung – Ausstellung im Historischen Museum Saar April 2000</i></div><div><br></div>",
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            "description": "<div>Der Start- und Zielpunkt für unseren Weg der Erinnerung in Bosen ist der Dorfplatz in der Flurstraße. Dort stehen ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung. (Wegepunkt 1). Für den Rundgang zur jüdischen Geschichte in Bosen sollten Sie ca. eine halbe Stunde Zeit einplanen.&nbsp;</div><div><br></div><div class=\"\">Am Parkplatz beginnt unser Spaziergang zur jüdischen Geschichte Bosens mit Informationen zur früheren jüdischen Schule. Da es mehrere Standorte der Schule gab, die heute nicht mehr bekannt sind, erhalten Sie die Informationen zum jüdischen Schulwesen an dieser Stelle.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Begeben sie sich nun nach links durch die Bosbachstraße bis zur Erinnerungsstele zur jüdischen Synagoge von Bosen (ca. 150 Meter), die an der Einmündung zur Bostalstraße steht (Wegepunkt 2). Auf ihrem Weg dorthin kommen Sie an der ehemaligen Synagoge vorbei, die auf der linken Straßenseite steht und noch heute als Wohnhaus genutzt wird (Bosbachstraße 10).&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Gehen Sie nun gerade aus weiter bis zur Bostalstraße 62 (ca. 150 Meter). Dort finden Sie die Stolpersteine für die Familie Lion. (Wegepunkt 3). Anschließend begeben sie sich in die Brückenstraße, die gegenüber der Stolpersteine der Familie Lion von der Bostalstraße abzweigt. Nach ca. 100 Metern finden Sie auf der linken Seite die ehemalige jüdische Mikwe von Bosen (Wegepunkt 4 Von dort nehmen Sie den gleichen Weg wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt. <i><b class=\"\"><br></b></i></div><div class=\"\"><i><b class=\"\"><br></b></i></div><div class=\"\"><i><b class=\"\">Quellen:</b></i>&nbsp;<i>Landau, Michael und Tigmann, Eva: Unsere vergessenen Nachbarn. St. Ingbert 2010.</i>&nbsp;<i class=\"\"><a href=\"http://www.alemannia-judaica.de/soetern_synagoge.ht\" class=\"link external\" target=\"_blank\">http://www.alemannia-judaica.de/soetern_synagoge.ht</a>, zuletzt eingesehen am 09.02.2019.</i></div><div><br></div>",
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            "title": "Die jüdischen Schulen",
            "subtitle": "Gemeinde Nohfelden",
            "description": "<div>In der Gemeinde gab es zwei jüdische Schulen, eine in Bosen und eine in Sötern. Die Wahrung ihrer religiösen und kulturellen Traditionen war ein Hauptanliegen der jüdischen Gemeinden. Hierzu zählte insbesondere auch eine gute religiöse und schulische Bildung der jüdischen Kinder. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts finanzierten die jüdischen Bürger der Gemeinde Privatlehrer, um eine traditionsgemäße Beschulung ihrer Kinder gewährleisten zu können. Mit Beschluss vom 01.07.1851 der Schulkommission des Fürstentum Birkenfelds wurden dann die jüdischen Schulen in Hoppstädten, Sötern und Bosen als besondere Konfessionschulen behandelt und den christlichen Konfessionsschulen gleichgestellt: ein wichtiger Schritt zur Integration der jüdischen Bevölkerung.&nbsp;</div><div class=\"\">Eine jüdische Schule in Bosen wurde erstmals 1829 erwähnt. 1835 gingen 12 bis 15 schulpflichtige Kinder aus 17 Familien hier zur Schule, wobei als Räumlichkeiten lediglich Privathäuser zur Verfügung standen. Die jüdische Gemeinde in Bosen war so verarmt, dass sie nicht dauerhaft für die Bezahlung eines Lehrers aufkommen konnte, sodass die Stelle des jüdischen Dorflehrers oft vakant war und die jüdischen Kinder die christliche Dorfschule besuchten. Mit der Gleichstellung der Konfessionsschulen 1851 wurde der jüdische Lehrer Alexander Levino, der bereits seit 1844 in Bosen unterrichtete, als dritter Lehrer an der Dorfschule angestellt. Für die damalige Zeit sehr fortschrittlich wurden entgegen aller konfessionellen Schranken katholische, evangelische und jüdische Kinder gemeinsam von drei Lehrern, die jeweils aus einer der drei Konfessionen stammten, unterrichtet. Lediglich der Religionsunterricht wurde getrennt erteilt.&nbsp;</div><div class=\"\">Ab Ende der 1860er Jahre setzte sich aber die konfessionsgebundene Schulform wieder durch. Aufgrund sinkender Schülerzahlen wegen der Auswanderung vieler jüdischer Familien beschloss die Bezirksregierung 1870 die Schließung der jüdischen Gemeindeschule. Die jüdische Gemeinde errichtete trotz finanzieller Probleme erneut eine Privatschule, die bis 1920 betrieben wurde. Ab 1920 mussten die jüdischen Kinder endgültig die katholische Dorfschule besuchen. Nach dem Anschlag vom 09.11.1938 auf Gesandtschaftsrat von Rath in Paris wurde den jüdischen Kindern der Besuch der Gemeinschaftsschule untersagt. Am 22.2.1940 wurde erneut eine jüdische Notschule eröffnet, in der 15 jüdische Schulkinder aus der Region unterrichtet wurden (siehe <i class=\"\">Schülerverzeichnis der Schule in Bosen am 22.02.1940</i>)\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Ehemalige Synagoge",
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            "description": "<div>Seit 1769 gab es in Bosen ein jüdisches Gebetshaus. Die Bosener Judenschaft erwarb damals ein Privathaus, das für über 100 Jahre als Synagoge diente. 1881 wurde eine neue Synagoge in der heutigen Bosbachstraße 10, im Volksmund bis heute \"Judengasse\" genannt, mit Erlaubnis der großherzoglichen Regierung in Birkenfeld erbaut. Im Erdgeschoss war der Schulsaal mit Lehrerwohnung, im Obergeschoss die Synagoge untergebracht. Zeitweise war dort auch die jüdische Schule untergebracht. Die Synagoge, deren Innern in der sogenannten Reichskristallnacht am 9. November 1939 geschändet wurde, wurde in den Kriegsjahren als Kriegsgefangenenlager genutzt. Heute befindet sich das Gebäude in Privatbesitz. <br></div><div><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Die Novemberpogrome in Bosen </b><br>Pogrom ist ein russisches Wort für Zerstörung. Pogrome nennt man die regelmäßig wiederkehrenden Ausbrüche des Judenhasses, bei denen in Städten und Dörfern die Häuser der Juden geplündert und zerstört, die Einwohner misshandelt und oft auch getötet werden.<br>In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es im gesamten Deutschen Reich zu spontanen „Aktionen“, die sich gegen Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen, gegen jüdische Schulen und jüdische Mitbürger richteten. <br>Der verantwortliche Kreisleiter von Idar-Oberstein, Ernst Diedenhofen, schickte etwa 10 Partei- und SA- Funktionäre nach Bosen, Gonnesweiler und Sötern, um dort die Ausschreitungen in Gang zu setzen. In Bosen war es wegen der engen Bebauung nicht möglich, die Synagoge in Brand zu setzen. Deshalb wurden notdürftig bekleidete, jüdische Männer aus Bosen zunächst zusammengetrieben und anschließend zum Ortsausgang eskortiert. Sie mussten sich in zwei Reihen mit dem Rücken zu ihren Bewachern aufstellen. Ein Schuss wurde abgegeben und die Täter schlugen 10 Minuten lang mit Stöcken und Ochsenziemern auf die jüdischen Männer ein. Während der Misshandlung wurde die Straße nach beiden Seiten abgesperrt, damit niemand das Geschehen beobachten konnte. Anschließend wurden die Männer und die ortsansässigen jüdischen Frauen gezwungen, die Innenausstattung ihres Gotteshauses auszuräumen und zu zerstören. Die Trümmer der Inneneinrichtung wurden auf die Straßen geworfen. Bücher, Papiere und Gebetsrollen wurden verbrannt. Viele Juden wurden schwer misshandelt, wobei Täter und Opfer meist aus dem gleichen Ort stammen. Die Ausschreitungen setzten sich bis in den späten Abend fort. Jüngere Männer wurden verhaftet, in das Gefängnis von Hermeskeil eingeliefert und von dort einige Tage später ins KZ Dachau gebracht. Erst nach mehreren Monaten kehrten sie zurück. <br>In den Verhandlungen zu diesen Verbrechen vom 19. bis 24. Juli 1948 wurden insgesamt 24 Personen wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit angeklagt. Am 23.07.1948 erfolgte die Urteilsverkündung: 14 Angeklagte erhielten Haftstrafen bis zu drei Jahren, fünf Angeklagte wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen und einer wegen erwiesener Unschuld. Zwei Täter der Pogrome in Bosen konnten sich ihrer Verantwortung entziehen.<br></div>",
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            "title": "Stolpersteine Familie Lion",
            "subtitle": "Bostalstraße 62",
            "description": "<div>Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort pflastersteinähnliche Gedenktafeln aus Messing in den Boden einlässt. Inzwischen liegen mehr als 70.000 Stolpersteine in 22 Ländern Europas (Stand 2021). In der Gemeinde Nohfelden wurden im Jahr 2012 in den Dörfern Sötern, Bosen und Gonnesweiler 18 Stolpersteine verlegt.&nbsp;</div><div class=\"\">„<i>Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist</i>“, zitiert Gunter Demnig den Talmud. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. „<i>Hier wohnte…</i>.“, steht auf dem zehnmal zehn Zentimeter großen Tafeln aus Messing, dann Name und Geburtsdatum des Opfers und Informationen zu Deportation und Ermordung. „Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten“, ist der Kölner Künstler überzeugt. Damit hat Demnig das weltweit größte dezentrale Mahnmal für die Opfer des dritten Reiches geschaffen. Trotz des Begriffs Stolpersteine geht es Demnig nicht um tatsächliches „Stolpern“. Er zitiert auf die Frage nach dem Namen des Projektes gerne einen Schüler, der, nach der Stolpergefahr gefragt, antwortete: „<i>Nein, nein, man stolpert nicht und fällt hin, man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen</i>.“&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Max Lion (*1890) lebte mit seiner Frau Flora Lion (*1902, geb. Heimann) und seinen beiden Söhnen Günther (*1927) und Egon (*1937) in Bosen. Günther Lion besuchte vom 20.04.1933 bis zum 17.11.1938 die Volksschule in Bosen. Obwohl Günther und Egon am 4.01.1941 nach Frankfurt/Main geschickt wurden, wurden sie trotzdem mit den Eltern am 29.04.1942 deportiert. Die Eltern Max und Flora wurden am 31.12.1943 für Tod erklärt und die Söhne Günther und Egon genau ein Jahr später.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Im März 1942 erhielt die Gestapo in Koblenz den Befehl, den Transport der in Koblenz und Umgebung lebenden Juden vorzubereiten. Viele Juden aus der Gemeinde Nohfelden wurden 1942 mit Lastwägen abtransportiert und mit einem Sonderzug nach Gurs (Frankreich) deportiert. Die Gurs-Deportation war die erste große Massendeportation deutscher Juden. Mitführen durften sie nur 25 Kilo Gepäck und 100 Reichsmark. Viele Inhaftierte wurden in andere Lager verlegt. Ab Sommer 1942 wurden große Sammeltransporte zusammengestellt, die die Juden u. a. nach Auschwitz brachten. Im Jahr 1945 lebten nur noch wenige Personen jüdischer Herkunft im Gebiet des heutigen Kreises St. Wendel, unter anderem Ida Jost aus Gonnesweiler. Sie war von den bisherigen Deportationen verschont geblieben, weil sie mit einem christlichen Partner verheiratet war. Durch die Verhaftungen, Ermordungen und weitere Deportationen in Konzentrationslager war das jüdische Leben im Kreis St. Wendel endgültig und unwiederbringlich vernichtet.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "Die Mikwe ist ein wichtiger Bestandteil der jüdischen Tradition. Sie ist ein Tauchbad und dient verheirateten Frauen nach ihrer Menstruation oder einer Geburt zur rituellen Reinigung. Den ersten Besuch einer Mikwe absolviert eine Frau meist am Vorabend ihres Hochzeitstages.   Das erste Bosener Frauenbad befand sich im Keller der Synagoge. Das erste Badehaus wurde 1841 erbaut und genutzt. Es gab nur einen Raum, in dem der Heizkessel stand und die Badewanne in den Boden eingelassen worden ist. Um 1920 wurde das Gebäude verkauft. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude kann heute noch besichtigt werden.\r<div><br></div>",
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            "description": "<div>Die Strecke beginnt mit den Stelen zur Schule am Lotte-Koschelnik Platz (Hauptstraße, Ortseingang von Sötern aus Türkismühle kommend; gute Parkmöglichkeit sowie Bushaltestelle). Danach wechseln sie die Straßenseite und gehen entlang der Hauptstraße zum ehemaligen Synagogengebäude (Hauptstraße 30). Anschließend gehen sie den Weg entlang der Hauptstraße, den sie bereits zurückgelegt haben, wieder zurück (wechseln sie die Straßenseite, wenn sie an dem Zebrastreifen angekommen sind) und biegen kurz vor dem Lotte-Koschelnik Platz in die Friedhofstraße ab. Nach ca. 50 Meter sehen Sie auf der linken Seite eine Wiesenfläche (mit Blickrichtung auf die Rückseite der ehemaligen jüdischen Schule). Dies war bis 2005 der Standort der ehemaligen Mikwe von Sötern. Gehen Sie dann weiter Richtung Lotte-Koschelnik Platz. Dort angekommen, gehen sie geradeaus und biegen am Ende der Straße rechts ab (Weiherdamm). Danach müssen sie der Straße durchgehend folgen bis der jüdische Friedhof auf der linken Seite erscheint (Tannenhof). Somit haben sie alle Stationen abgelaufen und können sich wieder auf den Weg zum Lotte-Koschelnik Platz begeben. Am Lotte-Koschelnik Platz sollte dann noch der Arbeitsauftrag zum „Jiddischen“ bearbeitet werden sowie die Fragen zu Lotte Koschelnik über das Audioangebot geklärt werden. <br></div><div><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Hinweis zur Nutzung der App:</b>&nbsp;</div><div class=\"\">Statt die Texte zu lesen, kannst du dir auch die Tonaufnahmen anhören. Dort haben wir alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Wenn du die Quiz-Tour spielst, verraten dir die Tonaufnahmen alles, was du zum Lösen der Fragen wissen musst. Hör dir die Informationen an jeder Station genau an und beantworte dann die zugehörigen Fragen. <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Wichtige Information zur Bearbeitung der Arbeitsmaterialien&nbsp;</b>Die Arbeitsaufträge eignen sich für Schüler*innen von der 4. bis zur 7. Klassenstufe. Bei der App-Version für Schüler*innen muss an den entsprechenden Standorten Zeit zum Bearbeiten der Arbeitsmaterialen eingeplant werden. Bei den Arbeitsmaterialien zum jüdischen Friedhof sollte man ca. 45 Minuten einplanen, bei den anderen Stationen etwa 10 Minuten. Falls man mit einer Schulklassse unterwegs sein sollte, kann man die Klasse am Lotte-Koschelnik-Platz in 4 Gruppen teilen und jede Gruppe an einem anderen Erinnerungsort die Entdeckungstour starten lassen (am Lotte-Koschelnik-Platz, an der ehemaligen Synagoge, am Standort der ehemaligen Mike sowie am Friedhof). Bei einem zeitversetzten Loslaufen können sich auch mehrere Gruppen bilden. Der Treffpunkt für alle Gruppen wäre dann wieder der Lotte-Koschelnik-Platz, wo man die Ergebnisse besprechen könnte. Die Strecke ist insgesamt 1,5 km lang. Die reine Gehzeit der Strecke beträgt ca. 25 Minuten. Als Gesamtzeit inklusive der Bearbeitung und der Besprechung der Aufgaben sollte man ca. 2,5 Stunden einplanen.\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Die jüdische Schule in Sötern",
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            "description": "<div class=\"\">Die Wahrung ihrer religiösen und kulturellen Traditionen war ein Hauptanliegen der jüdischen Gemeinden. Hierzu zählte insbesondere auch eine gute religiöse und schulische Bildung der jüdischen Kinder.&nbsp;</div><div class=\"\">Bis Mitte des 19. Jahrhunderts finanzierten die jüdischen Bürger der Gemeinde Privatlehrer, um eine traditionsgemäße Beschulung ihrer Kinder gewährleisten zu können. Mit Beschluss vom 01.07.1856 der Schulkommission des Fürstentum Birkenfelds wurden dann die jüdischen Schulen in Hoppstädten, Sötern und Bosen als besondere Konfessionschulen behandelt und den christlichen Konfessionsschulen gleichgestellt: ein wichtiger Schritt zur Integration der jüdischen Bevölkerung.&nbsp;</div><div class=\"\">Seit 1819 gab es in Sötern eine jüdische Privatschule, die sich im Untergeschoss der Synagoge befand. Die Schüler wurden von einem Lehrer unterrichtet, der oft auch gleichzeitig die Funktionen eines Vorsängers, Schächters und Beschneiders hatte.&nbsp;</div><div class=\"\">Ab dem Wintersemester 1880 konnten die jüdischen Schulkinder ein eigenes Schulhaus beziehen, das bis zur Schließung der jüdischen Gemeindeschule im Jahr 1910 genutzt wurde. Danach zog die katholische Gemeindeschule in das Gebäude. Katholische und jüdische Schülerinnen und Schüler sollten dann dort gemeinsam unterrichtet werden. Doch bereits ab 01.07.1910 besuchten die jüdischen Kinder die neu gegründete Privatschule, die bis 1923 Bestand hatte und dann aufgrund der geringen Schülerzahl endgültig geschlossen wurde.&nbsp;</div><div class=\"\">Die jüdischen Kinder besuchten ab dann die katholische Dorfschule. 1937 schaffte die nationalsozialistische Regierung im ganzen deutschen Reich die Konfessionsschulen ab und fasste alle Schüler in neuen Gemeinschaftsschulen zusammen. Allerdings wurde den wenigen noch verbliebenen jüdischen Schulkindern die weitere Teilnahme am Unterricht untersagt.&nbsp;</div><div><br></div><div>Das Gebäude der Söterner Schule ist heute noch erhalten und befindet sich im Privatbesitz.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div>Die Synagoge ist der wichtigste religiöse und gesellschaftliche Mittelpunkt des jüdischen Gemeindewesens.&nbsp;</div><div><br></div><div class=\"\">Die Synagoge in Sötern wurde 1817 erbaut. Die Kosten für den Bau der Synagoge hatten die jüdischen Einwohner zu tragen. Im Jahre 1841 wurde die Synagoge durch einen Sturm sehr schwer beschädigt, sodass sie renoviert werden musste.&nbsp;</div><div class=\"\">Während der Reichspogromnacht 1938 wurden die Söterner Juden gezwungen, das Innere des Gotteshauses zu zerstören. Die Synagoge selbst konnte nicht in Brand gesetzt werden, da die Gefahr bestand, dass umliegende Häuser auch Feuer fangen könnten. Im Zuge der „Entjudung jüdischen Eigentums“ wurde das Gebäude an das SA-Mitglied K., der nach dem Krieg für seine Beteiligung an den Novemberpogromen verurteilt wurde, für 650 Reichsmark verkauft, obwohl ein Wertgutachten die Synagoge auf 2000 Reichsmark taxiert hatte. Während des Krieges wurde das Gotteshaus dann als Pferdestall benutzt.&nbsp;</div><div class=\"\">Nach dem Krieg wurde das Gebäude an Familie N. verkauft und diente in den 1960er Jahren als Tankstelle. Lange war hier eine Bankfiliale untergebracht. Heute wird es als Wohnhaus genutzt.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Nichts erinnert mehr an seinen ursprünglichen Zweck als Gotteshaus der jüdischen Gemeinde Sötern.\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Die Mikwe in Sötern",
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            "description": "<div>Die Mikwe ist ein wichtiger Bestandteil der jüdischen Tradition. Sie ist ein Tauchbad und dient verheirateten Frauen nach ihrer Menstruation oder einer Geburt zur rituellen Reinigung. Den ersten Besuch einer Mikwe absolviert eine Frau meist am Vorabend ihres Hochzeitstages.&nbsp;</div><div><br></div><div class=\"\">Bevor in Sötern eine Mikwe gebaut wurde, befand sich das Bad wahrscheinlich im Keller der Synagoge. 1841 wurde die Mikwe fertig gestellt. In einem kleinen Vorraum befand sich ein Ofen mit dem Heizkessel, daneben lag die Badestube mit einer hölzernen Badewanne, die in den Boden eingelassen war.&nbsp;</div><div class=\"\">Das Gebäude wurde, nachdem es verkauft worden ist, als Stall und Abstellraum genutzt.&nbsp;</div><div class=\"\">Obwohl es 1989 unter Denkmalschutz gestellt wurde, hat man es 2005 abgetragen.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Quellen:&nbsp;</div><div class=\"\">Landau, Michael und Tigmann, Eva: Unsere vergessenen Nachbarn. St. Ingbert 2010.\n</div><div><br></div>",
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            "title": "Der jüdische Friedhof in Söter",
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            "description": "<div class=\"\">Nach jüdischer Tradition ist ein Friedhof ein Ort der Ewigkeit, dessen Frieden niemand stören darf. Bei den Christen gibt es die Tradition, die Gräber mit Blumen zu schmücken. Im traditionellen Judentum hingegen ist dies nicht üblich, da Blumen etwas Vergängliches sind. Man legt zum Gedenken und als Zeichen der Verehrung kleinere Steine auf die Gräber Der Friedhof, auf dem auch die Toten der jüdischen Gemeinde Bosen bestattet wurden, ist wahrscheinlich bereits Ende des 17. Jahrhunderts angelegt und im 19. Jahrhundert mehrfach vergrößert worden.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Während der Pogromnacht wurde der Friedhof geschändet.&nbsp;</div><div class=\"\">Der Zeuge J. Schwickert beobachtete am Tag nach den Geschehnissen des 9./10. Novembers 1938, wie vor dem jüdischen Friedhof ein Lastwagen hielt: „<i>Auf dem Friedhof befanden sich einige SA-Männer in Uniform, welche auf dem Friedhof Schriften aus der Synagoge verbrannten und Grabmäler zerstörten</i>.“ Im Oktober 1998 wurde der Friedhof erneut geschändet. Über 59 Grabmale wurden schwer beschädigt. Heute sind noch etwa 205 Gräber zu sehen. <br></div><div><b><br></b></div><div class=\"\"><b>Exkurs jüdische Zeitrechnung:&nbsp;</b> <br></div><div class=\"\"><b>Beginn der jüdischen Zeitrechnung:</b> 3761 v. Chr. <br></div><div class=\"\"><b>Jahr (Lunisolarjahr):</b>&nbsp;Dauer 354 Tage <b class=\"\"><br></b></div><div class=\"\"><b class=\"\">Monate:</b><b>Ijar, Tamus, Elul, Tewet, Adar:</b>&nbsp;Dauer 29 Tage <b>Nissan, Siwan, Av, Tischri und Schewat:</b>&nbsp;Dauer 30 Tage. <b>Marcheschwan und Kislew</b>&nbsp;sind <b class=\"\">\"Schaltmonate\"</b>&nbsp;mit 29 oder 30 Tagen, d.h. die Tageszahl dieser beiden Monate hängt immer von den jeweiligen Erfordernissen ab. Sollte ein Schaltjahr nötig sein, wird ein zweiter \"Adar\" eingefügt.Das Schaltjahr hat dann nicht 12 sondern 13 Monate.\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<div class=\"\">Der Start- und Zielpunkt für unseren Weg der Erinnerung in Sötern ist der Lotte-Koschelnik-Platz. <br></div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Der Platz ist einer der sieben Orte gegen das Vergessen im St. Wendeler Land. 2014 hat der Landkreis St. Wendel und das Adolf-Bender Zentrum St. Wendel das Projekt „7 Orte gegen das Vergessen“ umgesetzt. Es wurden sieben Erinnerungsorte geschaffen, die an das ehemalige jüdische Leben im Landkreis St. Wendel erinnern sollen. Es handelt sich dabei um Plätze, die mit Bänken und Informationstafel ausgestattet sind, und an die Geschichte jüdischer Bürger im St. Wendeler Land erinnern, stellvertretend für die Opfer des Nationalsozialismus in der Region. Im Rahmen dieses Projektes wurde am 20.05.2014 der Lotte-Koschelnik-Platz in Sötern eingeweiht.&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Die Familie Koschelnik lebte in Sötern. Isaak Koschelnik, der Vater von Leonore, Fritz und Lotte, war Schuhmacher und sehr beliebt in der Gemeinde. Isaak Koschelnik wurde am 10.November 1938 verhaftet und in das KZ Dachau gebracht. Er kam erst Wochen später wieder zurück. Das Schlimmste war jedoch, dass er das Land innerhalb einer bestimmten Frist verlassen sollte.1939 flüchtet er nach Shanghai. Er wollte seine Familie nachkommen lassen, doch dazu kam es nicht mehr, weil seine Familie sich um ihren kranken Vater kümmerte. Seine Frau und Kinder reisten aber nach Berlin, wo man fortan nichts mehr von ihnen hörte.&nbsp;</div><div class=\"\">Lotte, damals 13 Jahre alt, wurde mit ihrer Mutter Johanna Hedwig Koschelnik und ihrem Bruder Friedrich 1943 ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und ermordet. Die Spur ihrer Schwester verlor sich bereits ein Jahr zuvor im Konzentrationslager in Riga. Wahrscheinlich ist die ganze Familie im Konzentrationslager verstorben. Vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Koschelnik in Sötern wurden im Jahr 2012 Stolpersteine für die Familie verlegt (Hauptstraße 55).&nbsp;</div><div class=\"\"><br></div><div class=\"\">Lotte Koschelnik war damals, als sie noch in Sötern wohnte, mit der zwei Jahre jüngeren Olga Liesmann befreundet. Deren Tochter Eva Tigmann kann noch Einiges über die besondere Beziehung zwischen Lotte und ihrer Mutter berichten:\n</div><div><br></div>",
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            "description": "<b>Stolpersteine-Tour Saarbrücken</b><br><br>Erleben Sie Geschichte neu: Die Tour in der App Orte der Erinnerung führt zu Stolpersteinen in der Saarbrücker Innenstadt – begleitet von digitalen Kunstwerken saarländischer Künstler*innen. Sobald Sie sich einem Stolperstein nähern, erscheint ein künstlerischer Beitrag, der sich – teils abstrakt, teils erzählerisch – mit dem Schicksal des dort geehrten NS-Opfers auseinandersetzt. Direkt an den Orten, an denen diese Menschen zuletzt in Freiheit lebten.<br><br>Die Tour umfasst 10 Stationen mit insgesamt 19 Stolpersteinen und dauert ca. 45 Minuten. Die gesamte Strecke ist 3 km lang. Alle Stationen lassen sich auch einzeln entdecken.<br><br>📍 Startpunkt: vor der Bahnhofsstraße 95, Fußgängerzone Saarbrücken<br>🏁 Endpunkt: Schloßstraße 8, Saarbrücken<br>🎧 Das Tragen von Kopfhörern wird empfohlen.<br><br><b>Beteiligte Künstler*innen: </b>Karin Eberhardt, Filipp Fasev, Monika Hau, Kathrin Lambert, Ralf Peter, Rona Rangsch, Kai Reppert, Hannah-Sofie Schäfer, Klaudia Stoll und Sarah Tschanun.<br><br>Ein Projekt von Arbeit und Kultur Saarland in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung, dem Stadtarchiv Saarbrücken, der Synagogengemeinde Saar und dem Institut für aktuelle Kunst. Gefördert vom Ministerium für Bildung und Kultur, der Arbeitskammer des Saarlandes und Saar-Toto, und unterstützt von der Sparkasse Saarbrücken.<br><br><br>",
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            "title": "Johanna Kirchner",
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            "description": "<b>Johanna Kirchner – Bahnhofstraße 95</b><br><br>Johanna Kirchner, geb. Stunz, 1889 in Frankfurt am Main, wurde 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Die Sozialdemokratin engagierte sich früh in der SPD, der AWO und in der Kinderfürsorge. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh sie 1933 nach Saarbrücken. Dort arbeitete sie in einer Fremdenpension in der Bahnhofstraße 80 (hier steht heute Bahnhofstraße 95), die von der ebenfalls emigrierten Marie Juchacz geführt wurde. Die Pension war ein wichtiger Treffpunkt für Emigrant*innen – ein Ort, an dem man günstig essen und Informationen austauschen konnte. Doch auch die Gestapo hatte das Saargebiet bereits im Blick und überwachte diese Kreise. Johanna Kirchner engagierte sich in Saarbrücken gemeinsam mit Max Braun gegen den drohenden Anschluss an Hitler-Deutschland. Ab 1935 war sie in Forbach in der Flüchtlingshilfe tätig. 1942 wurde sie in Frankreich verhaftet, an die Gestapo ausgeliefert und später vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.<br><br>Für „Lebenslinien – Johanna Kirchner“ hat die Künstlerin <b>Monika Hau </b>beim Hören der Lebensgeschichte von Johanna Kirchner darauf mit sichtbaren Bewegungsspuren reagiert.<br><br>",
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            "title": "Max Haymann",
            "subtitle": "Karcherstraße 11",
            "description": "<b>Max Haymann - Karcherstr. 11</b><br><br>Dr. med. Max Haymann, *11.05.1896 in Saarburg, war Arzt und Geburtshelfer in Saarbrücken. Zunächst wohnte er in der Sulzbachstraße 18, später in der Karcherstraße 11, wo sich auch seine Praxis befand. Verheiratet war er mit Gertrud Haymann, geb. Kahn. Das Paar hatte zwei Kinder: Carla (*1930) und Hans (*1932), beide in Saarbrücken geboren.<br>Am 13. Januar 1930 emigrierte die Familie nach Neuf-Château in Frankreich. Dort wurde Max Haymann am 19. Juni 1941 von der Gestapo in Riberac (Dordogne) verhaftet und in das Pariser Gefängnis La Santé gebracht. 1942 erfolgte die Deportation nach Auschwitz, wo er am 13. April 1942 ermordet wurde.<br>Gertrud Haymann und die beiden Kinder überlebten den Holocaust. Sohn Hans lebt heute in Israel.<br><br>Der 15-jährige <b>Filip Fasev</b> illustrierte die Geschichte von Max Haymann durch Zeichnungen der wichtigen Szenen.",
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            "title": "Ehepaare Blum und Peiser",
            "subtitle": "Ursulinenstraße 24",
            "description": "<b>Ida Blum, Salomon Blum, Erna Peiser, Ernst Peiser – Ursulinenstr. 24</b><br><br>Ernst Peiser wurde am 16. Mai 1893 in Bunzlau/Schlesien geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Feldwebel, verlor dabei ein Auge und erhielt für seine Tapferkeit das Eiserne Kreuz. Nach dem Krieg arbeitete er im Geschäft seines Großvaters, ab 1934 war er Sekretär der jüdischen Gemeinde in Saarbrücken. Am 11. November 1938 wurde er im Zuge der Novemberpogrome nach Dachau verschleppt und blieb dort bis Anfang 1939. Im September desselben Jahres floh er nach Köln. Am 18. Juni 1943 wurde er nach Theresienstadt deportiert, am 28. Oktober 1944 in Auschwitz ermordet.<br><br>Seit 1922 war er mit Erna Peiser, geb. Blum (geb. 16. Mai 1900 in Saarbrücken), verheiratet. Das Ehepaar lebte mit den Schwiegereltern Salomon und Ida Blum in der Königin-Luisen-Straße 24 (heute Ursulinenstraße) und hatte zwei Kinder. Auch Erna Peiser wurde am 28. Oktober 1944 in Auschwitz ermordet. Ihre Eltern waren 1942 nach Theresienstadt deportiert worden. Ida starb dort am 5. Oktober 1942, Salomon am 2. Januar 1943.<br><br>In Theresienstadt entstand das Lied „Wanderer erwacht in der Herberge“ von Viktor Ullmann, der ebenfalls dort interniert war. Der Text lautet:<br><i>„Ich erwache leicht geblendet, ungewohnt eines fremden Lagers. Ist es Reif, der über Nacht den Boden weiß befiel? Ich schau in den Mond, neige das Haupt – denk an mein Wanderziel...“</i><br><br>Das Lied wird interpretiert von <b>Ralf Peter</b> (Tenor) und <b>Thomas Layes</b> (Klavier). Das Video zeigt Szenen aus dem NS-Propagandafilm „Theresienstadt“, gedreht unter Zwang von Kurt Gerron.",
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            "title": "Olga u. Herbert Fürst",
            "subtitle": "Lortzingstraße 18",
            "description": "<b>Herbert Fürst, Olga Fürst - Lortzingstr. 18</b><br><br>Olga und Herbert Fürst lebten in Saarbrücken. Wie viele jüdische Bürger*innen flohen sie vor der Verfolgung ins Exil – in der Hoffnung, in Paris Sicherheit zu finden. Doch im Juni 1943 wurden sie dort verhaftet und in das Durchgangslager Drancy gebracht. Von hier aus wurden sie mit dem 55. Transport nach Auschwitz deportiert. Die Deportationslisten sind die letzten überlieferten Dokumente, in denen ihre Namen erscheinen. Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt.<br>Auch Angehörige von Olga Fürst wurden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. In den Arolsen Archives finden sich Hinweise auf ihre Schwester Elsa Marx, die in Frankfurt lebte, sowie auf ihre Tante Flora Picard. Letztere wurde im August 1942 von der Gestapo verhaftet und deportiert. Ihr Bruder Max Haymann war ebenfalls betroffen – sein Stolperstein war bereits zu Beginn der Tour zu sehen.<br><br>Die Kurzdokumentation des Filmemachers <b>Kai Reppert</b> (Konzept und Regie) beleuchtet die historischen Hintergründe, die Bedeutung der erhaltenen Dokumente und die Arbeit der Arolsen Archives. Moderator <b>Dennis Kundrus</b> rekonstruiert gemeinsam mit <b>Franziska Schubert</b> von den Arolsen Archives die letzten bekannten Stationen im Leben von Herbert und Olga Fürst und zeigt, wie wichtig Erinnerungsarbeit ist. <br><br>3D-Animation: Vanessa Herbst, <br>Musik: Nikita Kondrashev,<br>Fotos und Dokumente: Arolsen Archives &amp; Yad Vashem.",
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            "title": "Sophronie Herz",
            "subtitle": "Dudweilerstraße 26-30",
            "description": "<b>Sophronie Herz – Dudweiler Str. 26-30</b><br><br>Sophronie Herz wurde am 19.6.1862 in Merzig als jüngstes von zehn Kindern geboren. Ab 1908 lebte sie mit zwei älteren Schwestern in Saarbrücken, zuletzt in der Dudweilerstraße 26. Sie war offenbar unverheiratet, auch wenn eine Quelle sie verwitwet nennt. 1897 reiste sie nach Basel und brachte dort am 25.11. ihren Sohn Erwin Ephraim Herz zur Welt. Bereits am nächsten Tag kehrte sie ohne ihn zurück. Erst elf Jahre später wurde Erwin offiziell bei ihr gemeldet. Bemerkenswert ist, dass er ihren Nachnamen trug – ungewöhnlich für die Zeit. Als Vater wird in seiner Meldekarte Heinrich Kahn genannt, auf der Geburtsurkunde steht „unbekannt“.<br>Erwin Herz heiratete 1922 Blanka Baer, das Paar bekam zwei Töchter. Die Familie lebte bei Sophronie Herz in Saarbrücken. Im Juni 1938 wurde Erwin verhaftet und wenige Tage später im KZ Buchenwald „auf der Flucht erschossen“. Blanka und die Töchter konnten in die USA fliehen.<br>Sophronie zog 1939 nach Berlin und wurde 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort starb sie am 29.01.1943 im Alter von 80 Jahren.<br><br><div class=\"\">Die Journalistin und Kulturwissenschaftlerin <b>Sarah Tschanun</b> widmet sich in ihrem Audio-Piece „Kopf über Herz“ dem außergewöhnlichen Leben von Sophronie Herz. In einem fiktiven Brief von Sophronie an ihren Sohn reflektiert sie gesellschaftliche Zwänge, die Rolle von Sprache und die Entmenschlichung durch scheinbare Rationalität im Nationalsozialismus.</div><br>Mit großem Dank an: Dr. Anna Kranz; Bundesarchiv (TON 4-236 Ausschnitt); Stadtarchiv Saarbrücken; Staatsarchiv Basel-Stadt und Basel-Landschaft",
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            "title": "Lotte und Heinz Henry Bonem",
            "subtitle": "Nauwieserplatz 11/13",
            "description": "<b>Heinz Henry Bonem, Lotte Bonem - Nauwieserplatz 11/13</b><br><br>Heinz Henry Bonem wurde am 29. Januar 1921 in Saarbrücken geboren. Er war der Sohn von Simon und Alma Bonem und lebte mit seiner Familie am Nauwieserplatz 11/13. Auf der Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung floh Heinz nach Frankreich, wurde dort jedoch verhaftet und ins Übergangslager Drancy bei Paris gebracht. Von dort aus wurde er am 4. März 1943 ins Konzentrationslager Majdanek deportiert und ermordet.<br>Seine jüngere Schwester Lotte Bonem, geboren am 31. Juli 1922 in Saarbrücken, wurde nur wenige Tage später, am 7. März 1943, ebenfalls nach Majdanek deportiert und dort umgebracht.<br><br>Im Mini-Hörspiel „Wandertag“ begleitet die Theaterpädagogin <b>Hannah-Sofie Schäfer</b> zwei Lehrer*innen bei der Vorbereitung eines Wandertags durch Saarbrücken. Als Autorin von Theaterstücken liegt ihr Schwerpunkt auf der kulturellen und ästhetischen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen.",
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            "title": "Hilde Itzkowitz, Sally Strauss",
            "subtitle": "Großherzog-Friedrich-Straße 12",
            "description": "<b>Hilde Itzkowitz, Sally Strauss - Großherzog-Friedrich-Str. 12<br></b><br>Hilde Itzkowitz, geborene Strauß, wurde am 26. Juli 1892 in Straßburg geboren und lebte in Saarbrücken, Großherzog-Friedrich-Straße 12. Am 1. Juni 1942 wurde sie von Halle aus mit einem Deportationszug ins Vernichtungslager Sobibor verschleppt. Nur zwei Tage später, am 3. Juni 1942, wurde sie dort ermordet.<br>Ihr Bruder Sally Strauß, geboren am 5. Dezember 1899 in Grumbach bei Heidelberg, lebte ebenfalls in der Großherzog-Friedrich-Straße 12. Er war ledig, seine Eltern hießen Jeanette und Simon Strauß. Ein Bruder, Gustav, konnte in die USA emigrieren. Sally wurde am 15. November 1938 im Zuge der Novemberpogrome verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Ein Jahr später wurde er als Zwangsarbeiter nach Halle überstellt, wo er bei der Humusdünger GmbH in Halle-Trotha arbeiten musste. Auch er wurde am 1. Juni 1942 mit vielen anderen ehemaligen Saarbrücker Jüdinnen und Juden nach Sobibor deportiert und am 3. Juni 1942 ermordet.<br><br>\"Ahnungslos No More\": Ein kurzes Hörgedicht von <b>Rona Rangsch</b>",
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            "description": "<b>Paula Loeb, Emilie Kaiser - Rathausplatz 7</b><br><br>Paula Loeb wurde am 18. Mai 1888 in Meiningen geboren. Sie war geschieden und lebte gemeinsam mit ihrer Mutter Emilie Kaiser, geborene Guggenheimer (geb. am 6. März 1863 in Osterberg/Kreis Neu-Ulm), in Saarbrücken am Platz der deutschen Front 7 – dem heutigen Rathausplatz.<br>Am 8. September 1939 wurden Mutter und Tochter zwangsweise nach Halle umgesiedelt, wo sie bis 1942 lebten. Am 30. Mai 1942 erscheinen beide auf einer Transportliste für die Deportation „nach Osten“. Der Zug fuhr von Kassel über Halle nach Lublin und erreichte am 3. Juni 1942 das Vernichtungslager Sobibor. Paula Loeb und Emilie Kaiser wurden unmittelbar nach Ankunft selektiert und am selben Tag ermordet.<br><br>Die Künstlerin <b>Klaudia Stoll</b> hat zu ihrer Erinnerung ein Videopoem geschaffen – produziert mit dem Werkzeug Smartphone.",
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            "description": "<b>Fritz Dobisch, Peter Roth, Wendel Schorr - Rathausplatz 1</b><br><br>Fritz Dobisch, geboren 1890 in Merzingen, war von 1919 bis 1935 ein führender Gewerkschafter und Politiker in Saarbrücken. Er war Mitbegründer des SPD-Ortsvereins in Bous und später Bezirksleiter des Verbandes der Fabrikarbeiter. Ab 1928 war er Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) Saar und von 1932 bis 1935 Stadtrat in Saarbrücken. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten versuchte Dobisch, den ADGB aus den politischen Konflikten mit der NSDAP herauszuhalten. Während der Saar-Abstimmung 1935 kämpfte er gegen die Rückgliederung des Saarlandes an das Deutsche Reich, was ihn nach der Volksabstimmung zur Emigration nach Luxemburg zwang. 1940 wurde er von der Gestapo verhaftet und 1941 im KZ Buchenwald ermordet.<br><br>Peter Roth, geboren 1900 in Otzenhausen, trat 1930 der Kommunistischen Partei (KP) bei und wurde 1932 in den Stadtrat von Saarbrücken gewählt. Er kämpfte aktiv gegen den Anschluss des Saargebiets an das Deutsche Reich und setzte seine antifaschistische Arbeit fort, auch nach der illegalen Zerschlagung der KP. 1936 wurde Roth verhaftet und ins KZ Lichtenburg gebracht, später in den Zuchthäusern von Saarbrücken und Siegburg inhaftiert. 1943 starb er unter ungeklärten Umständen im Zuchthaus Siegburg.<br><br>Wendel Schorr, geboren 1903 in Oberthal, war 1932 bis 1935 Mitglied des Saarbrücker Stadtrats und Vorsitzender der kommunistischen Betriebszelle bei der Saarbrücker Straßenbahn. Nach der Eingliederung des Saarlandes 1935 setzte er seine illegale Arbeit fort und organisierte kommunistische Straßenbahner. 1937 wurde er von der Gestapo verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. 1940 kam er ins KZ Dachau und später nach Ravensbrück, wo er 1944 unter ungeklärten Umständen starb.<br><br>Die Textilkünstlerin <b>Karin Eberhardt</b> symbolisiert in ihrem Video „Zum Gedenken an das Ehepaar Dobisch“ mit der Handarbeit einer Näherin den Lebenslauf von Fritz Dobisch. Dieser war mit einer Näherin verheiratet, die seinen tragischen Lebensweg begleitet hat.",
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            "title": "Wilhelm Diesel",
            "subtitle": "Schloßstraße 8",
            "description": "<b>Wilhelm Diesel - Schlossstr. 8</b><br><br>Wilhelm Diesel, geboren am 8. Dezember 1905 in Ottweiler, führte ein unstetes Leben, geprägt von häufigen Wohnortwechseln und gescheiterten Beziehungen. 1913 zog er mit seinen Eltern nach Saarbrücken und nahm später Wohnungen in Neunkirchen und Saarbrücken. Ab 1920 geriet er mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt und wurde 1923 verurteilt, was zu einer Haftstrafe im Gefängnis Lerchesflur führte. 1924 unterbrach man den Strafvollzug und überführte ihn in eine Erziehungsanstalt. Nach einem Aufenthalt in einer Handwerker-Bildungsanstalt zog Diesel 1925 zurück zu seinen Eltern. 1926 heiratete er Maria Felzen, mit der er einen Sohn hatte. Doch sein Leben verlief weiterhin chaotisch, begleitet von mehrfachen Diebstählen und Wohnortwechseln, auch nach Paris und Forbach.<br>1940 wurde Diesel in Saarbrücken in Vorbeugehaft genommen und am 24. Dezember 1940 ins KZ Dachau transportiert. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 24703 und wurde als „Sicherungsverwahrter“ eingestuft. Im Januar 1941 wurde er ins KZ Neuengamme überführt und nach einer kurzen Rückkehr erneut ins Lager geschickt. Dort unterzog man ihn am 19. Juli 1941 einer Operation wegen einer Knieschleimbeutelentzündung. Am 16. Januar 1942 kam Diesel mit einem Invalidentransport in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim, wo er am 9. Februar 1942 an Herz- und Kreislaufschwäche in Verbindung mit einer Lungenentzündung starb.<br><br>Das Hörstück über Wilhelm Diesel nähert sich seiner Lebensgeschichte auf poetische Weise. <b>Kathrin Lambert</b> verbindet dabei elektronische Musik, Field Recordings und Sprache zu einer vielschichtigen Klangwelt. So entsteht eine atmosphärische Komposition, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwebt.",
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